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Medizinstudierende fordern mehr Global Health an Hochschulen

Montag, 24. April 2017

Berlin – Mehr Bewusstsein für Themen der globalen Gesundheitsversorgung fordern die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) zusammen mit der studentische Initiative Universities Allied for Essential Medicines Europe (UAEM). Zu­sam­men haben sie untersucht, welche Fakultäten in Deutschland sich besonders für das The­ma engagieren und welche weniger.

Sie kritisieren, dass viele Medizinfakultäten ihrer globalen Verantwortung nicht gerecht wür­den. „Epidemien wie Ebola zeigen immer wieder, dass Krankheiten keine Grenzen ken­nen. Deshalb kann Gesundheit nicht nur national gedacht werden“, hieß es aus den beiden Organisationen. Laut bvmd und UAEM gibt es zu wenig Forschung zu vernachläs­sig­ten oder armuts­asso­ziierten Krankheiten. Die Studierenden kritisieren zudem den Um­gang mit For­schungs­er­gebnissen. „Wenn medizinische Innovationen an Unternehmen oh­ne Vor­behalt verkauft werden, dienen sie mehr dem Profit der Pharmaindustrie als dem Gemeinwohl“, kritisie­ren sie.

Auch Universitäten für hohe Preise verantwortlich

„Bisher wissen wenige, dass auch Universitäten für die hohen Preise von Medikamenten mitverantwortlich sind. Ein Drittel der Medikamente, die auf den Markt kommen, haben ihren Ursprung in universitärer Forschung“, erläuterte Peter Tinnemann, der den Projekt­­bereich Globale Gesundheitswissenschaften der Charité – Universitäts­medizin Berlin lei­tet.

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„Jede biomedizinische Entwicklung, die von einer öffentlich finan­zierten For­schungs­ins­titution gefördert wird, und die das Potenzial hat, zu einem Medi­kament weiter­entwick­elt zu werden, muss auch die Möglichkeit behalten, für die medizi­nische Versor­gung auch in Ländern mit niedrigen Ressourcen zugänglich zu sein“, fasst Carolin Siech, Verant­wort­liche für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der bvmd, die Forde­rungen der Stu­dieren­den zusammen.

Bvmd und UAEM haben bundesweit 36 Fakultäten nach drei Aspekten beurteilt: Forscht die Universität im Bereich Global Health, besonders in Bezug auf armutsassoziierte und vernachlässigte Krankheiten? Fördert die Universität den nationalen und weltweiten Wissenstransfer und eine sozial gerechte Verwertung ihrer Forschungsergebnisse? Bringt sie ihren Studierenden nahe, was es bedeutet, Gesundheit global zu denken?

Die Initiatoren schrieben dazu die Universitäten an, recherchierten in öffentlich zugängli­chen Datenbanken und befragten Studierende aller Fakultäten. Die Universitätskliniken Heidelberg, Würzburg und Tübingen schneiden danach am besten beim Thema Global Health ab. © hil/aerzteblatt.de

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