Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Streit in Italien um Impfungen nach Rekordzuwachs an Masernfällen

Freitag, 5. Mai 2017

Rom – Eine neue Rekordzahl an Masernerkrankungen hat in Italien zu einem Schlag­ab­tausch über Impfungen geführt. In den ersten vier Monaten registrierten die italienischen Gesundheitsbehörden 1.920 Erkrankungen, sechsmal so viele wie im Vorjahres­zeit­raum, wie aus einem heute veröffentlichten Bericht hervorgeht. Auch in Deutschland gab es bis Ende April bereits mehr Fälle als 2016 im gesamten Jahr.

Die linkspopulistische Fünf-Sterne-Bewegung von Beppe Grillo wehrte sich heute gegen einen Artikel der US-Zeitung New York Times, eine Anti-Impfkampagne zu führen. Die größte Oppositionspartei Italiens plädierte in ihrem Blog aber dafür, Impfungen zu em­pfehlen anstatt sie vorzuschreiben.

88 Prozent der Masernerkrankten seien nicht geimpft gewesen, hieß es in dem gemein­samen Bulletin des Gesundheitsministeriums und des Nationalen Gesundheitsamtes. 73 Prozent der mit der Kinderkrankheit Infizierten waren 15 Jahre oder älter. Diese Zahlen seien „wirklich besorgniserregend“, sagte Italiens Gesundheitsministerin Beatrice Loren­zin der Nachrichtenagentur Ansa. Sie kritisierte offenbar in Anspielung auf die Fünf-Ster­ne-Bewegung, auch Politiker hätten mit Desinformationen über Impfungen dazu beige­tra­gen, dass sich einige Menschen nicht impfen ließen.

Die New York Times hatte am Dienstag unter dem Titel „Populismus, Politik und Masern“ einen Leitartikel veröffentlicht. Die Fünf-Sterne-Bewegung distanzierte sich in ihrem Blog am Donnerstag von Darstellungen, eine Impfung könne zu Autismus führen.

Die Masernzahlen schwanken von Jahr zu Jahr stark. So gab es in Deutschland im ver­gangenen Jahr 325 Fälle und 2015 knapp 2.500 Fälle. 2004 waren es 123 Fälle und 2001 über 6.000. © dpa/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

23.05.17
Bundesgerichtshof: Schutzimpfungen haben „erhebliche Bedeutung“
Karlsruhe – Der Bundesgerichtshof (BGH) hält die üblichen Schutzimpfungen für Kinder für medizinisch angebracht. Streiten sorgeberechtigte Eltern über Impfungen für ihre Kinder, müssen......
23.05.17
Essen – Eine 37 Jahre alte Frau ist in Essen an Masern gestorben. Sie sei am vergangenen Wochenende trotz einer intensivmedizinischen Behandlung in der Uniklinik „ziemlich schnell verstorben“, sagte......
22.05.17
Berlin – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) nach vier Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit im Mai 2017 als „WHO-Kooperationszentrum für die Standardisierung und......
22.05.17
Scheidende WHO-Chefin greift Impfverweigerer an
Genf – Die scheidende Chefin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Impfverweigerer in Europa und den USA scharf kritisiert. „Die jüngsten Masernausbrüche hätten nie passieren dürfen“, sagte......
21.05.17
Italien führt Pflichtimpfungen für Kinder ein
Rom - Die italienische Regierung hat ein Gesetz über Pflichtimpfungen für Kinder erlassen. Wie Ministerpräsident Paolo Gentiloni gestern erklärte, gilt die Impfpflicht für insgesamt zwölf Krankheiten,......
17.05.17
Berlin – Zur Verhinderung von Epidemien wie dem Ebola-Ausbruch in Westafrika im Jahr 2015 stehen derzeit rund 540 Millionen Euro für ein Koordinierungsprojekt zur Erforschung von Impfstoffen zur......
12.05.17
Dresden – Angesichts einer steigenden Zahl von Masernfällen in Sachsen mahnt Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) zu einem verstärkten Impfschutz. „Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit“,......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige