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Hochschulen

Tausende demonstrieren für Wissenschaft und Forschung

Montag, 24. April 2017

/dpa

Berlin/Washington – Weltweit haben Zehntausende Menschen am „March for Science“ teilgenommen und damit gegen Einschränkungen im Wissenschaftsbereich protestiert. Die zentrale Ver­­anstaltung fand am Samstag in Washington statt, wo die Demonstranten zum Kapitol zogen. Nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump wächst vor allem in den USA die Angst vor einer neuen Ära der „alternativen Fakten“.

Weltweit gab es Wissenschaftsmärsche in mehr als 500 Städten – darunter in London, Paris und Accra in westafrikanischen Ghana. In Berlin und anderen deutschen Städten gingen ebenfalls mehrere Tausend Menschen für die Freiheit der Forschung auf die Straßen. In Berlin zogen die Teilnehmer von der Humboldt-Universität über die Straße „Unter den Linden“ zum Brandenburger Tor. Die Veranstalter schätzten die Teilnehmer­zahl auf 11.000, die Polizei sprach von mehreren Tausend Demonstranten. „An der Frei­heit der Wissenschaft lassen wir nicht rütteln“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), der auch Senator für Wissenschaft und Forschung ist, bei der Kundgebung in der Hauptstadt.

Die von der neuen US-Regierung geplanten Budgetkürzungen, die noch vom Parlament beschlossen werden müssen, betreffen Klima- und Umweltforschung und Forschung im Bereich der Gesundheit in gravierendem Ausmaß. Nach den Worten des Geophysikpro­fessors Peter Schlosser von der New Yorker Columbia Universität will die US-Regierung bei der Gesundheitsbehörde 18 Prozent einsparen und bei der Umweltbehörde 31 Pro­zent.

Für freie Forschung und faktenbasierte Politik

Das Geld steht aber bei den weltweiten Demonstrationen nicht im Mittelpunkt, sondern eine freie Forschung und eine faktenbasierte Politik. „Alternative Fakten zählen nicht im OP“ und „Forschen statt Faken“ stand auf Transparenten in Deutschland. „Als Dachor­ga­nisation der wissenschaftlichen Medizin in Deutschland und führende Herausgeberin medizinischer Leitlinien liegt uns als Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizi­nischen Fachgesellschaften (AWMF) vor allem eine solide wissenschaftliche Grundlage der Medizin am Herzen, die aus unserer Sicht ein zentrales Fundament des Fortschritts in der Gesundheitsversorgung darstellt“, sagte Christoph Herrmann-Lingen aus dem Prä­sidium der AWMF nach den Veranstaltungen dem Deutschen Ärzteblatt.

„Dieses The­ma beschäftigt uns auch hier in Deutschland, wo wir uns unter anderem für eine wissen­schaftsbasierte Ärzteausbildung, auskömmliche öffentliche Förderung medizini­scher For­schung sowie klare Regeln zur Durchführung und Publikation von Forschungs­projekten und Transparenz von Interessenkonflikten einsetzen“, so Herrmann-Lingen.

„Wir können nicht akzeptieren, dass in Zeiten, in denen der Mensch diesen Planeten ver­ändert wie nie zuvor in der Geschichte, Entscheidungen getroffen werden, ohne auf wiss­enschaftliche Fakten zurückzugreifen“, sagte der Präsident der Max-Planck-Ge­sell­schaft, Martin Stratmann, beim „March for Science“ in München. Kundgebungen gab es auch in Bonn, Köln, Dresden, Frankfurt, Freiburg, Göttingen, Greifswald, Hamburg, Hei­delberg, Jena, Leipzig, Stuttgart und Tübingen. Selbst auf Helgoland gingen Menschen für die Freiheit der Forschung auf die Straße.

Das deutsche Organisationsteam betonte, die Demonstrationen seien keine Anti-Trump-Veranstaltung. Das Leugnen gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse sei ein welt­weites Problem. So werde zum Beispiel in der Türkei und Ungarn die freie Wissenschaft immer stärker eingeschränkt. © hil/dpa/afp/aerzteblatt.de

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