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Medizin

Adipositas im Kindesalter vervierfacht Risiko auf Typ 2-Diabetes

Donnerstag, 27. April 2017

/kwanchaichaiudom stockadobecom

London – Jedes dritte Kind in England und Wales ist übergewichtig oder adipös. Die Folge ist eine steigende Zahl von Erkrankungen am Typ 2-Diabetes, der früher nur bei älteren Menschen auftrat. Eine Auswertung von elektronischen Krankenakten im Journal of the Endocrine Society (2017; doi: 10.1210/js.2017-00044) ergab jetzt, dass eine Adipositas das Erkrankungsrisiko vervierfacht.

Das Clinical Practice Research Datalink (CPRD) verfügt über eine der weltweit größten Datenbanken von Hausarztpatienten, zu denen in Großbritannien auch Kinder und Jugendliche gehören. Die Hausärzte geben neben der Diagnose der Erkrankungen zahlreiche Patienteneigenschaften in ihren Computer ein, darunter auch Größe und Gewicht der Patienten.

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Ali Abbasi vom King's College London hat die Daten von 369.362 Kindern und Jugendlichen analysiert, die die Hausärzte zwischen 1994 und 2013 behandelt hatten. Darunter waren auch 1.318 Patienten mit einem Typ 1-Diabetes, was nicht unge­wöhnlich ist, da die Autoimmunerkrankung typischerweise im Kindesalter beginnt. Bekannt ist auch, dass die Erkrankungszahlen am Typ 1-Diabetes zunehmen, ohne dass die Forschung dafür eine Erklärung hat. In England und Wales ist die Inzidenz in den 20 Jahren der Untersuchung von 38,2 auf 52,1 pro 100.000 Kinder gestiegen. 

Neu ist, dass immer mehr Kinder an einem Typ 2-Diabetes erkranken. Er gilt als Folge von Bewegungsmangel und einer jahrelangen Fehlernährung mit einem zu hohen Konsum von Kohlenhydraten, die als Fettgewebe gespeichert werden. Abbasi ermittelte 654 Neuerkrankungen an Typ 2-Diabetes, wobei die Inzidenz von 6,4 auf 33,2 pro 100.000 Kinder und Jahr gestiegen ist. Das entspricht einer Zunahme um mehr als 500 Prozent, für die es laut der weiteren Analyse eine leichte Erklärung gibt: In England und Wales sind (wie auch in anderen reicheren Ländern) immer mehr Kinder übergewichtig oder adipös. Jüngste Untersuchungen geben den Anteil bei den älteren Kindern und Jugendlichen derzeit mit 37 Prozent an. 

Auch die meisten Kinder, die an einem Typ 2-Diabetes erkranken, sind – im Gegensatz zu den häufig schlanken Patienten mit Typ 1-Diabetes – in der Regel übergewichtig. 47,1 Prozent von ihnen waren sogar adipös. Abbasi ermittelt für adipöse Kinder eine Odds Ratio von 3,75 für einen Typ 2-Diabetes, die mit einem 95-Prozent-Konfidenz­intervall von 3,07 bis 4,57 signifikant ist. Die Kinder erkranken anders als beim Typ 1-Diabetes nicht sofort nach Einwirkung der „Noxe“ am Typ 2-Diabetes. Dies zeigt sich daran, dass die Inzidenzrate im Alter von 11 bis 15 Jahren gegenüber dem Alter von unter fünf Jahren 2,3 (1,6-3,2) betrug. In der Altersgruppe der 16 bis 25-Jährigen betrug die Inzidenzrate bereits 4,33 (3,68-5,08). © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #724084
MPeuser
am Donnerstag, 7. September 2017, 13:39

Diabetes II bei Kindern

Es hält sich leider immer noch die falsche Vorstellung dass ein zuviel an Kohlehydraten und Fette die Hauptursache von Übergewicht in Zusammenhang von Diabetes II ist. Dabei ist schon seit Jahrzehnten bekannt, dass die Ursache im tierischen Eiweissspeicher zu suchen ist. Unsere heutige Ernährung ist nicht mehr artgerecht und wir verzehren zuviel an tierischem Eiweiss. Wir füllen ständig die tierischen Eiweissspeicher und leeren diese nicht mehr, so dass diese Speicher zwischen den Kapillaren und den Zellen im Interstitium sich verstopfen. Wenn dort z.B. nur 0,00000005 mg tierisches Eiweiss abgelagert sind, sind das bei 75 Billionen Speichern bereits 37,5 kg. Durch die Verstopfung kommt der Zucker nicht ausreichend zur Zelle und verbleibt im Blut und führt zur Verengung der 150.000 km Kapillaren. Unsere Vorfahren haben durch Jahrtausende jedes Jahr im Winter gehungert und dadurch den tierischen Eiweissspeicher geleert. Selbst die Fastenzeit in der katholischen Kirche half auch. Heute fastet keiner mehr, es wird nur noch gefüllt und gefüllt. Deshalb sollten die Betroffenen mit Übergewicht und Diabetes II mal eine 3-monatige Diät machen und dabei total auf 7 Produkte verzichten: Fleisch, Fisch, Käse, Wurst, Milch, Jogurt ud Eier. Man kann alles andere reichlich essen, man braucht nicht zu hungern. Das Übergewicht vermindert sich, die Zellen werden wieder besser mit Zucker versorgt, die Blutzuckerwerte sinken, der Kapillareninnendurchmesser normalisiert sich und man bekommt eine viel bessere Vitalität und zusätzlich den naturgegebenen pH-Wert vom Speichel und Urin, den alle Primaten in der Natur aufweisen und die gesünder sind als die Menschen in den Wohlstandsländern.
Michael Peuser
Staatspreisträger in Brasilien
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