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Brustkrebs: Bundes­aus­schuss aktualisiert Disease-Manage­ment-Programm

Freitag, 21. April 2017

/karelnoppe, stock.adobe.com

Berlin – Der Gemeinsame Bundessausschuss (G-BA) hat das Disease-Management-Programm (DMP) zum Brustkrebs einstimmig aktualisiert. Dabei werden vor allem neuste medizinische Erkenntnisse für die Therapieoptionen eingefügt sowie die psycho­soziale Beratung und Nachsorge gestärkt.

G-BA-Vorsitzender Josef Hecken würdigte nach der Abstimmung die Arbeit an dem Pro­gramm als „sehr gutes Ergebnis und sehr gute Fortentwicklung der DMP“. Auch die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) bezeichnete das aktualisierte Programm als „herausragende Weiterentwicklung“ in der Geschichte der DMP, so Franziska Diel, De­zer­nentin für Sektorenübergreifende Qualitäts- und Versorgungskonzepte. „In dem DMP haben wir jetzt auch die Nachsorge der Patientinnen im Fokus. Dabei sind die Gynäko­loginnen und Gynäkologen gefragt, die Patientinnen zur weiteren Überwachung ihrer Ge­sundheit  zu motivieren“, erklärte Diehl in der Sitzung.

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Vermeidung von Folgeerkrankungen

Auch die Vorsitzende des Unterausschusses DMP und unparteiisches Mitglied des G-BA, Regina Klakow-Franck, lobte das neue DMP. „Das neue DMP sieht gezielte Maß­nahmen zur Vermeidung von Folgeerkrankungen sowie eine stärkere Berücksichtigung psychoso­matischer, psychischer und psychosozialer Aspekte im Rahmen der Langzeit­therapie vor“, sagte Klakow-Franck in einer Mitteilung im Anschluss an die Sitzung.

In der Plenumsdebatte hatte sich zwischen Vertretern der KBV eine kontroverse Dis­kus­sion über Dokumentationsverpflichtungen beim psychosozialen Beratungsbedarf der Pa­tienteninnen entwickelt. Hier ging es um einen Fragebogen, bei dem die behandelnde Ärz­tin oder der behandelnde Arzt den psychosozialen Beratungsbedarf erfassen sollte. Diese zusätzliche Dokumentation sahen die Vertreter der Kassen sowie der Deutschen Krankenhausgesellschaft als nicht notwendig an, die KBV plädierte dafür.

Ebenso wurde über die Einschätzung der aktuellen medizinischen Erkenntnisse und die jeweiligen Behand­lungsempfehlungen diskutiert. In der Debatte dazu schlug der G-BA-Vorsitzende Hecken vor, eher die tumorspezifischen Kriterien festzulegen, die über eine spätere Behandlung entscheiden, als sich auf einzelne Testmethoden zu konzen­trie­ren. Diesem Kompromiss konnten Krankenkassen wie KBV zustimmen.

In weiteren Beschlüssen hat das Gremium auch das DMP Diabetes mellitus Typ 2 aktu­alisiert. Hier geht es vor allem um Neuerungen zu Arzneimitteln, die Patienten, die im DMP eingeschrieben sind, verordnet bekommen können. Dabei geht es speziell um das Antidiabetikum Empagliflozin, das im September 2016 einen beträchtlichen Zusatz­nutzen vom G-BA bescheinigt bekommen hatte. Außerdem wurde das Institut für Quali­tät und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Leitlinienrecherche zu den neuen DMP Rheumatoide Arthritis und Osteoporose beauftragt.

Ursprünglich hatte der G-BA das IQWiG bereits im August 2014 mit der Recherche zu den beiden neuen DMP befasst, ein Abschlussbericht wurde dazu 2016 vorgelegt. Da der Gesetzgeber allerdings zwei andere DMP – Rückenschmerz und Depression – im Versorgungsstär­kungs­gesetz bevorzugt hatte, musste die Recherche zu Rheuma und Osteoporose zurückgestellt werden, wie es in den Unterlagen des G-BA heißt. Die Be­ratungen zu diesen beiden neuen DMP sollen im September 2017 beginnen.

Nach Angaben des Bundesversicherungsamtes (BVA) waren Ende 2016 etwa 6,7 Millio­nen Versicherte in einem oder mehreren DMP eingeschrieben, 9.966 Programme hat das BVA bislang zugelassen. © bee/aerzteblatt.de

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