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Politik

AOK-Institut kritisiert Verordnungsraten von Fluorchinolonen

Freitag, 5. Mai 2017

/Grycaj, stock.adobe.com

Berlin – Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone wurden im Jahr 2015 in Deutsch­land bezogen auf alle Antibiotikaverordnungen mit knapp 5,9 Millionen verordneten Arz­neimittelpackungen am vierthäufigsten verordnet. Das berichtet das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO). „Angesichts der möglichen schwerwiegenden und langandau­ern­den Nebenwirkungen wie Sehnenrissen, psychischen Störungen wie Depressionen und Angstzuständen, sollten diese Reserveantibiotika nur nach gründlicher Nutzen-Ri­siko-Abwägung durch den Arzt eingesetzt werden“, mahnte der stellvertretende WIdO-Ge­schäftsführer Helmut Schröder.

Nach einer Hochrechnung des WIdO auf der Grundlage der AOK-Versicher­ten haben 2015 mehr als vier Millionen GKV-Versicherte und damit sechs Prozent der mehr als 70 Millionen GKV-Versicherten diese Antibiotika erhalten. Führend bei diesen Wirkstoffen ist Ciprofloxacin mit fast 63 Prozent der Verordnungen. Fluorchinolone sind hochwirksame synthetische Antibiotika, die ein breites Wirkspektrum besitzen und insbesondere bei schwerwiegenden bakteriellen Infektionen zum Einsatz kommen. Sie stehen im Verdacht, kollagenreiche Strukturen schädigen zu können. Dies ist seit Langem bekannt und wird entsprechend in den Produktinformationen aufgeführt.

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Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat im Februar diesen Jahres ein euro­päi­sches Risikobewertungsverfahren für Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone und Chinolone angestoßen. Es soll bei der Bewertung schwerwiegender Nebenwirkungen und Umsetzung eventueller Indikationseinschränkungen helfen. „Ins­ge­­samt befinden sich derzeit nur fünf weitere unterschiedliche Arzneimittel beziehungs­weise Arzneimittelgruppen in einem derartigen Überprüfungsverfahren durch die EMA – bei den rund 2.500 im Einsatz befindlichen Wirkstoffen und Wirkstoffkombinationen eine ver­gleichs­weise geringe Zahl“, informiert das WIdO.

Das Ausmaß der Verordnungen lasse aber darauf schließen, dass Fluorchinolone nicht ausschließlich bei schwerwiegenden und lebensbedrohlichen Erkrankungen zum Einsatz kämen. „Dabei wäre es vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Resistenzentwick­lung sinnvoller, die Fluorchinolone als Reservesubstanzen zurückhaltend einzusetzen. Bei vie­len Indikationen sollte den älteren und langjährig erprobten, aber dennoch gut wirksa­men Substanzen der Vorzug gegeben werden“, hieß es aus dem Institut. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #753846
Die Neugier
am Freitag, 12. Oktober 2018, 20:39

Bildung ist das F und O

2012 hat mir meine Hausärztin wegen nasalen Sprechens (tolle Indikaton nicht?) Cipro verordnet. Leider war ich damals noch nicht so gebildet und kritisch wie heute, sonst wäre ich wahrscheinlich aus dem Behandlungszimmer gegangen ohne jemals wiederzukommen. Ich habe ganz brav nach Verordnung die Packung geleert und dann irgendwann nachts- könnte die fünfte oder die letzte Tablette gewesen sein, ich weiß es nicht mehr, da schliefen mir dann beide Beine ein und ich hatte den schönsten Nachtschweiß den man sich nur vorstellen kann. Naja, die heftigen Blähungen will ich hier mal nicht verschweigen, aber das mit den Beinen fand ich schon extrem gruselig. Damals hatte ich Cipro nicht in Betracht gezogen. Heut leide ich an diversen Unverträglichkeiten und bin chronisch müde. Vor allem ignorante Ärzte vertrag ich nicht mehr ;9 höhö
Avatar #748224
Typenu
am Mittwoch, 23. Mai 2018, 11:48

Nachhilfe bzgl. Mitochondriopathie

Offensichtlich haben hier einige in Chemie nicht aufgepasst. Daher nun etwas Nachhilfe bzgl. der Wirkungsweise von Fluorchinolonen.

FC's sind sog. Gyrasehemmer, ihr Wirkmechanismus basiert auf der Hemmung der bakteriellen Gyrase, diese wird von dem Bakterium benötigt um bei der Vermehrung seine DNA zu teilen. Die Gyrase wird von Magnesium-Kationen moderiert. FC's chelatieren (chemisch binden) Magnesium und hemmen somit die Gyrase. Die bakterielle DNA zerbricht und das Bakterium stirbt, sie gehören somit zu den bakteriziden Antibiotika welche Bakterien aktiv zerstören, eine andere Klasse sind die bakteriostatischen Antibiotika, welche lediglich die Vermehrung von Bakterien hemmen.

Warum kommt es also beim Menschen zu massiven Nebenwirkungen? Offensichtlich haben die Erfinder der FC's nicht an die Mitochondrien gedacht, welche in der Evolution als Bakterien in Zellen einwanderten und sich bzgl. Teilung und Vermehrung ähnlich verhalten. Das Pendant zur Gyrase ist hier die sog. Topoisomerase, welche ebenfalls von Magnesium-Kationen moderiert wird.

Die meisten anderen Antibiotika kommen schlecht in die menschlichen Zellen hinein und erreichen daher die Mitochondrien nicht direkt. Darum hat man bei den FC's ein Fluoratom eingesetzt um die Gewebegängigkeit zu fördern, es kommt somit in jede Körperzelle hinein und überwindet auch die Blut-Hirn-Schranke.

FC's erreichen somit alle Mitochondrien und hemmen deren Topoisomerase, was deren mitochondriale DNA (mDNA), je nach Schweregrad, zerstört, beschädigt und mutiert. Dadurch entstehen massenhaft schwache Mitochondrien die wegen ihrer energetischen Ineffizienz vermehrt freie Sauerstoffradikale emittieren welche körpereigene Antioxidantien (z.B. das Protein Glutathion) aufbrauchen. Sobald dem Körper die Antioxidantien ausgehen entsteht oxidativer Stress, die freien Radikale beschädigen nun andere Mitochondrien und Körperzellen, was wiederum den oxidativen Stress erhöht, ein Teufelskreis mit beschleunigter Zellalterung entsteht bei dem massig Körperzellen sterben. Gewichtsverluste von 5-20 kg sind daher in den ersten Monaten bei Betroffenen keine Seltenheit.

FC's als Chemikalie treffen keine Entscheidungen, sie reagieren strikt nach den Gesetzen der Chemie. Wie kommt es also, dass scheinbar manche Menschen FQ's angeblich vertragen und andere nicht?

Die Antwort lautet, niemand verträgt FC's, sie richten in jedem Menschen mitochondriale Schäden an, lediglich das Ausmaß an Schäden ist von ein paar Faktoren abhängig, wie Mineralhaushalt (insbesondere Magnesium), Vorschäden, FQ-Dosis, Alter. Deswegen vertragen die meisten auch ein paar FQ-Therapien bevor das Maß voll ist und die mitochondrialen Schäden einen Schwellwert erreichen an dem Symptome auftreten. Die oft genannte Zahl, dass die schweren Nebenwirkungen 1:10.000 betragen ist somit chemisch nicht haltbar, Fakt ist, dass wenn der Patient unter Magnesiummangel (heute rund 10-20% der Menschen) leidet er schwere Nebenwirkungen erfahren wird. Es mag sein, dass die FC's vor 20 Jahren relativ sicher waren, aber da sich der Magnesiummangel häuft, häufen sich auch die schweren Nebenwirkungen.


Ich hoffe ich konnte die Vertreter der Ärzteschaft etwas erleuchten.
Avatar #738452
Geschädigte
am Donnerstag, 4. Januar 2018, 19:44

Antibiothika

Vor ca. 2-3 Jahren erhielt ich wegen Schluckbeschwerden (vermutlich) ciprofloxacin.
Meine darauf folgenden Beschwerden habe ich nicht mit der Einnahme dieses Medikaments in Zusammenhang gebracht. Ich konnte wegen Schmerzen kaum die Treppe herunter gehen. Habe diese Schmerzen auf schlechte Gummistiefel zurück geführt. Panik- und Angstzustände haben mich sehr beunruhigt. Hoher Blutdruck (sonst immer eher zu niedrig) kam hinzu. Die selbe Ärztin gab mir daraufhin eine Broschüre über psychische Erkrankungen.
Habe immer noch Beschwerden. Vertrage mittlerweile überhaupt keinen Alkohol mehr. Vermutlich Leber nicht mehr fit. Taubheitsgefühle im Gesicht, Kribbeln in den Daumenballen. Friere sehr oft, auch wenn 23 Grad. Zehen wie abgestorben.
Da wundern bzw. ärgern sich Ärzte, dass Patienten alles über Krankheiten lieber vorher googlen als seinem Arzt zu vertrauen. Gehen Sie mal mit diesen Symptomen zum Arzt.... Hilfe kann man nicht erwarten.... keine Zeit.... oder man wird als Hypochonder abgestempelt.
Avatar #738440
ciprofloxacin
am Donnerstag, 4. Januar 2018, 14:44

ciprofloxacin

Hallo Ihr Lieben,

es geht um meine Mutter (Jetzt 69 Jahre alt) hatte damals 2013 eine Blasen OP in dem Frankfurter Elisabethen Krankenhaus. Sie hat danach aus dem OP, Kolibakterien Millionenfach in der Blase und Listerien im Darm, sehr hohes Fieber und Intravenös Ciprofloxacin verabreicht bekommen und das 7 Tage lang. Direkt am 8 Tag der Entlassung hat meine Mutter schmerzen an der Achillessehne beidseitig und die Beine waren Wackelig, sie fühlte sich unsicher beim gehen. Es wurde immer schlimmer, Sie ist von einem Arzt zum anderen "Gekrochen" und KEINER konnte Ihr sagen was los sei.
Der Haus Arzt sagte immer es sei Rheuma, daraufhin war Sie in der Endokrinologie, die Ärzte haben einen Gen-Test gemacht. Es ist kein Rheuma.

Orthopäde, Neurologe können Ihr nicht helfen.

meine Mutter hatte Mitte 2017 eine Blasenentzündung und ging zum Hausarzt.
Der Verschrieb ihr wieder ein Antibiotika namens "Ciprofloxacin" über 10 Tage.

Die Blasenentzündung ging nicht weg und deshalb hat meine Mutter eine Urologin aufgesucht. Als meine Mutter mit Rollator in die Praxis kam, fragte die Ärztin weshalb meine Mutter denn so schlecht laufen würde.
Meine Mutter erzählte ihr alles.
Die Ärztin sagte daraufhin "Ich weiß was Sie haben und das es mehrere Tausend Menschen haben"
Sie sagte außerdem das es 2016 ein Skandal gab, und das alle Medien darüber berichtet hätten!
Sie sagte meiner Mutter noch das alle mittel mit "Flo-axin" Schäden verursachen und das Nachhaltig und nicht heilbar.
Meine Mutter wollte eine Schriftliche Aussage von der Ärztin haben, hat dann extra als Zeuge Ihren Mann mit in das Ärzte Zimmer reingerufen.
Daraufhin ist die Ärztin gar nicht mehr darauf eingegangen, war sehr Sauer das ein Zeuge nun mit dabei ist und das man da jetzt nichts mehr machen kann und keiner Schuld dran hätte.

Wer von den Ciprofloxacin geschädigten hat an die Ärztekammer geschrieben, oder hat einen Anwalt eingeschaltet. Damit dieses Mittel vom Markt genommen wird???

Wer hat Kontakte zu:
Gutachtern
Juristen
Ärzten
Richtern
Usw.

Weil wir werden DAS Publik machen und dagegen vorgehen.
Deshalb habe ich für jeden der sich uns anschließen will, eine Email Adresse eröffnet:
Ciprofloxacin@gmx.de

Bitte tun Sie sich und Ihren Familien den gefallen, klären Sie ihre Familie auf was und wie schädigend Antibiotika sein können.

Externe Links:
https://www.youtube.com/watch?v=iBCbMU58cag (Youtube Video - Kontraste Sendung ,Ciprofloxacin ,Fluorchinolone , Nebenwirkungen)

https://www.youtube.com/watch?v=4htFZcIh-g8 (Youtube Video - WDR Fluorchinolone 02 03 2017)

Schreiben Sie uns an die Email Adresse:
Ciprofloxacin@gmx.de

Liebe grüße
Fabian
Avatar #728705
b.ahlert
am Mittwoch, 21. Juni 2017, 20:57

Hochmut kommt vor dem Fall

Werte Herren Schätzler, EEBO und doc.nemo,

zu Ihrer Information: kritische Kollegen wiesen schon früh darauf hin, dass Fluorchinolone nach Art, Schweregrad UND HÄUFIGKEIT unter allen marktgängigen Antibiotika die bedrohlichsten UAW haben.
https://www.arznei-telegramm.de/html/1990_12/9012102_01.html

Auch weniger kritische Kollegen attestieren Fluorchinolonen ein "erhebliches Toxizitätspotential".
(Stille, W, Brodt, HR, Antibiotika-Therapie. Klinik und Praxis der antiinfektiösen Behandlung. Stuttgart 2013, S. 130.)

Fachautoren konzedieren, dass Fluorchinolon-assoziierte Schädigungen der Skelettmuskulatur "wahrscheinlich unterschätzt und lückenhaft dokumentiert" werden.
https://www.researchgate.net/publication/49848217_Musculoskeletal_Complications_of_Fluoroquinolones_Guidelines_and_Precautions_for_Usage_in_the_Athletic_Population

Das gilt übrigens auch für Fluorchinolon-assoziierte Suizidfälle.
http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/Bekanntgaben/Archiv/2004/20040528.html

Laut älteren postklinischen Erhebungen war jeder 164. Patient unter Ciprofloxacin von "schweren" UAW betroffen. Jeder 10. Patient hatte mithin tolerable UAW.
(Schacht et al., Worldwide Clinical Data on Efficacy and Safety of Ciprofloxacin. Infection. 1988;16 Suppl 1:S29-43.)

Laut jüngeren präklinischen Studien war jeder vierte Patient unter Moxifloxacin von UAW betroffen.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4053061/

Einer Ihrer Kollegen erlitt nach einer Einzeldosis Ciprofloxacin notfallpflichtige Myalgien.
https://www.researchgate.net/publication/24196595_Ciprofloxacin-related_acute_severe_myalgia_necessitating_emergency_care_treatment_A_case_report_and_review_of_the_literature

Eine Ihrer Kolleginen erlitt nach einer Standardration Ciprofloxacin OP-pflichtige Achillessehnenrupturen.
https://www.researchgate.net/publication/257669091_Chinolon-induzierte_Achillessehnenruptur_-_zwei_Fallbeispiele

Andere Kollegen sprechen sich mittlerweile explizit gegen Fluorchinolonverordnungen aus. Da geht’s nicht nur um Resistenzen.
http://www.jamda.com/article/S1525-8610(16)30640-5/abstract

Übrigens wirken Fluorchinolone schon im Einzeldosisbereich klastogen. Ich wünsche insbesondere Ihnen, doc.nemo, viel Glück. Sie werden es brauchen...
Avatar #728609
FluorchinoloneGesch
am Mittwoch, 21. Juni 2017, 14:23

Häufigkeit der Nebenwirkungen

Nachdem hier über die Häufiggkeit spekuliert wird, möchte ich als Referenz die Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft nehmen. Hier werden Sehenenschäden bei Ciprofloxacin z.B. mit 1:227 angegeben (Oflocaxin sogar 1:104). Bei den im Artikel genannten 5,9 Millionen Packungen 2015 kann man also deutschlandweit mit bis zu 25000 von Sehnenbeschwerden Betroffenen alleine im Jahr 2015 rechnen. Dass im Beipackzettel Sehnenbeschwerden mit 1:10.000 angegeben sind ist mir schleierhaft. Selbst mein Urologe sprach davon, dass in etwa jeder 100te seiner Patienten Beschwerden hatte durch Fluorchinolone.

http://www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/AVP/Ausgaben/Langfassungen/Fluorchinolone.pdf
Avatar #728694
SGerry
am Mittwoch, 21. Juni 2017, 13:52

An doc.nemo (bitte sachlich interpretieren, nicht als Angriff)

Ich fühle mich zwar nicht angesprochen, weil ich hoffe, meinen letzten Text sachlich formuliert zu haben, aber
Ihr Vergleich hinkt in meinen Augen, auch ohne Cipro, und auch wenn Sie nur ein Extrem[gegen]beispiel geben wollten:

Denn, 1) wird von unserer Seite aus nicht behauptet, dass bei jedem die Nebenwirkungen auftreten, (wohl aber sicher bei mehr als man annimmt)
2) Sind punktuelle Fälle wo keine, oder auch scheinbar keine, NW auftreten nicht Statistikgefährdent.
3) Wird nicht pauschal verdammt (hoffe ich). Würden Sie aber Schädigungen davongetragen haben, z.B. Sehnenrisse oder Neuropathien, würden Sie dann auch sagen "Ach, hab ich halt Pech gehabt, das ist nicht schlimm. Hauptsache meine Blasenentzündung ist weg"? Ich glaube eher nicht.
Ich von meiner Seite muss sagen, dass ich durchaus mehrere Ärzte traf, welche sehr vorsichtig bei Fluorchinolonen sind, die Studien dazu sogar vertieft haben. Bei mir war es genau einer, der sehr unvorsichtig war. Und ich hab eben heftig reagiert.
Es wird lediglich kritisiert (zumindest ich), dass die Tatsache, dass viele Leute tatsächlich, nachweislich, und in ärztlichen Studien belegt, Langzeitschäden davontragen, und dies oft als "nicht möglich" von desinteressierten Ärzten abgetan wird. Das hilft den betroffenen nicht weiter. Wir betroffene machen a) kein Geld durch die Schädigungen, b) kein Ruhm, sondern c) werden einegschränkt, verlieren Geld und Hoffnungen und verlieren Effektivität in Familie und Arbeit, haben starke Schmerzen (ich seit 10 Monaten), Lähmungen, und viele tragen psychische Probleme (welche sich mit Angst vor ewiger Krankheit unbewusst aufschaukeln und auch Schmerzen psychisch begünstigen kann). Klar, es trifft im Vergleich wenig Leute (vermutlich hat das mit dem Magnesiumhaushalt zu tun [Studie an Tierversuche]), aber man sollte sich als (betroffener) Arzt mal an sein Herz fassen und sagen "Ja, das sind tatsächlich Nebenwirkungen der Fluorchinolone, die sind selten, kommen aber vor. Mir tut es aufrichtig leid, ich kann hierfür z.B. ein Gutachten erstellen, damit Sie besser medizinisch behandelt werden können". Es passiert aber die Block-Strategie: "Waaaaas, das habe ich ja noch nieeeee gehört. Nehmen Sie einfach irgendwelche Schmerzmittel", was in meinen Augen, eine "Schutz-Reaktion" ist. (Anmerkung: Diese Aussage habe ich tatsächlich hören müssen). Es KANN durch mysteriöse Umstände auch bei vielen einfach Zufall sein, dass bei 1000 Leuten die Cipro geschluckt haben plötzlich inflammatöse Läsionen und Rupturen aufgetreten sind. Es ist aber sehr selten. (MMN mit IAS bei ca 1/100000, kurz nach Cipro noch viel seltener)
Avatar #88255
doc.nemo
am Mittwoch, 21. Juni 2017, 13:17

An alle (mutmaßlich) Fluorchinolon-Geschädigte,

die Dr. Schätzler und EEBO frei jeglicher Fachlichkeit (und Höflichkeit) kritisieren und "Beweise" auf anekdotischer Basis liefern: das kann ich auch! Ich habe schon mehrfach Fluorchinolone bei verschiedenen Indikationen erhalten (bzw. mir selbst verordnet) und habe - NICHTS gespürt! Keine einzige Nebenwirkung. Was nun? Hatte ich einfach nur Glück gehabt? Bin ich der Beweis für die Unschädlichkeit von FN oder einfach nur so skrupellos, dass ich noch nicht einmal Nebenwirkungen bekomme? So tragisch Ihre persönlichen Schicksale auch sind, es gibt keinen Grund, Ärzte (und die pöse Pharmaindustrie sowieso) dafür pauschal zu verdammen.
Avatar #728609
FluorchinoloneGesch
am Mittwoch, 21. Juni 2017, 11:40

An EEBO

Nachdem Sie immerhin Kenntnis von Sehnenschäden durch Fluorchinolone haben würde mich interessieren ob Sie jeden Ihrer Patienten zumindest über diese Nebenwirkung informiert haben.
Avatar #728609
FluorchinoloneGesch
am Mittwoch, 21. Juni 2017, 11:40

An EEBO

Nachdem Sie immerhin Kenntnis von Sehnenschäden durch Fluorchinolone haben würde mich interessieren ob Sie jeden Ihrer Patienten zumindest über diese Nebenwirkung informiert haben.
Avatar #728694
SGerry
am Mittwoch, 21. Juni 2017, 10:59

@ EEBO

Aber genau das tun leider sehr viele Ärzte (leichtfertig verordnen). Und es ist schlicht unerheblich, ob gerade bei Ihnen keine Spätfolgen beobachtet wurden. Bei vielen anderen leider sehr wohl! Analog dazu ein sehr bekannter Handchirurg der mir gesagt hat, mein Interosseus Anterior Syndrom verschwindet auf jeden Fall nach paar Wochen von selbst. Er war sich sicher, denn das war bisher bei allen seinen Patienten so. Er hatte unrecht! (---> MMN), meine Neurologin meinte, man muss schnellstmöglich operieren, das sei bei allen ihren Patienten bisher so gewesen. Sie hatte wohl unrecht (obwohl es in der Literatur empfohlen wird).
(Auch bei meinem Hausarzt gab es Patienten mit erheblichen Folgen durch Fluorchinolonen, er selbst verschreibt dieses Zeug nicht!) Nutzen und Risiken? Ok, ich bekam das Zeug ohne vorherige Untersuchung, ohne Bestimmung der Ursache einer Diarrhoe. Das ist vollkommen unüblich und war sehr leichtsinnig, vor allem wenn schon länger bekannt ist, dass Langzeitprobleme entstehen können, u.a. Neuropathien. Er sagte "Das würde ich auch versuchen, das kann man so machen". Und wenn man liest, wieviel Millionen Dosen an FC rausgehen, dann glaub ich kaum, dass man diese nicht leichtfertig rausgibt (ohne dass ich es verallgemeinern will, oder Ihnen nicht glaube). Wenn man behauptet, dass man selbst keine Schäden an seinen Patienten als direkte UAW erkennen konnte (wenn man das denn so genau weiß), dann stellt sich die Frage, wieso der Beipackzettel so voll ist, und wieso direkte Studien derart harte Indizien vorlegen. Es wurde beobachtet, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass Nebenwirkungen auch nach 2 Jahren entstehen können. Das ist auch einer der Gründe, weshalb viele spontane Rupturen etc. nicht in Zusammenhang gebracht werden konnten. Viele Patienten haben Nebenwirkungen die sie nicht melden, da Sie die Ursache nicht kennen, und auch gut damit klarkommen. Die schweren NW sind ja viel seltener, aber sie sind vorhanden, und das muss der Grund sein, nicht ohne genaue Untersuchung und nicht vorgeriger anderweitiger Methoden Fluorchinolone zu verschreiben. Sie sind doch sicher meiner Meinung, dass die Verordnung in meinem Fall absolut falsch war, oder? Und wir sollten hier die Thematik auf die Medizin, und nicht auf die Politik beschränken und das andere Ignorieren. Die Studien für Ärzte zu den NW zu meinen Inhalten gibt es auch auf up-to-date.
Avatar #612077
EEBO
am Mittwoch, 21. Juni 2017, 10:11

@ T.A.

Wenn hier jpink, wie er es immer tut, sein übliches "das deutsche Reich ist nicht untergeganngen und die BRD ist kein Staat, sondern besetztes Feindesland" abläßt, dann ist er für mich ein Reichsbürgerspinner der üblichen übelen Sorte. Aber es läßt tief blicken, daß Sie einen solchen User verteidigen (nach dem Motto "der Feind meines Feindes ist mein Freund"?). Was den Rest anbelangt: Die Sehnenschädigung durch Fluorchinolone war bereits vor 10 Jahren Bestandteil meines Pharmakologiekurses, und auch mögliche psychiatrische und neurologische Schäden sind per se nichts neues. Was ich vor allem sagen wollte: Es geht hier um die Abwägung von Nutzen und Risiken, und i c h habe bislang bei häufigem Einsatz (nach Antibiogramm, aber auch kalkuliert) solche Schäden weder als direkte UAW, noch als Spätfolge gesehen. Und wenn ich mir ansehe, von welchen Größenordnungen wir hier reden, dann habe ich bei der Verordnung kein schlechtes Gewissen. Und glauben Sie mir: Weder ich, noch meine Kollegen, mit denen ich zusammenarbeite, verordnen Antibiotika (gleich welcher Substanzklasse) leichtfertig.
Avatar #728636
T.A.
am Dienstag, 20. Juni 2017, 18:56

Paranoia auf Flourchinolone

Sehr geehrter EEBO,

wenn einem keine Argumente mehr einfallen kommt man direkt mit der Verschwörungstheoretikerkeule?
Reichsbürger? Warum direkt so beleidigend?
Fällt Ihnen nichts anderes ein?

Mein Rat an Sie: schauen Sie sich die vielen Berichte aus den USA an, wo die Ärzte sich mittlerweile eingehend mit Tausenden Geschädigten von Flourchinolonen befassen und zugeben MUSSTEN, dass die Schäden durch die Einnahme entstanden.

Aber das sind sicher auch alles Reichsbürger - nehme ich mal an.

