NewsVermischtesVerbraucherzentrale warnt vor Fitnessarmbändern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Verbraucherzentrale warnt vor Fitnessarmbändern

Mittwoch, 26. April 2017

/maho, stock.adobe.com

Düsseldorf – Fitness-Apps und Smartwatches überwachen jeden Schritt und sie werden immer beliebter. Dabei sammeln viele von ihnen Informationen, nicht nur vom und für den Nutzer, sondern auch für den Anbieter. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-West­falen warnt daher vor den vielseitigen Geräten. Bei einer Untersuchung von Fitness-Apps und Wearables haben die Verbraucherschützer erhebliche Datenschutzmängel entdeckt.

Demnach senden 20 von 24 überprüften Apps Informationen zu Gesundheit, Nutzer­profil, Standort, Nutzungsverhalten oder technischen Daten an Anbieter. 16 Apps senden be­reits Daten an Dritte, bevor den Nutzungsbedingungen zugestimmt wurde. Und zehn von zwölf untersuchten Wearables sind nicht vor ungewollter Standort­verfolgung geschützt. Auch Dritte können dann die Bewegungen der Nutzer beobach­ten. Aufgrund der Ergeb­nisse hat die Verbraucherzentrale die Anbieter Apple, Garmin, Fitbit, Jawbone, Polar, Runtas­tic, Striiv, Under Armour und Withings abgemahnt.

Anzeige

Daten sind nicht verlässlich

Auch aus sportlicher Sicht gibt es Verbesserungsbedarf, meint Ingo Froböse von der Deut­schen Sporthochschule Köln. „Apps und Wearables bieten keine individuelle Be­treu­ung, sondern nur mathematische Berechnungen.“ Dabei seien die Daten nicht ver­lässlich, sagte der Sportwissenschaftler. „Wir haben mal fünf Geräte getestet, beim Stre­cken­messen. Und alle haben unterschiedliche Ergebnisse gezeigt.“ Die Geräte könnten eine individuelle Betreuung nicht ersetzen. „Nach sechs bis acht Wochen liegen sie in der Ecke. Warum? Weil es langweilig ist, jeden Tag von Apple eine Medaille verliehen zu bekommen.“

Auch Froböse hat Bedenken, wenn es um die Daten geht. Nur wenige davon würden dem Nutzer helfen, etwas über seine Gesundheit zu erfahren. „Im Moment werden immer mehr Dinge gemessen, immer kleinteiliger. Nicht, weil es den Nutzern hilft, son­dern um immer mehr Daten herauszuholen. Dabei braucht es nur wenige Parameter für ein gutes Training“, erklärte der Sportwissenschaftler.

Eine Zukunft für das digitale Fitnesstraining sieht Froböse trotzdem – wenn der Nutzer besser informiert wird. „Was heißt das, wenn ich 8.000 Schritte gelaufen bin? Ist das schlecht? Der Nutzer muss kompetent gemacht werden. Ich könnte mir da zum Beispiel ein Callcenter oder eine Onlineplattform vorstellen, wo die Werte individuell analysiert werden und erklärt wird, was sie bedeuten.“

Der Wearable-Markt befindet sich im Wachstum. Nach Informationen des Statistikportals Statista wurden im vergangenen Jahr weltweit 102,4 Millionen Wearables umgesetzt, 25 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dabei waren bei einer Umfrage der Verbraucher­zen­tra­le NRW 78 Prozent der Befragten um die Sicherheit ihrer Daten besorgt. Allerdings wird die Datenherausgabe unter gewissen Voraussetzungen toleriert: 61 Prozent fänden es ak­zep­tabel, die Wearable-Daten zu nutzen, um Zeugenaussagen zu überprüfen. Aber nur 13 Prozent sind dafür, den Krankenkassentarif auf Basis der Daten zu berechnen. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Juni 2019
Berlin – Die katholischen Krankenhäuser in Deutschland haben Bund und Ländern zu einem Investitionsprogramm für die Digitalisierung im Krankenhaus aufgerufen. In führenden Wirtschaftsbranchen wie der
Krankenhausverband wünscht sich Investitionsschub für Digitalisierung
18. Juni 2019
Berlin – Ärzte und ihre Verbände müssen bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens „unbedingt“ in die Prozesse mit einbezogen werden. Nur so könne sichergestellt werden, dass Lösungen etabliert
Hausärzte wollen bei Digitalisierung intensiver beteiligt werden
18. Juni 2019
Berlin – Der Praxissoftwarehersteller Medatixx hat damit begonnen, die elektronische Gesundheitsakte von Vivy in einem Pilotprojekt in seine Software einzubinden. Das haben Vivy und Medatixx heute
Medatixx bindet elektronische Gesundheitsakte von Vivy ein
17. Juni 2019
Berlin – Der Arzt und Pharmamanager Markus Leyck Dieken soll neuer Geschäftsführer der gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte werden. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn
Arzt und Pharmamanager soll neuer gematik-Chef werden
17. Juni 2019
Düsseldorf – Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) hat der Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) in ihrer jüngsten Sitzung erstmals Zahlen zur neuen Bedarfsplanungsrichtlinie vorgestellt,
Neue Bedarfsplanungsrichtlinie schafft keine zusätzlichen Ärzte
17. Juni 2019
Düsseldorf – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) hat sich in ihrer jüngsten Sitzung mit dem Gesetzesmarathon beschäftigt, den die Bundesregierung derzeit im
KV Nordrhein kritisiert zunehmende Eingriffe durch den Gesetzgeber
14. Juni 2019
Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat vorgeschlagen, versorgungsrelevante digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) in ärztliche und nichtärztliche
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER