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Medizin

Plötzlicher Herztod beim Sport betrifft vor allem ambitionierte Freizeitathleten

Dienstag, 25. April 2017

/Petair stock.adibe.com

Mannheim – Ein erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod beim Sport haben vor allem ambitionierte Amateure und nicht die professionellen Leistungssportler. „In unserem deutschlandweiten Register sind nur vier professionelle Athleten betroffen“, erläuterte Philipp Bohm vom Universitären Herzzentrum Zürich bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) in Mannheim. Bohm betreut das deutsche „Sudden Cardiac Death Register“.

In dieser Datenbank hat er in den vergangenen viereinhalb Jahren 265 Fälle von plötz­lichem Herzstillstand beim Sport in Deutschland erfasst. „Fast ausschließlich waren Männer betroffen, das Durchschnittsalter lag bei 47 Jahren. Die Todesfälle ereigneten sich am häufigsten bei den Sportarten, die in Deutschland am populärsten sind: Fußball­spielen und Laufen“, erläuterte er in Mannheim.

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Die Ursachen für den plötzlichen Herztod sind laut dem Register je nach Alter unter­schiedlich. Bei Sportlern unter 35 Jahren sind Herzmuskelerkrankungen, angeborene Fehlverläufe von Herzkranzarterien sowie Herzmuskelentzündungen die häufigsten Ursachen für den plötzlichen Herztod beim Sport. Bei Sportlern, die über 35 Jahre alt waren, erwies sich im deutschen Register die koronare Herzkrankheit als häufigste Todesursache.

Das Register belegt, dass sich der Großteil der betroffenen Sportler über 35 Jahre nicht regelmäßig sportkardiologisch untersuchen ließ. Von der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie wird seit 2005 zumindest ein Ruhe-EKG bei sportmedizinischen Unter­suchungen bei Wettkampfsportlern als Screening empfohlen. „Wichtig ist jedoch auch – insbesondere bei Sportlern über 35 Jahren – in regelmäßigen Abständen ein Belas­tungs-EKG durchzuführen. Dadurch kann man Hinweise auf eine Minderdurchblutung des Herzmuskels erhalten, etwaige Rhythmusstörungen erkennen und objektiv die körperliche Leistungsfähigkeit des Sportlers beurteilen“, so Bohm. © hil/aerzteblatt.de

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