Warum weigern Sie sich so vehement, Cipro zu nehmen? Es wird doch bei jeder Mandelentzündung oder Blasenentzündung verschrieben. Haben Sie nie Halsschmerzen?

MIR verschreibt jedenfall KEIN Arzt mehr dieses Gift. Bin seit 1997 geschädigt. Da war ich 23!! Seitdem leide ich unter täglichen Schmerzen und was ist die Verlegenheitsdiagnose? Fibromyalgie. Naja, wenn einem nichts mehr einfällt zu chronischen Schmerze muss schnell eine neue Bezeichnung her, nicht wahr?

Ideopathisch, aber unheilbar. Klar, weil keiner weiß, woher es kommt. Ich sag es Ihnen: Flourchinolone und ihre verheerenden Auswirkungen auf Bindegewebe, Muskeln, Sehnen.

Halten Sie mich ruhig für einen Aluhutträger, damit kann ich
leben.



Avatar #728707
Edda S.
am Dienstag, 20. Juni 2017, 18:03

Cipro-Schäden

Bekam 8/2015 intravenös 10 T. Cipro und 2 weitere Antibiotika. Seither ist mein Leben nicht mehr wie es wahr! Bereits im Krankenhaus erhebliche Wortfindungsstörungen, Gelesenes konnte und kann auch jetzt nicht oder nur sehr eingeschränkt verarbeitet/gespeichert werden. Nach Krankenhausentlassung verschiedenste Symptome, viele sind verblieben, einige traten im Verlauf oder nur für Wochen auf, die alle der BfArM im Nov. 2016 gemeldet wurden. Zusätzlich zu den Konzentrationsstörungen kamen vor 12 Mon. gravierende Schmerzen im Sprunggelenks-/Fuß-/Achillessehnenbereich beidseits sowie im Bereich der Oberschenkelmuskulatur beidseits hinzu. Das macht Treppen steigen quasi unmöglich, meine Gehstrecke ist auf 1 km täglich eingeschränkt - hier unter Schmerzzunahme ab 200 m! Täglich ständige Müdigkeit bis zur Erschöpfung - nach kleinster Belastung, egal ob körperlich oder geistig! Therapien bringen nur kurzzeitig etwas Besserung und man darf froh sein, wenn ein Arzt Therapien verordnet und die KK es sehr eingeschränkt finanziert! Meine Leistungsfähigkeit pro Tag ist auf ca. 1,5 Std. begrenzt mit nachfolgender abnormer Erschöpfung. Wie mir geht es vielen Betroffenen, die sich nun in Foren/Gruppen austauschen und wissen, dass sie nicht "allein" sind! Nur Betroffene können anscheinend mitempfinden, wie es sich anfühlt, wenn einem die Lebensgrundlage genommen wird. Es ist einfach schade und nicht nachzuvollziehen, dass Ärzte bei dem Thema abblocken, die Schäden ignorieren, zumal ein Arzt aufgesucht wird, um HILFE zu bekommen! Kann mich "caro sey" nur anschließen: Schön, dass sich langsam was tut! - Das ist aus meiner Sicht auch dringend angezeigt und notwendig!
Avatar #728701
caro sey
am Dienstag, 20. Juni 2017, 16:11

Geschädigte

Habe nach der ersten Tablette Ofoxacin (2009) die ersten Syntome gehabt. Diese nahmen immer mehr zu und hielten sich akut 5 Jahre lang: Sehnenentzündungen ( Archilles, Daumen, Knie, Ellenbogen Füße)schon bei leichter Belastung, Sehstöhrungen ( massiv Tageslichtempfindlich ) in Abständen Herzrasen/ Schmerzen die Angst verursachte. Treppensteigen und laufen waren oft nicht mehr möglich. Inzwischen ist es besser und ich habe nur noch bei
schwerer Belastung Probleme mit den Sehnen, welche unter absoluter Ruhigstellung in 14 Tagen heilen, oder bei nicht Ruhigstellung mehrere Monate zum heilen brauchen.
Meine damalige Ärztin bestätigte das Fluorochinolone diese Nebenwirkungen haben, aber sie ging davon aus, dass diese mit Ende der Einnahme wieder abklingen. Das tat es aber nicht! Auf meinem Leidensweg habe ich viele Ärzte und Apotheker angesprochen ob ihnen irgendwas bekannt ist über den Verlauf der Nebenwirkungen, keiner konnte helfen, fast alle Ärzte glaubten mir nicht. Man hat die Wahl: Rheumaklinik oder Psychatrie! Rheumaklinik konnte keine Autoimmunkrankheit nachweisen.
Fatal ist, dass bei Menschen, die sich erst Tage oder Wochen nach der Einnahme die Fluorochinolone körperlich belasten, die Sehnenentzündungen auftreten und viel dann keinen Bezug zu den Medikamenten mehr herstellen. Diese werden dann oft mit Cortison behandelt und verschlimmern dadurch ihre Situation.
Ich freue mich, das inzwischen auf dieses Problem Aufmerksam gemacht wird und hoffentlich alle Ärzte zu dem Thema aufgeklärt werden.
Mit freundlichen Grüßen
Caro Sey
Avatar #728609
FluorchinoloneGesch
am Dienstag, 20. Juni 2017, 15:11

An Dr.med.Thomas.G.Schaetzler, EEBO,

da schon nach der ersten Tablette Langzeitschäden möglich sind und bereits 2 Tabletten zum Tode führen können ist das Risiko dieser Medikmente nicht absehbar. Eine Verordnung ist unverantwortlich sofern der Patient nicht in Lebensgefahr schwebt und es harmlosere Alternativen gibt.

Die aufgezählten Nebenwirkungen sind nicht aus der Luft gegriffen sondern wissenschaftlich belegt und Bestandteil der Klageschrift gegen den Hersteller J&J (Levaquin). Die gesamte Liste umfasst weitaus mehr. https://de.scribd.com/doc/309957583/Amended-Levaquin-complaint beginnend Seite 22. Die Black Box Warning wurde in den USA für diese Medikamente nicht grundlos ins Leben gerufen. Dass der Rote Hand Brief (RHB), den Sie beide hoffentlich gelesen haben, nur für bestimmt Fluorchinolone gilt ist mir unverständlich.

Arthrose, auch bei Erwachsenen (!):
https://de.wikipedia.org/wiki/Arthrose#Ursachen
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11685846
https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-642-80364-2_10
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC164164/pdf/412562.pdf
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8453165
In der UAW Datenbank des BfArM ist Arthralgie die häufigste Nebenwirkung bei Ciprofloxacin (oral, ohne andere Medikamente).

Dauerhafte Nervenschäden:
https://www.accessdata.fda.gov/drugsatfda_docs/label/2008/021721s020_020635s57_020634s52_lbl.pdf

Mitochondrienschäden:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3760005/

DNA Schäden:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21559652

Wissenschaftliche Referenzen zu weiteren Nebenwirkungen finden Sie hier:
http://www.fluorchinolone-forum.de/viewforum.php?f=69

Ergänzend einige Kommentare der Petition, diese sprechen für sich selbst.

* Ich habe 2015 selbst Levofloxacin gegen Helicobacter bekommen und habe bis heute schwerste Schmerzschübe, Herzprobleme, Angstzustände, miserables Blutbild, Sehprobleme, ... Ich bin erst 39, seitdem arbeitsunfähig und mich sieht niemals wieder ein Arzt! Den niemand dieser Weißkittel hat mich gewarnt, mir danach geholfen, im Gegenteil. Teufelszeug!

* Aufgrund einer Bronchitis habe ich Ofloxacin bekommen. Schon nach einer Tablett Verschlimmerung der Symptome akute Atemnot und Angstgefühl zu ersticken. Wusste aber nicht, dass es sich um die Nebenwirkung handelt. Nahm noch 2 Tabletten. Grausam. Lt. Arzt Tabletten abgesetzt. Habe jetzt Asthma, starke Knieschmerzen.

* Teufelszeug ..runiert dein Leben! Die wahren Schuldigen sind aber nicht die Pharmaindustrie (vgl. "der Waffenhersteller") sondern die arroganten oder zu ungebildeten Ärzte (vgl. "Täter")

* Ich habe unterzeichnet da ich seit Wochen Schmerzen in den Schultern habe, Herzrhythmus Stòrungen und Probleme beim laufen. Meine Gelenke knacksen, ich kann mich nicht mehr schmerzfrei bewegen. Nehmt das Medikament vom Markt! Es ist die Hölle!

* vor 5 Wochen im Krankenhaus wurde mir Levofloxacin wegen COPD verabreicht. Nach drei Tagen bekam ich Schmerzen an beiden Achillessehnen, die bis heute anhalten. Nach 5 Wochen ist mir heute die Achillessehe rechts gerissen. Warum wird dieser Wirkstoff nicht vom Markt genommen.

* Ich bin seit 2 1/2 Jahren berufsunfähig und leide täglich unter massiven Schmerzen. Etliche Lebensmittelunverträglichkeiten haben sich gebildet und das Leben wurde zu einer Permanenten Herausforderung mit wenig Erfolg, seit meiner Einnahme von Cipro.

* Durch einen Halsinfekt bekam ich dieses Antibiotikum. Nun leide ich an chronischen Muskel-, Gelenk- und Sehnenschmerzen. Ich kann nicht mehr in meinem Beruf als Krankenpfleger arbeiten.

* Ich bin selbst seit Feb. 2012 schwer geschädigt durch das Fluorchinolon Levofloxacin....ich bin durch die Hölle gegangen und habe nur knapp überlebt... Ich habe durch dieses AB alles verloren!

* Ich habe Ciprofloxacin bekommen und nun schon seit über 3 Monaten Schmerzen und entzündete und geschwollene Fingergelenke, Handgelenke, Kniegelenke, Fussgelenke. Konnte wochenlang fast gar nicht und nur mit grossen Schmerzen laufen. Bin nur noch ein Schatten meiner selbst.

* ich letztes Jahr zum 2. Mal gefloxt wurde und die Hölle durchgemacht habe. Außerdem habe ich durch das Flox eine unheilbare Autoimmunerkrankung entwickelt. Wichtig: Cipro kann SLE hervorrufen!!!! Das Zeug muss endlich vom Markt genommen werden. Es ist unfassbar, dass es selbst in Augen- und Ohrentropfen für Kinder enthalten ist. Unglaublich! Und FC sind wahre Geldbrunnen für die Pharmariesen. WEG DAMIT!!!!!
Avatar #728694
SGerry
am Dienstag, 20. Juni 2017, 13:43

Unglaublich

Ich bekam wegen Diarrhoe Ciprofloxacin. Es wurde KEINE Untersuchung vorher gemacht. Und das in der Notfallpraxis. Bereits wenige Stunden nach der ersten Tablette bekann mein rechter Arm zu schmerzen. Ein paar Tage später konnte ich ihn nichtmehr bewegen und bekam ein Interosseus Anterior Syndron. Ich befinde mich jetzt wegen einer Multifokalen mototischen Neuropathie in Langzeitbehandlung. Es wird stark vermutet, durch unterschiedliche Studien, dass Fluorchinolone mit Neuropathien zusammenhängen können. Bereits 2015 gab es Studien, auch Tierversuche, und man liest darüber in den Nebenwirkungen im Beipackzettel. Man hat sehr starke Indizien, dass FC Mg und Fe aus den Sehnen und Muskeln zieht und irreversible Chelate bildet. Ich hatte Syndrome wie Brustenge, Angstgefühle, Depressionen, Sehnenreißen, heftige Muskelschmerzen (seit jetzt knapp 10 Monaten, zusammen mit den Paresen) und Schlafstörungen (auch heute noch), BEVOR ich den Beipackzettel überhaupt mal durchgelesen hatte, und obwohl ich direkt davor komplett Gesund war. Die meisten NW sind verschwunden paar Tage nach dem Absetzen. Es gibt diese Studien, es gibt diese Erhebungen und es gibt die Punkte im Beipackzettel, es gibt sehr viele (Nominal viele, auch wenn es verhältnismäßig wenig sind, wenn man von der langen NebenwirkungsVORzeit von bis zu 2 Jahren absehen würde) und trotzdem stellen sich manche (auch Ärzte leider) hin und behaupten das stimmt nicht. Wieviel tausend Patienten haben diese Ärzte um das zu behaupten? In Kliniken weiß man ausdrücklich, dass Zusammenhänge bestehen müssen, auch lernen viele das bereits im Studium. Ich fühle mich durch derartiges Verhalten einfach nur gedemütigt, erst durch eine Gabe an einem Antibiotikum, welches wohl ohnehin nicht Ordnungsgemäß verschrieben wurde, und dann, diese monatelangen Probleme der Lähmung und dann nur ungläubige Blicke, "So kann das aber nicht sein, weil aus Gründe die ich nicht beweisen kann". Was ich jetzt durchmache ist viele viele tausendfache Euros teurer als ein anderes Antibiotikum zu nehmen. Ich hab Studien von Ärzten für Ärzte gelesen. Anscheinend wurden diese aber nicht von vielen Ärzten gelesen... In paar Tagen muss ich wieder in die Klinik...mal wieder
Avatar #612077
EEBO
am Samstag, 17. Juni 2017, 11:44

