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Medizin

Adipositas: Intervallfasten in klinischer Studie ohne Vorteile

Dienstag, 2. Mai 2017

dima_pics stock.adobe.com
Chicago – Eine neue Diätstrategie, die das Fasten auf jeden zweiten Tag beschränkt und den Patienten an den anderen Tagen keine Restriktionen auferlegt, hat sich in einer randomisierten klinischen Studie in JAMA Internal Medicine (2017; doi: 10.1001/jamainternmed.2017.0936) als nicht effektiver erwiesen als eine Kalorienrestriktion an allen Tagen. Die Abbruchrate war beim Intervallfasten sogar höher.

Periodisches Fasten ist derzeit sehr on vogue. Wenn die Medien richtig informiert sind, haben Stars wie Beyoncé und Benedict Cumberbatch die Methode für sich entdeckt und auch die Verlage für Ratgeberliteratur sind auf den Zug aufgesprungen. Die wissen­schaftliche Evidenz beruht jedoch – wie häufig bei Diäten zur Gewichtsreduktion – nur auf wenigen Studien mit einer kleinen Teilnehmerzahl und einer kurzen Laufzeit.

Eine Studie der Universität Chicago hat eine Variante der neuen Trend-Diät jetzt an überwiegend adipösen Erwachsenen getestet. Die hundert Teilnehmer der Studie wurden auf drei Gruppen verteilt. Die erste Gruppe wurde zu einem periodischen Fasten angehalten.

Die Teilnehmer sollten die Kalorienmenge an jedem zweiten Tag auf 25 Prozent des Grundbedarfs senken (es gab für sie nur ein kleines Mittagessen), an den Tagen dazwischen durften sie bis zu 125 Prozent der benötigten Kalorien aufnehmen. In einer zweiten Gruppe wurde die tägliche Energiezufuhr auf 75 Prozent gesenkt. Die dritte Gruppe nahm nicht an einer Diät teil.

Die Dauer der Diät war auf sechs Monate beschränkt. In den ersten drei Monaten erhielten die Teilnehmer das Essen gestellt. Danach erhielten sie eine Diätberatung. In einer zweiten Phase von sechs Monaten sollten die Teilnehmer versuchen, ihr Gewicht zu halten. Primärer Endpunkt war die Gewichtsabnahme.

Wie das Team um Krista Varady berichtet, waren beide Diäten gleich erfolgreich. Die Gewichtsabnahme der Probanden gegenüber der Kontrollgruppe betrug in den ersten sechs Monaten in beiden Gruppen 6,8 Prozent. Nach einem Jahr wogen die Teilnehmer des Intervallfastens noch 6,0 Prozent weniger als die Kontrollgruppe. Nach der konven­tionellen Restriktionsdiät waren es 5,3 Prozent weniger als in der Kontrollgruppe. Der Unterschied zwischen den beiden Diäten war nicht signifikant, ein Vorteil ist für Varady deshalb nicht zu erkennen.

Obwohl bei der Intervalldiät auf jeden Fastentag ein „Festtag“ folgte, war diese Diät für die Teilnehmer nicht unbedingt leichter. Im Gegenteil: Der Anteil der Aussteiger war mit 38 Prozent sogar höher als bei der täglichen Kalorienrestriktion, die 29 Prozent der Teilnehmer nicht bis zum Ende durchhielten. Varady befürchtet, dass die Gewichts­abnahme beim Intervallfasten weniger nachhaltig sein könnte als eine Kalorienrestriktion an allen Tagen. Was laut Varady jedoch nicht ausschließt, dass einige Menschen mit einer Intervalldiät gute Ergebnisse erzielen.

Für beide Gruppen hat sich die Diät (vorerst) positiv auf die Gesundheit ausgewirkt. Blutdruck, Herzfrequenz, Triglyzeride, Nüchternblutzucker- und -insulin, Insulinresistenz, C-reaktives Protein und Homocystein verbesserten sich gegenüber der Vergleichs­gruppe, wobei beide Diätvarianenten unterschiedliche Einflüsse auf die Cholesterinwerte hatten. Das „gesunde“ HDL-Cholesterin stieg nach sechs Monaten Intervall-Fasten stärker an als unter dem konventionellen Fasten, während der Abfall des „schlechten“ LDL-Cholesterins nach zwölf Monaten unter dem konventionellen Fasten ausgeprägter war.

Ob die beiden Diäten langfristig ein Erfolg waren, dürfte offen sein. In den meisten Studien nehmen die Patienten nach dem Ende der Betreuung wieder an Gewicht zu, was sich auch in der aktuellen Studie in einem Trend zur Gewichtszunahme in den zweiten sechs Monaten der Studie abzeichnete. © rme/aerzteblatt.de

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Alternativmed
am Mittwoch, 3. Mai 2017, 14:37

Omega-3-Fettsäuren sind ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung, aber...

Bekanntlich steigt der Gehalt toxischer fettlöslicher Umweltgifte in grundsätzlich gesunder Ernährung mit ausreichend Fisch, je länger die Nahrungskette und je verschmutzter unsere Meere sind. Lachs, Kabeljau, Seeteufel und größere Plattfische mögen in Maßen genossen sehr gesund und natürlich überaus wohlschmeckend sein, aber sie stehen eben nicht mehr am Anfang der Nahrungskette und können dementsprechend beträchtliche Mengen an Dioxinen, PCBs usw. enthalten. Gegen pflanzliche 0mega-3-Fettsäuren ist nichts einzuwenden, aber bekanntlich kann nicht jeder diese in die verwertbaren tierischen Formen umwandeln, zumindest wenn ein Mangel an bestimmten dafür benötigten Enzymen besteht. In allem Übrigen stimme ich Dr. Schaetzler voll zu.
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Dienstag, 2. Mai 2017, 23:01

"Dumpfbackene" Ernährungsempfehlungen?

Es reicht schon, wenn selbsternannte "Fettaugenzähler", reihenweise eingefleischte, Gemüse-entwurzelnde und -tötende Veganer, inkonsequente Ovo-Lakto-Pesco-Vegetarier, Paläo-Romantisierer oder schlichtweg Weißbier, Weißwürste und Eisbein mit Sauerkraut Essende bzw. "Veggi-Day"-Fordernde uns mit ihren selbst gebrutzelten Ernährungs-Ratschlägen tierisch nerven!

Auch Periodisches Fasten soll derzeit sehr on vogue sein. Was aber die Medien dabei über Stars wie Beyoncé und Benedict Cumberbatch [auf Deutsch: "gesegneter, behindernder Stapel"] berichten wollen, die diese Methode für sich entdeckt zu haben glauben, ist fernab von jeglicher wissen­schaftlicher Evidenz und gesicherter Wiederholbarkeit. Denn auch und gerade bei dieser Form von "Krawalldiät" gibt es allseits bekannte "JOJO"-Effekte!

Noch verrückter ist die KFZ-Diät: Das "K" steht für Kohlenhydrate, "F" für Fette und "Z" für Zwischenmahlzeiten und ähnelt der historisch früheren Diabetiker-Mästung mit 3 Haupt- und 2 Zwischenmahlzeiten. Frühstück und Mittagessen sollen fettarm, aber kohlenhydratreich sein; das Abendessen dagegen kohlenhydratarm. Zwischenmahlzeiten sollen angeblich Heißhungerattacken verhindern, erhöhen damit aber bereits den Input.

Diese Idee von Professor Olaf Adam, Ernährungsmediziner im Physiologikum der LMU München
http://www.aerztezeitung.de/kongresse/kongresse2017/mannheim2017_dgim/article/934781/gewichtsreduktion-kfz-diaet-erleichtert-abnehmen-genuss.html
ist zwischen "low fat" und "low carb" populistische Irreführung! Denn es kommt nicht darauf an, w i e v i e l Fette gegessen werden, sondern w e l c h e Arten bzw. Qualitäten von Fetten/Ölen durchaus großzügig täglich verkonsumiert werden können: Natives Oliven-, Walnuss-, Raps- und Leinöl mit aufsteigendem Gehalt an Omega-3-Fettsäuren (Omega-3-PUFA), a-Linolensäure (ALA) aus Pflanzen und Eicosapentaensäure (EPA) bzw. Docosahexaensäure (DHA) aus Fischöl.

Spätestens seit der PREDIMED-Studie kann man davon ausgehen, dass sich das Herz-Kreislauf-Risiko und Übergewicht mit einer an Olivenöl und Nüssen reichen Mittelmeer-Diät senken lassen (NEJM 2013; 368: 1279).
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/article/889453/handvoll-tag-nuesse-knabbert-lebt-laenger.html
und
http://m.aerzteblatt.de/news/68057.htm

Low-Fat kann sich also nur auf gefährliche Ernährungs-Varianten mit zu vielen, mehrfach ungesättigten, meist tierischen Fetten beziehen, von denen mit fetten Fleisch- und Wurstwaren, speziell bei unsachgemäßem Grillen im Bevölkerungsdurchschnitt erheblich und im Übermaß gegessen bzw. "gefressen" werden.

Fetter Fisch wie Makrele, Nord-See- und -Pazifik-Lachs, aber auch Kabeljau, Seelachs, Hering, Rotbarsch, Seeteufel und Plattfische sind wegen hohem Omega-3-PUFA Gehalt bei KHK-RISIKO vorteilhafter und konterkarieren die undifferenzierte "low-fat"-Empfehlung endgültig.

Das sogenannte Intervallfasten beruht auf der irrigen Annahme, daß mit "Taschenspielertricks" zusätzliches Essen einfach nur tageweise verschoben wird, ohne die für das Abnehmen notwendige n e g a t i v e Energiebilanz zu schaffen. Was für eine "Milchmädchenrechnung"! Da kommen eben nur "Dumpfbacken" mit.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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