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Ärzteschaft

Kenntnisprüfungen für ausländische Ärzte gefordert

Dienstag, 9. Mai 2017

/Photographee.eu, stock.adobe.com

Hannover – Einheitliche Prüfungen für asylsuchende Ärzte in Deutschland fordert die Prä­sidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Martina Wenker. „Es muss mit Blick auf den Patientenschutz gewährleistet sein, dass jeder in Deutschland tätige Arzt eine gleichwer­tige medizinische Grundausbildung absolviert hat“, betonte Wenker, die auch Vizeprä­si­den­tin der Bundesärztekammer (BÄK) ist. Die Kenntnisprüfung soll dem Niveau des zwei­ten und dritten Abschnitts des deutschen medizinischen Staatsexamens entsprechen und direkt an den Universitäten angesiedelt sein.

„Wir haben dieses Thema in der BÄK aus Sicht aller Landesärztekammern ausgiebig er­örtert und fordern, ein bundeseinheitliches und transparentes Anerkennungsverfahren sowie ein bundesweites Approbationsregister einzuführen. Dies werden wir auch dem 120. Deutschen Ärztetag in Freiburg als Antrag zur Abstimmung vorlegen“, erläuterte sie.

Das bundesweite Approbationsregister soll laut Wenkers Vorschlag Anträge zur Ertei­lung von Berufserlaubnissen und Approbationen und bereits erteilte Berufserlaubnisse und Approbationen erfassen, um eine gleichzeitige Beantragung bei verschiedenen Approba­tionsbehörden in den einzelnen Bundesländern zu unterbinden.

„Grund­sätzlich begrüßen wir die Integration von asylsuchenden Ärzten in den nieder­sä­ch­sischen Arbeitsmarkt“, betonte Wenker. Sie wende sich jedoch strikt gegen „den im Kiel­wasser der Flüchtlingsströme entstandenen Anerkennungstourismus aus struktur­schwachen Ländern“.

„Es kann nicht die Lösung sein, Ärzte aus ärmeren Ländern mit vagen Versprechungen nach Deutschland zu locken, um dem hierzulande bestehenden Ärztemangel zu begeg­nen“, sagte sie. Nötig sei vielmehr, die Zahl der Studienplätze in Deutschland zu erhö­hen, so die Kammerpräsidentin. © hil/aerzteblatt.de

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