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Ärzteschaft

KBV: Ärzten dürfen keine Kosten bei der Anbindung an Telematik­infrastruktur entstehen

Freitag, 21. April 2017

Berlin – Ärzten und Psychotherapeuten dürfen keine Kosten für die technische Anbin­dung ihrer Praxen an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) entstehen. Das fordert Thomas Krie­del, Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), in einem Inter­view mit KV-on. Ende nächster Woche soll das Schiedsamt über die Finanzierung ent­schei­den. „Unser Ziel ist es, dass der Arzt keinerlei Kosten übernehmen muss. Ganz egal, wann er die TI einführt“, so Kriedel.

Das Problem sei, dass die erforderliche Technik zu Beginn des Rollouts erwartungsge­mäß hoch sei, die Krankenkassen es bislang jedoch ablehnten, die Kosten für die tech­ni­sche Ausstattung und die Betriebskosten in voller Höhe zu übernehmen. Sie weigerten sich, die voraussichtlichen Kosten für den aktuell verfügbaren Konnektor zu tragen und orien­tierten sich in der Verhandlung an dem möglichen Preis eines Modells, das frühes­tens in einem Jahr zur Verfügung stehen wird.

Im Sinne eines zeitnahen Starts der TI plädiert Kriedel für eine praxisnahe und faire Lö­sung. So könnten die Vereinbarungen beispielsweise angepasst werden, wenn die Prei­se für die Konnektoren im Laufe der Zeit sinken würden. Eine schnelle Ausstattung der Praxen mit der erforderlichen Technik sei zwingend notwendig. Zumal Praxen, die am 1. Juli 2018 noch nicht an die TI angebunden seien, spürbare Honorarkürzungen drohten.

„Der Arzt sollte in Ruhe prüfen, zu welchem Zeitpunkt er einsteigt, ob er die Geräte neh­men will, die jetzt schon auf dem Markt sind oder abwarten will, ob andere auf den Markt kommen“, betonte der KBV-Vorstand. Allerdings solle dabei berücksichtigt werden, dass die Industrie rund 150.000 Praxen von Ärzten und Zahnärzten mit der neuen Technik aus­statten müsse, sagte er. © hil/sb/aerzteblatt.de

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