Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Tausende Missbildungen in Frankreich durch Antiepileptikum

Freitag, 21. April 2017

Paris – Bis zu 4.100 Kinder sind in Frankreich wegen des Antiepileptikums Valproat mit schweren Missbildungen auf die Welt gekommen. Zu diesem Ergebnis kommt die fran­zö­­si­sche Arzneimittelaufsicht ANSM in einer gestern in Paris vorgelegten ersten Schät­zung. Dem­nach haben Frauen, die während der Schwangerschaft Valproat zu sich nehmen, ein vierfach erhöhtes Risiko, ein Kind mit schweren Missbildungen auf die Welt zu brin­gen.

Untersucht wurden Geburten seit der Einführung des Medikaments Depakine mit dem Wirk­stoff Valproat im Jahr 1967. Das vom französischen Pharmariesen Sanofi herge­stell­te Medikament wird gegen Epilepsie verschrieben. Der Wirkstoff wird auch gegen bipola­re Störungen eingesetzt.

Seit Anfang der 1980er-Jahre ist die Gefahr von Missbildungen bei Babys bekannt. Be­troffene Familien gehen in Frankreich mit juristischen Mitteln gegen Sanofi vor. Sie wer­fen dem Pharmakonzern vor, schwangere Frauen nicht hinreichend informiert zu haben. Seit 2015 darf Valproat schwangeren Frauen oder Frauen in gebärfähigem Alter nur noch verschrieben werden, wenn andere Medikamente nicht anschlagen.

Valproat wird auch in Deutschland verkauft. Zahlen zu möglichen Missbildungen wegen einer Einnahme des Medikaments während der Schwangerschaft liegen aber nicht vor, wie die Bundesregierung im Januar in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage im Bundes­tag erklärte. Demnach wurden valproathaltige Arzneimittel in Deutschland in der Ver­gan­genheit aber deutlich weniger häufig verschrieben als in Frankreich. © afp/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

13.10.17
Ultraschnelle Sonographie zeichnet Ausbreitung von Epilepsien im Gehirn von Säuglingen auf
Paris – Französische Forscher haben ein Ultraschallgerät für eine ultraschnelle Doppler-Sonographie entwickelt, das neue Einblicke in die Durchblutung des Gehirns und damit auch der Hirnaktivität......
12.10.17
Streit um Forderung, Selbstmedikation auszuweiten
Berlin – Der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) hat gefordert, die Patienten zu ermutigen, mehr OTC-Arzneimittel in der Apotheke zu kaufen. Denn Selbstmedikation habe diverse positive......
27.09.17
Arzneimittel­initiative ARMIN wird bis März 2022 fortgesetzt
Berlin – Das Modellvorhaben ARMIN – die „Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen“ soll bis Ende März 2022 weiterlaufen. Das haben die Projektpartner vereinbart. Im Augenblick profitieren über 2.500......
26.09.17
Obeticholsäure: Tödliche Überdosierung bei Leberfunktions­störungen
Silver Spring – Bei der Therapie der primären biliären Cholangitis mit Obeticholsäure kann es zu tödlichen Überdosierungen kommen, wenn die Dosis bei Leberfunktionsstörungen nicht......
12.09.17
Apothekerverband für Konsequenzen aus Krebsmittelskandal
Düsseldorf – Als Konsequenz aus dem Bottroper Skandal um gefälschte Krebsmedikamente fordern die Apothekerverbände ein neues Vergütungsmodell für die hoch spezialisierten Apotheken. Künftig dürfe nur......
04.09.17
EMA: Paracetamol mit verzögerter Freisetzung soll verboten werden
London – Die Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA möchte Paracetamol-Präparate mit verzögerter Freisetzung verbieten lassen. Anlass sind Überdosierungen, zu denen es jüngst in Schweden gekommen ist.......
31.08.17
Giftinformations­zentrum warnt vor Vergiftungen mit Methotrexat
Göttingen – Die Experten des Giftinformationszentrums (GIZ) Nord sind im vergangenen Jahr von Ärzten und Bürgern stark nachgefragt worden. 38.623 Anfragen haben die ärztlichen Berater 2016......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige