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Vermischtes

Patienten erhoffen sich von Digitalisierung einfachere Kommunikation mit dem Arzt

Montag, 8. Mai 2017

Hamburg – Jeder zweite Erwachsene in Deutschland ist davon überzeugt, dass die elek­tronische Kommunikation den Austausch mit dem Arzt vereinfachen wird. Von den unter 30-Jährigen sagen sogar 58 Prozent, dass die zunehmende Digitalisierung den Aus­tausch mit dem Arzt unkomplizierter macht. Menschen über sechzig Jahre glauben dies zu 44 Prozent. Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK), für die das Meinungs­for­schungsinstitut Forsa bundesweit bevölkerungsrepräsentativ 2.001 Men­schen befragt hat. Danach können 25 Prozent der Menschen in Deutschland sich zudem vorstellen, künftig auch per Videochat mit dem Arzt zu kommunizieren. 

„Von ihren Ärzten erwarten Patienten heute detaillierte Informationen zu Diagnosen und Therapiemöglichkeiten. Die meisten möchten mitentscheiden, wenn es um ihre Behand­lung geht“, erläuterte Klaus Rupp, Leiter des TK-Versorgungsmanagements. Diese par­ti­zipative Entscheidungsfindung wirke sich positiv auf die Therapietreue, den Behand­lungs­erfolg und die Patientenzufriedenheit aus. „Im Versorgungsalltag stehen viele Ärzte jedoch unter einem erheblichen Zeitdruck. Sie müssen daher entlastet und von unnötiger Bürokratie befreit werden, um die nötige Zeit für die Beratung und gemein­same Entschei­dungsfindung mit den Patienten zu finden“, betonte er. 

Besondere Potenziale der Digitalisierung für die Patientenversorgung der Zukunft sehen auch Experten. „Digitalisierung wird die Gesundheitsversorgung der Zukunft grund­le­gend verändern. Mehr ältere Patienten, dazu weniger Ärzte insbesondere in ländlichen Regionen – und trotzdem eine gute, teilweise sogar bessere medizinische Betreuung als heute“, entwirft das „Fachforum Digitalisierung und Gesundheit“ ein positives Szenario. Das Fachforum ist eines von acht Gremien im sogenannten Hightech-Forum, dem inno­vationspolitischen Beratungsgremium der Bundesregierung. Es umfasst 20 berufe­ne Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Geleitet wird das Hightech-Fo­rum von den beiden Vorsitzenden Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Ge­sellschaft, und Andreas Barner, Präsident des Stifterverbandes.

„Die Digitalisierung ist ein Schlüssel für mehr Qualität und Effizienz in der Gesundheits­versorgung. Neben der Entwicklung von Technologien müssen wir dabei auch die Men­schen mitnehmen und begeistern. Erst dann können alle Beteiligten – von Patienten über Ärzte bis hin zu den Kliniken und Krankenkassen – von den großen Chancen der Digitalisierung im Gesundheitswesen wirklich profitieren“, sagte Siegfried Russwurm, Sprecher des Fachforums Digitalisierung und Gesundheit. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #562834
anaesthesist_meyer
am Sonntag, 14. Mai 2017, 13:02

Der Patient als Mensch gerät aus dem Fokus

Wer sich einmal die Mitglieder des Fachforums Digitalisierung und Gesundheit ansieht, wird medizinischen Sachverstand in ausgewogenem Umfang vermissen. Seit mehr als zwanzig Jahren beobachte ich als Arzt und Psychotherapeut eine Entwicklung in der Medizin, die sich von humanistischen und ethischen Grundsätzen mehr und mehr entfernt. Der Medizinbetrieb in Krankenhäusern mit seiner Anwendung industrieller Prinzipien der Qualitätssicherung hat sich die effiziente Massenbehandlung vom Produkt Mensch zum Ziel gesetzt. Eigenartig, dass in diesem Industriebereich die Subventionierungen nicht gleichermaßen fließen, wie das zum Beispiel bei den Energiekonzernen der Fall ist! Mit der Digitalisierung ist nichts weiter verbunden, als Gelder, die von der Solidargemeinschaft erbracht werden, abzuschöpfen. Dazu nutzt man dann die Meinungsmanipulation eines FORSA-Instituts, wofür die TK sicher auch wieder Versichertengelder gut investiert hat.
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