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Politik

Kopforthese keine Kassenleistung

Freitag, 12. Mai 2017

/boogie, stock.adobe.com

Kassel – Krankenkassen müssen die Kosten für die Versorgung von Säuglingen mit ei­ner Kopforthese zur Behandlung einer Schädelasymmetrie beziehungsweise -deforma­tion nicht erstatten. Das hat das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel entschieden (Az: B 3 KR 17/16 R u.a.).

Bei dieser Therapie tragen Säuglinge möglichst ab dem vierten Lebensmonat eine Kopf­orthese – eine Art Helm, durch den der Kopf symmetrisch auswächst. Der Helm soll 23 Stun­den am Tag getragen werden. In den verhandelten vier Fällen hatten die Eltern hier­für 1.300 bis 2.000 Euro ausgegeben und verlangten dieses Geld von ihrer Kranken­kas­s­e zurück.

Das BSG wies die Klagen nun jedoch ab. Zwar könne schweren Verformungen des Kopfs „nicht von vornherein jeder Krankheitswert abgesprochen werden“. Die Helm­therapie sei jedoch eine „neue Behandlungsmethode“, die vom zuständigen Gemein­samen Bundes­aus­schuss (G-BA) noch nicht geprüft und empfohlen sei. Der G-BA habe die Leistung bisher nicht als Kassenleistung festgelegt. Dem BSG zufolge gebe es auch keine Hin­wei­se, dass eine unbehandelte Schädelasymmetrie zu späteren Folgeerkran­kungen füh­ren könnte. Zudem verwiesen die Kasseler Richter auf anerkannte Behand­lungsmetho­den wie die Lager- und Physiotherapie.

Nach einer Stellungnahme medizinischer Fachgesellschaften aus dem Jahr 2012 ist die Helmtherapie allerdings bei schweren Verformungen wirksamer als diese Methoden. Auch danach ist es allerdings fraglich, „ob die Helmtherapie über die rein kosmetische Verbesserung der Schädelasymmetrie hinaus einen medizinischen Nutzen hat“. © afp/EB/aerzteblatt.de

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kairoprax
am Samstag, 13. Mai 2017, 20:09

möglicherweise schadet die Helmtherapie sogar

Zwei KOmplikationen sollten überprüft werden.
Zum einen gibt es keine Untersuchungen, wie sich der "Helm" auf die Kranznaht auswirkt. In jedem Fall ist es so, daß die natürliche Entwicklung der Schädelnähte durch den "Helm" manipuliert wird, erwünschterweise zur kosmetischen Korrektur, unerwünschterweise in Form der Ausbildung von Schädelformen, die nicht unbedingt der Hirnentwicklunmg dienlich sein mögen. Wir kennen das Phänomen von der Kopfbandage, um einen Turmschädel zu erzielen, wie er noch im letzten Jahrhuindert in Lateinamerika und Asien praktiziert wurde, in diesen Fällen oft verbunden mit neurologischen Symptomen. Stichwort Kraniostenose und Turrizephali.
Zum andern ist zu überlegen, ob der "Helm" nicht die Reflexablösung beim Neugeborenen empfindlich stören kann. Der Nacken ist in den ersten 6 Monaten von emineter Bedeutung für die sensomotirische Entwicklung, man denke nur an das KISS-Syndrom, ausgesprochen ist das die Kopf-Induzierte-Säuglings-Schräglage. Ich habe als Manualtherapeut bei Kindern die Erfahrung gemacht, daß "Helmkinder" sich später drehen und später zum Stehen kommen, außerdem sind sie oft ungnädig und schlafgestört.
Diese beiden Ansätze sollte der G-BA mindestens prüfen vor einer Zulassung, und die Eltern sollte man darauf hinweisen, bevor sie eine Summe von rund 2000 € ausgeben.
"Helm" habe ich in Anführungszeichen gesetzt, weil die Aufgabe von Helmen in erster Linie der Schutz des Kopfes ist, so wie bei Soldaten, Feuerwehrangehörigen oder Motorradfahrern. Bei all denen vermeidet man sorgfältig jede Form von Druck auf den Kopf. Interessant ist auch, sich hierzu einmal von Fahrradverkäufern für Kinderfahrradhelme informieren zu lassen.

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