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Politik

Gröhe sichert Hebammen weiter Unterstützung zu

Freitag, 5. Mai 2017

Hebammen demonstrieren am 5. Mai in Berlin
Hebammen demonstrieren am 5. Mai in Berlin vor dem GKV-Spitzenverband für bessere Rahmenbedingungen. /Gießelmann

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) hat den Hebammen weiter­hin seine Unterstützung zugesichert. Hebammen leisteten einen unverzichtbaren Beitrag für die Ver­sorgung von Schwangeren, Müttern und Familien, sagte der Minister anläss­lich des Internationalen Hebammentages. „Das muss auch in Zukunft so bleiben, dafür kämpfe ich“, betonte er. Auf kon­kre­te neue Vorhaben wies Gröhe nicht hin. Er rief aber die bereits von der Bundesregierung eingeleiteten Hilfestellungen in Erinnerung. „Mit dem Sicherstellungszuschlag, Verbesserungen bei der Vergütung und der Haftpflichtver­siche­rung haben wir wichtige Schritte unternommen, um die wertvolle Arbeit der He­bam­men dauerhaft zu unterstützen“, erklärte Gröhe.

Seit Jahren bereiten freiberuflichen Hebammen, die in der Geburtshilfe tätig sind, die steigenden Haftpflichtprämien massive Probleme. Viele haben deshalb nach Angaben des Deutschen Hebammenverbandes (DHV) der Geburtshilfe bereits den Rücken ge­kehrt und betreuen Mütter nur noch vor und nach der Geburt. Heute demonstrierten Hebammen des DHV in Berlin vor dem GKV-Spitzenverband. Sie forderten unter ande­rem eine verbesserte Arbeitssituation und bezahlbare Haftpflichtprämien.

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Mehr Hebammen notwendig

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt mahnte heute ebenfalls eine „angeme­sse­ne Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen“ für Hebammen an. „Es kann nicht sein, dass Hebammen drei oder mehr Frauen während der Geburt gleichzeitig betreuen müss­en“, kritisierte Göring-Eckardt in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die Zahl der Geburts­helfe­rinnen in Kreißsälen müsse dringend gesteigert werden.

Gerade in Großstädten und Ballungsräumen gebe es häufig nicht genug Geburtshelfe­rinnen, sagte Göring-Eckardt. Für Hebammen, die in unterversorgten Regionen arbeiten, verlangte sie einen Sicherstellungszuschlag. Zum Internationalen Hebammen­tag wollten Hebammen heute in zahlreichen Städten Deutschlands, darunter in Chemnitz, Erfurt und Düsseldorf, mit Veranstaltungen auf ihren Berufsstand und die aktuellen Probleme aufmerksam machen.

Bereits gestern hatte der Deutsche Hebammenverband darauf verwiesen, dass die Teil­zeitquote bei Hebammen in Krankenhäusern seit Jahren zunehme und viele Kliniken mitt­lerweile keine Geburtshelferinnen mehr fänden. Zudem warnte der Berufsverband die Krankenkassen vor Einschnitten bei der Vergütung der Beleghebammen, die Schwange­re individuell in die Kliniken begleiten.

Geburtshilfe großes Thema in Bayern

Mit der Geburtshilfe-Versorgung in Bayern befassen sich am nächsten Dienstag erst­mals alle beteiligten Verbände und Institutionen gemeinsam. „Mein Ziel ist, weiter ein ausrei­chen­des geburtshilfliches Angebot in Bayern aufrechtzuerhalten“, sagte Gesund­heits­mi­nisterin Melanie Huml (CSU). Huml holt deshalb Vertreter des Bayerischen Hebammen Landesverbandes, der Lan­des­ärz­te­kam­mer, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Krankenhausgesellschaft, der Arbeitsgemeinschaft der Kranken­kassenverbände sowie des Landkreis-, des Bezirke-, des Städte- und des Gemeinde­tages an einen Tisch.

Die Schließung von Krankenhausabteilungen hatte zuletzt für öffentliche Debatten und eine Verunsicherung von Schwangeren gesorgt. „Derzeit kann bei uns jede werdende Mutter in zumutbarer Zeit eine Geburtsklinik erreichen“, sagte Huml. Aber es müssten heute schon die Weichen für die zukünftige Versorgungsstruktur gestellt werden. Derzeit stehe die Geburtshilfe an 107 zugelassenen Krankenhäusern zur Verfügung. Eine be­son­dere Herausforderung liege darin, ausreichend Personal für Geburtshilfeeinrich­tun­gen zu gewinnen – das gelte für Hebammen, aber zunehmend auch für Belegärzte.

In Bayern sei der Anteil von Beleghebammen und -ärzten in der Geburtshilfe vergleichs­weise hoch. Um genaue Daten zur Hebammenversorgung zu bekommen, gab sie eine Studie in Auftrag. Laut Deutschem Hebammenverband betreut eine Hebamme pro Jahr rund 100 Geburten; in Großbritannien und Norwegen seien es nur rund 30. Dem Ver­band zufolge laufen in deutschen Kreißsälen oft drei bis vier Geburten gleichzeitig – mit nur einer Hebamme. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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