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Medizin

USA: Midostaurin zur Behandlung von AML und systemischer Mastozytose zugelassen

Mittwoch, 3. Mai 2017

Silver Spring – Die US-Arzneibehörde FDA hat den Kinase-Inhibitor Midostaurin zur Behandlung der akuten myeloischen Leukämie (AML) zugelassen. Der Einsatz ist auf Erwachsene beschränkt, bei denen das Gen FLT3 mutiert ist und die eine Chemo­therapie erhalten sollen. Eine zweite Indikation ist die systemische Mastozytose.

Midostaurin, eine Derivat von Staurosporin, einem Alkaloid des Bakteriums Streptomyces staurosporeus, ist ein oral verfügbarer Kinase-Hemmer, der unter anderem die Weiterleitung von Signalen der Wachstumsfaktor-Rezeptoren FLT3 und KIT blockiert. Eine mutierte Variante von FLT3 ist bei etwa einem Drittel aller Patienten mit AML ein wichtiger Antreiber der Zellproliferation.

Etwa 90 Prozent aller Patienten mit systemischer Mastozytose haben eine Mutation im KIT-Gen, die die Vermehrung der Mastzellen fördert. Midostaurin kann diese Wachstumsimpulse blockieren, was in klinischen Studien die Prognose der betroffenen Patienten verbessert hat.

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Für die AML wurde dies in der RATIFY-Allianz-Studie gezeigt. An der randomisierten kontrollierten Studie hatten 717 nicht vorbehandelte Patienten mit AML teilgenommen, in deren Tumorzellen Mutationen im FLT3-Gen nachgewiesen worden waren. Für die Patienten war eine Induktionschemotherapie aus Daunorubicin plus Cytarabin vorge­sehen, bei kompletter Remission sollte eine Konsolidierung mit Cytarabin erfolgen. Die Kombination mit Midostaurin verlängerte das Gesamtüberleben von 25,6 Monaten in der Placebo-Gruppe auf 74,7 Monate – ein Unterschied von mehr als vier Jahren.

Auch das ereignisfreie Überleben wurde von 3,0 auf 8 Monate verlängert. Die Unter­schiede waren signifikant und sie bestanden auch nach Berücksichtigung einer allogenen Stammzelltransplantation, die einige Patienten erhielten und die für sich genommen die Überlebenszeiten verlängert.

Auch in einer offenen klinischen Studie zur sytemischen Mastozytose hat die Wirkung von Midostaurin die FDA überzeugt. An der Studie hatten 116 Patienten teilgenommen, insgesamt 98 wiesen die Mutation KIT-D816V auf, die die Proliferation der Zellen vorantreibt. Unter der Behandlung mit Midostaurin lebten die Patienten median noch 28,7 Monate, davon 14,1 Monate ohne Tumorprogression. Dies könnte eine Verbesserung gegenüber den bisherigen Therapien sein, unter der Patienten noch zwischen sechs Monaten und 3,5 Jahren leben. Obwohl solche „historischen“ Kontrollen immer mit einem Unsicherheitsfaktor verbunden sind, hat die FDA jetzt einer Zulassung in dieser eher seltenen Indikation zugestimmt.

Die häufigsten Nebenwirkungen von Midostaurin sind eine Neutropenie mit Fieber, Übelkeit, Schleimhautentzündungen, Erbrechen, Kopfschmerzen, Petechien, Schmerzen im Bewegungsapparat, Nasenbluten, gerätebedingte Infektionen, hohe Blutzuckerwerte sowie Infektionen der oberen Atemwege.

Der Hersteller hat auch bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA die Zulassung in den beiden Indikationen beantragt. Eine Entscheidung steht jedoch noch aus. © rme/aerzteblatt.de

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