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Medizin

Weltweite Unterschiede im Gesundheitswesen nehmen zu

Donnerstag, 20. April 2017

dpa

Seattle/Melbourne – Wieviel Geld die einzelnen Staaten und ihre Bürger für die Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten ausgeben, war schon in der Vergan­genheit sehr unterschiedlich. Die Schere zwischen Arm und Reich ist nach einer aktuellen Untersuchung seit den 1990er Jahren noch größer geworden und der Trend könnte sich in den nächsten Jahren weiter verstärken.

Dabei können von gezielten Gesundheitsausgaben wichtige Impulse für die wirtschaft­liche Entwicklung ausgehen, besonders wenn jüngere Menschen die Zielgruppe sind. Die Studien wurden anlässlich der bevorstehenden Frühjahrstagung der Weltbank im Lancet (2016; doi: 10.1016/S0140-6736(17)30872-3, 30873-5 und 30874-7) veröffentlicht. 

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Die Gesundheitsausgaben sind international sehr unterschiedlich. In Somalia geben Staat und Bürger 33 US-Dollar pro Kopf und Jahr aus, in den USA sind es 9.237 US-Dollar pro Kopf und Jahr. Vor dem Hintergrund dieser Zahlen ist es unerheblich, dass der relative Anstieg der Gesundheitsausgaben in den ärmsten Ländern seit 1995 mit 4,6 Prozent pro Jahr größer war als in den reichsten Ländern, wo die Zunahme 3,0 Prozent betrug, wie ein Team um Joseph Dieleman vom Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) recherchiert hat.

Länder Afrikas südlich der Sahara fallen immer weiter zurück

In absoluten Zahlen sind vor allem die Länder Afrikas südlich der Sahara seit Mitte der 1990er Jahre weiter zurückgefallen. In den ärmeren Ländern werden nur 20 Prozent der Gesundheitsausgaben durch den Staat aufgebracht, in den reicheren Ländern sind es über 90 Prozent. In vielen Ländern ist dies ein Garant für eine gerechte Verteilung der Gesundheitsausgaben.

In den ärmeren Ländern müssen die Bürger 40 Prozent der Gesundheitskosten aus eigener Tasche bezahlen (was sich nur die wohlhabenderen Einwohner leisten können). Die restlichen 40 Prozent kommen von internationalen Organisationen und aus der Entwicklungshilfe. Doch die Spendenbereitschaft der Geberländer hat nachgelassen. Stiegen die Ausgaben zwischen 2000 und 2010 noch um 11,4 Prozent pro Jahr, so sind es seither nur 1,8 Prozent pro Jahr. Die Ausgaben zur Behandlung von HIV/AIDS, die seit vielen Jahren den größten Anteil der Spenden ausmachten, sind sogar zurückgegangen. 

Während die ärmsten Länder immer weiter zurückfallen, hat sich die Situation in Ländern mit mittlerem Einkommen etwas verbessert. In der oberen Kategorie (dazu gehören beispielsweise Mexico, Venezuela, Irak, Algerien) stiegen die Gesundheits­ausgaben seit 1995 um 5,9 Prozent pro Jahr. In der unteren Kategorie (dazu gehören beispielsweise Indien, Georgien, Guatemala und der Libanon) waren es noch 5,0 Prozent pro Jahr. Dies ist insofern beruhigend, als mehr als 70 Prozent der ärmeren Menschen in diesen Ländern leben.

Die derzeitige Entwicklung wird laut Dieleman in den nächsten Jahren anhalten. Bis 2040 werden die gesamten globalen Gesundheitsausgaben von 9,21 Trillion US-Dollar in 2014 auf 24,24 Trillion US-Dollar ansteigen. Der größte absolute Anteil entfällt jedoch weiter auf die reicheren Länder. In einigen dieser Länder steigen die Gesundheits­ausgaben stärker als die Wirtschaft. In den USA wird der Anteil am Bruttoinlandsprodukt von heute 16,6 Prozent auf 18,5 Prozent im Jahr 2040 ansteigen. Diese Entwicklung ist nicht zwangsläufig: In den Vereinigten arabischen Emiraten, wo die Wirtschaftsleistung pro Kopf ebenso hoch ist wie in den USA, wird der Anteil 2014 nur bei 4,6 Prozent liegen (Deutschland 12,7 Prozent).

Günstige Präventionsprogramme könnten große Wirkung erzielen

Für präventive Maßnahmen fehlt vor allem in den ärmeren Ländern das Geld. Dabei könnten relativ günstige Programme hier die größte Wirkung entfalten. Peter Sheehan von der Victoria University in Melbourne rät den Ländern, das Geld in die Jugend zu investieren. Da diese Gruppe vor der Berufslaufbahn steht und das künftige National­einkommen erarbeitet, würden Interventionen sich auch wirtschaftlich rentieren. Eine Investition von 4,6 US-Dollar pro Kopf in die körperliche, geistige und sexuelle Gesund­heit (etwa die Impfung gegen HPV-Infektionen) würde das zehnfache der Wirtschaftsleistung generieren, schreibt Sheehan.

Investitionen von 0,6 US-Dollar pro Kopf in die Verkehrssicherheit würde das 5,9-fache an Wirtschaftsleistung generieren, und 3,8 US-Dollar pro Kopf in die Vermeidung von Kinderheiraten würden das 5,7-Fache an Wirtschaftsleistung erbringen.

© rme/aerzteblatt.de

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Markus Gulich
am Freitag, 21. April 2017, 09:43

eine englische Trillion ist eine deutsche Billion

Ich bitte Sie bei der Übersetzung/Übertragung von englischsprachigen Texten mehr Sorgfalt auf die Übersetzung von Zahlen zu verwenden:
englisch 1 Million, deutsch 1 Million = 1 000 000
englisch 1 Billion, deutsch 1 Milliarde =1 000 000 000
engl. 1 trillion, dt. 1 Billion =1 000 000 000 000
engl. 1 quintillion, dt. 1 Trillion = 1 000 000 000 000 000
das ist blöd, dass es so ist, aber so ist's nunmal!
LNS

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