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Politik

Drogenkonsumräume bleiben in Bayern tabu, Modellprojekt mit Naloxon

Mittwoch, 10. Mai 2017

München – Trotz der hohen Zahl von Drogentoten in Bayern lehnt die Staatsregierung die Einrichtung von Drogenkonsumräumen weiter ab. „Bisher hat noch niemand seriös einen Nachweis führen können, dass Drogenkonsumräume die Zahl von Drogentodes­fällen senken“, sagte Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU) heute im Landtag.

Nach dem jüngsten Bericht der Drogenbeauftragten der Bundesregierung gab es 2016 in Bayern mit 321 Opfern deutschlandweit die meisten Drogentoten. Die Landtagsfrakti­onen von SPD und Grünen nahmen das zum Anlass für Kritik an der Drogenpolitik der Staatsregierung. Sie bekräftigen erneut ihre Forderung nach Räumen, in denen Abhän­gige kontrolliert Drogen nehmen können und dafür zum Beispiel saubere Spritzen be­kommen. „Das mittlerweile über 30 Jahre alte Konzept der Drogenkonsumräume hat sich weltweit nicht durchgesetzt“, entgegnete Huml.

Sinnvoll sei es hingegen, Rechtsunsicherheiten von Ärzten zu beseitigen, die Drogenab­hängigen Ersatzmittel für harte Drogen verschreiben. Einer entsprechenden Änderung der Rechtsgrundlage werde der Bundesrat am Freitag zustimmen. „Ich gehe davon aus, dass dann wesentlich mehr Ärzte als bisher bereit sein werden, diese Behandlung anzu­bieten und sich so die manchmal kritische Versorgungssituation in Bayern mittelfristig verbessert“, sagte Huml.

Die SPD im Landtag erklärte heute, sie habe mit einem neuen Modellprojekt zumindest einen Teilerfolg im Kampf gegen die Drogentoten erzielt. Demnach hat der Bayerische Landtag in seiner heutigen Plenardebatte mit der CSU-Mehrheit einem Modellprojekt zu­gestimmt, in dem der Wirkstoff Naloxon durch geschulte medizinische Laien verabreicht werden kann.

Naloxon kann zur Verhinderung von akuten Drogentodesfällen eingesetzt werden. Es wirkt als Gegengift bei einer Überdosis Heroin. „Das Modellprojekt ist der ers­te Schritt in die richtige Richtung“, erklärte die Vorsitzende des Gesundheitsaus­schus­ses Kathrin Sonnenholzner (SPD). Sie hoffe, dass es nicht nur bei dem Modellprojekt bleibe. © dpa/aerzteblatt.de

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woewe
am Donnerstag, 11. Mai 2017, 00:13

menschenverachtende Drogenpolitik der CSU

Wie es zu erwarten war, denn Frau Bierordensträgerin Huml und ihre mitregierenden Politiker haben aus den Vorjahren NICHTS gelernt, absolut NICHTS - das ist so traurig, so MENSCHENVERACHTEND - obwohl Analysen der Drogenberichte der letzten Jahre bewiesen(!!!), dass die Drogenpolitik, die Prohibition selbst u.a. mit der Verweigerung der Fixerräume die URSACHE für die vielen Drogentoten ist, die jährliche Analyse der "Rauschgift"-Reports von Hans Cousto in seinem Drogerieblog, oder der ebenfalls seit einigen Jahren erscheinende Alternative Drogen- und Suchtreport.

Dabei braucht die SPD gar nicht so laut zu tönen, denn ihr Genosse Gall ging als Innenminister von BaWü ebenfalls so forsch vor und verbat sich sogar jegliche Diskussion zur Liberalisierung, denn "das setzte falsche Signale" :-(

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