Es tut mir ja leid,

wenn ich all Ihren wilden Mutmaßungen nicht entspreche: 1. werde ich bestimmt kein Medikament ohne Indikation einnehmen. Wenn mir mein behandelnder Arzt aber ein Fluorchinolon rezeptiert, dann werde ich mich sicherlich nicht sträuben.
2. Ich bin Radioonkologe, das heißt, das ich meine Patienten sehr wohl regelmäßig ambulant und stationär sehe, und das über mehrere Jahre - Mutmaßund ist die Mutter aller Böcke, nicht wahr, "Opfer der Pharmaindustrie" und "T.A."? Also kann ich mir durchaus anmaßen, Langzeitverläufe auch nach mehrfacher Chinoloneinnahme gesehen zu haben - ohne dauerhafte Nebenwirkungen und Spätfolgen.
3. Mit Reichsbürgerspinnern wie Ihnen, "jpink", diskutiere ich aus Prinzip nicht.
Avatar #110369
jpink
am Samstag, 17. Juni 2017, 10:38

Psychiatrisierungtheorien vs. Patientenanwaltschaft

Da haben wir es ja wieder.

Menschen mir-nicht-dir-nichts zu psychiatrisieren, ist ein Kennzeichen des Totalitären. Ein Arzt(?) sollte es allemal besser wissen.

Der Patientenanwaltschaft zuwiderzuhandeln, ist keine Bagatelle, sondern eine schwere Verfehlung.

Ich selbst unterscheide zwischen Ärzten und (Fach-)Medizinern.

Primum nihil nocere, das ist das erste und unantastbare Gesetz für Ärzte, wie es das erste und unantastbare Menschenrecht ist, nein zu sagen, was dann auch als solches respektiert werden muß (müßte).

Um das durchzusetzen, werden wir noch viel politisch kämpfen müssen. Tip: den Machthabern (und nicht deren Kritikern) auf die Finger schauen und bei Bedarf drauf klopfen.



Anhang
____________________________________
Es ist wohl kaum zu bezweifeln, daß wir uns zu viel an Wirkungen abarbeiten und die Ursachen für gegeben hinnehmen. Es ist vielmehr notwendig, daß wir unseren gesellschaftlichen Referenzrahmen grundlegend korrigieren. Wenn man die Demokratie als Bewirtschaftungsmodell begreift (vgl. auch Art. 133GG), erklären sich viele Mißstände. Wie "Big Weapon" dürfte das auch "Big Pharma" begrüßen. Da alles zusammenhängt und - gerade heute - um Verklärungen vorzubeugen, eine viel zu wenig diskutierte politische Interessensbekundung zur Zeitgeschichte:

»Die Bundesregierung schließt sich der Erklärung der vier Mächte an und stellt dazu fest, daß die in der Erklärung der vier Mächte erwähnten Ereignisse und Umstände nicht eintreten werden, nämlich daß ein Friedensvertrag oder eine friedensvertragsähnliche Regelung nicht beabsichtigt sind.«


Die uns gepredigten ökonomischen Notwendigkeiten existieren nur in diesem System, es ist eine Ideologie / Religion. Daß wir als Bewirtschaftungsobjekte (Human Ressources) behandelt werden, müssen wir jedoch auf keiner Ebene unserer Existenz hinnehmen.
Avatar #728636
T.A.
am Samstag, 17. Juni 2017, 00:53

Paranoia auf Flourchinolone

Ich schlage den werten Herren Doktoren vor, doch bitte in den nächsten Jahren beim kleinsten Infekt eine Packung Ciprofloxacin einzunehmen.
Am besten so, dass Sie auf mindestens 4 Packungen in 3 Jahren kommen.

Dann besuchen Sie Kollegen in verschiedenen Fachgebieten und lassen sich im Anschluss an den Herrn Kollegen der Psychiatrie überweisen mit der Diagnose " paranoide Angststörung ".

Erst DANN können Sie überhaupt etwas beurteilen.
Flourchinolone sollten nur in Ausnahemfällen und lebensbedrohlichen Situationen verschrieben werden und nicht in dem Maße, wie es tatsächlich tagtäglich in Praxen und Krankenhäuser geschieht, ohne überhaupt die Erreger spezifiziert zu haben!

Nehmen Sie doch bitte selbst das ein, was Sie Ihren Patienten verschreiben- und zwar ohne Bedenken - und dann unterhalten wir uns nochmal über die Nebenwirkungen und IHR Befinden.

Nicht, dass Sie auch noch paranoid werden.

P.S. ich kenne einige Ärzte, die selbst unter schwersten Folgeerkrankungen und Nebenwirkungen dieser gefährlichen Antibiotika leiden!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass auch Sie irgenwann keine andere Wahl haben, als diese Antibiotika einnehmen zu müssen. Sie sind ja so "harmlos".

Avatar #728606
Opfer_der _Pharmaindustrie
am Freitag, 16. Juni 2017, 22:41

Unqualifizierte Aussagen

Mich persönlich würde interessieren was Sie EEBO und Dr. Thomas G. Schätzler dazu qualifiziert solche Aussagen zu treffen? Sind Ihnen persönlich Leitlinien , Rote Handbriefe und diverse Studien zum Thema Fluorchinolone ein Begriff ? Was qualifiziert Sie dazu Äusserungen zu treffen, die Sie gar nicht nachvollziehen können, weder Sie EEBO im stationären Bereich, weil Sie am Ende mit den Nebenwirkungen des Betroffenen gar nichts am Hut haben und Sie Dr. G. Schätzer als Hausarzt gehören offensichtlich zu denen, die Fluorchinolone sogar ohne Nachweis von Erregern verschreiben ( lediglich eine Vermutung ) . Ich lade Sie bei Interesse ein, sich in einer Selbsthilfegruppe mit nun mehr als 9000 Mitgliedern zu äussern und sich das Echo anzuhören. Gerade Sie Dr. G. Schätzer scheinen sehr viel Zeit zu haben, wenn man sich die Mühe macht Ihren Namen zu recherchieren.

Machen Sie sich doch die Mühe und nehmen Sie Kontakt zu Herrn Prof. Ralf Stahlmann auf und erkundigen Sie sich worüber Sie sprechen. Ich sage nicht, das alle Menschen Problem bei oder nach der Einnahme von Fluorchinolone bekommen, aber nachweislich gibt es diese schlimmen Nebenwirkungen und können persistieren.

