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Ausland

60 Jahre nach Atomtests erhalten Ureinwohner in Australien bessere Versorgung

Dienstag, 9. Mai 2017

/dpa

Canberra – Mehr als 60 Jahre nach britischen Atomtests in Australien erhalten Urein­woh­ner, die radioaktiver Strahlung ausgesetzt waren, umfassende kassenärztliche Leistun­gen. Die Betroffenen hätten künftig Anspruch auf die „Goldkarte“, durch die sie bei der Kassenversorgung Kriegsveteranen gleichgestellt würden, sagte Veteranen­minister Dan Tehan heute australischen Medien.

Die Bewegung für die Rechte der Aborigines in Südaustralien (ALRM) begrüßte die um­fassende gesundheitliche Abdeckung für die Strahlenopfer. Deren Leiterin Cheryl Axleby fragte jedoch an, warum dies 60 Jahre gedauert habe. „Vielleicht, weil es jetzt für die Re­gie­rung nicht mehr so teuer ist, wie es noch vor 20, 30 Jahren gewesen wäre“, sagte sie.

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In den 1950er- und 1960er-Jahren testete Großbritannien in Maralinga und Emu Fields in Südaustralien sowie nahe den Montebello-Inseln im Indischen Ozean vor der Küste Westaustraliens Atomwaffen. Zwar wurden die betroffenen Gebiete größtenteils eva­ku­iert. Manche Aborigines waren jedoch geblieben und laut einer parlamentarischen Un­ter­suchungskommission „extremer Strahlenbelastung“ ausgesetzt, die bis heute zu schwe­ren gesundheitlichen Problemen führt. Nach einer Studie waren allein in der Maralin­ga-Wüste etwa 1.200 Aborigines betroffen. Damals gab es auch Tote. Keine Angaben gab es heute dazu, wie viele Opfer derzeit noch unter den Spätfolgen leiden.

Am 3. Oktober 1952 zündete Großbritannien vor den Montebello-Inseln eine erste Atom­bombe, die mit einer Sprengkraft von 25 Kilotonnen TNT etwa so stark war wie „Fat Man“, die die USA am 9. August 1945 über dem japanischen Nagasaki zündeten. Eine zweite Bombe mit 98 Kilotonnen zündeten die Engländer 1956 auf australischem Boden. Der nukleare Fallout reichte bis ins mehr als 5.500 Kilometer entfernte Mel­bourne. In der Wüste Südaustraliens wurden sieben Atomtests durchgeführt. Weite Teile der betroffe­nen Regionen sind bis heute schwer kontaminiert. © dpa/kna/aerzteblatt.de

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