Ich verweise Sie an den Kollegen Prof. Stahlmann seines Zeichens Toxikologe, der die Fluorchinolone über 20 Jahre studiert hat und so ziemlich der einzige hier in Deutschland ist, der zu diesem Thema Stellung beziehen kann
Avatar #612077
EEBO
am Freitag, 16. Juni 2017, 21:13

Paranoia trifft Verschwörungstheorie

Ich habe mir bden Spaß gemacht, und mir beide verlinkten Seiten angesehen. Die zusammengetragenen Quellen sind bestenfalls als abenteuerlich zu bezeichnen. Aber, um auf demselben Niveau wie der User "FlourchinoloneGesch" zu argumentieren: Ich habe Cipro vielfach verschrieben. Das schlimmste, was ich bislang erlebt habe, waren bei meinen stationären Patienten Clos.-diff.-Colitiden, die sich immer behandeln ließen.
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 16. Juni 2017, 12:18

Bitte keine Fluorchinolon-Paranoia

Wenn behauptet wird: Fluorchinolone wie "Ciprofloxacin oder Levofloxacin haben übelste Nebenwirkungen wie Arthrose, dauerhafte Nerven-, Bindegewebe- Mitochondrien und DNA Schäden, Netzhautablösung, Aneurysmen, Herzproblemen, Selbstmordgedanken, Sehnenrissen, MCS etc und führen vermutlich noch noch zu einem erhöhten Risiko für ALS, Parkinson, MS, etc.", dann machen sich jegliche Protest-Initiativen gegen diese essenzielle Antibiotika-Substanzgruppe unglaubwürdig.

Es grenzt an paranoide Vorstellung, wenn ohne jegliche medizinisch nachweisbare Wissens- und Erkenntnis-Daten sozusagen alle kritischen Krankheitsbilder dieser Welt aufgezählt und zusammengerührt werden. Damit fallen jegliche Vorwürfe von gefährlichen Nebenwirkungen in sich zusammen.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #728609
FluorchinoloneGesch
am Freitag, 16. Juni 2017, 01:40

@Dr. med. Thomas G. Schätzler

@Dr. med. Thomas G. Schätzler

Fluorchinolone Antibiotika wie Ciprofloxacin oder Levofloxacin haben übelste Nebenwirkungen wie Arthrose, dauerhafte Nerven-, Bindegewebe- Mitochondrien und DNA Schäden, Netzhautablösung, Aneurysmen, Herzproblemen, Selbstmordgedanken, Sehnenrissen, MCS etc und führen vermutlich noch noch zu einem erhöhten Risiko für ALS, Parkinson, MS, etc. Ich leide seit nun 13 Monaten an den Nebenwirkungen und kann nach wie vor nur sehr eingeschränkt gehen, sitze fast dauernd zu Hause. Es wird von 21 Millionen permanent geschädigten in den USA ausgegangen, in DE dürften es ca 500.000 dauerhaft geschädigte sein. Man braucht nur ein Stück Fleisch in ein Glas Wasser mit einer Tablette Ciprofloxacin legen um zu wissen was das im Körper anrichtet. Da schon ab der ersten Tablette von lang anhaltenden Schäden und ab zwei Tabletten schon von Todasfällen berichtet wurde (ich selbst hatte nur 3 Tabletten) ist die Verschreibung dieser Antibiotika vollkommen verantwortungslos. Bitte lesen sie sich die Petition genau durch und überdenken Sie ihre Meinung sorgfältig. http://www.fluorchinolone.com/
https://weact.campact.de/petitions/warnung-und-eingeschrankter-einsatz-fur-chinolone-antibiotika
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Samstag, 6. Mai 2017, 14:35

@ Ge­schäftsführer Helmut Schröder (WIdO)

Wenn Sie, Helmut Schröder, nach Ihren eigenen LinkedIn-Angaben beim "Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) Berlin... mit Berufserfahrung... Stv. Geschäftsführer, Name des Unternehmens Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) Beschäftigungszeitraum Apr. 1996–Heute Beschäftigungsdauer 21 Jahre 2 Monate" arbeiten, sollte allen Beteiligten klar sein, dass Sie von Berufs wegen nicht ärztlich tätig sind.
https://www.linkedin.com/in/helmut-schr%C3%B6der-a9408593/

Was Sie dann dazu veranlasst, mit: „Angesichts der möglichen schwerwiegenden und langandauernden Nebenwirkungen wie Sehnenrissen, psychischen Störungen wie Depressionen und Angstzuständen, sollten diese Reserveantibiotika nur nach gründlicher Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt eingesetzt werden“, zu einer allgemeinen Ärzteschelte bei i. d. R. indikationsgerechter Antibiotika-Verordnung auszuholen, bleibt Medizin-bildungsfern und unglaubwürdig.

Wer die Verordnungsraten von Fluorchinolonen kritisieren will, muss schlüssig darlegen, wofür oder wogegen diese angewandt werden, welche Wirkungen und welche Nebenwirkungen erreicht werden, und ob damit Gesundheitsziele bzw. Krankheitsbewältigungen in Klinik und Praxis erreicht werden können.

Einfach laienhaft auf die Verordnungszahlen zu schauen und Realitäts- und Versorgungs-fremd erklären zu lassen: Das Ausmaß der Verordnungen lasse aber darauf schließen, dass Fluorchinolone nicht ausschließlich bei schwerwiegenden und lebensbedrohlichen Erkrankungen zum Einsatz kämen. „Dabei wäre es vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Resistenzentwicklung sinnvoller, die Fluorchinolone als Reservesubstanzen zurückhaltend einzusetzen. Bei vielen Indikationen sollte den älteren und langjährig erprobten, aber dennoch gut wirksamen Substanzen der Vorzug gegeben werden“, ist m. E. infektionsepidemiologisch zu kurz gesprungen und wissensfremd.

Denn es gibt sehr wohl viele krankheits- und indikationsgerechte, risikoadaptierte und in der ambulanten, vertragsärztlichen Medizin sinnvolle Einsätze von Fluorchinolonen, gerade um die von Ihnen selbst angesprochenen "schwerwiegenden und lebensbedrohlichen" Krankheitsentwicklungen zu verhindern. Andernfalls müssten wesentlich mehr Patientinnen und Patienten als bisher aus unserem Sicherstellungsbereich in Notfallaufnahmen und Akut-Krankenhäuser stationär eingewiesen werden, wo dann eine wesentlich kostenintensivere Intensiv-Behandlung klinisch kritisch gewordener Patienten erforderlich wird. Und was wird in der klinisch-stationären Allgemein-und Intensivmedizin mit am häufigsten als Antibiotikatherapie eingesetzt?

Die Fluorchinolone!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

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