Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Bundesrat: Einsatz von Röntgenstrahlung wird ausgeweitet

Freitag, 12. Mai 2017

/Thomas Andreas, stock.adobe.com

Berlin – Der Bundesrat hat Reformen zum Einsatz von Röntgenstrahlung, bei An­griffen auf Rettungskräfte und beim Mutterschutz beschlossen. Das hat die Länderkammer heute mitgeteilt.

Zur Früherkennung von Krankheiten wie Lungen- oder Darmkrebs oder von verengten Herzkranzgefäßen können demnach die Ärzte in Deutschland künftig unter bestimmten Bedingungen Röntgenstrahlung einsetzen. Das neue Strahlenschutzgesetz erleichtert den Einsatz von radioaktiven Stoffen oder ionisierender Strahlung, wenn der Nut­zen das Risiko der eingesetzten Strahlung überwiegt. Bislang war dies ausschließlich zur Früh­er­kennung von Brustkrebs erlaubt.

Das Gesetz sieht zudem neue Bestimmungen zum Umgang mit dem Edelgas Radon vor. Künftig gilt ein Referenzwert zur Bewertung der Radonkonzentration in Wohn­räumen und an Arbeitsplätzen. Bei Überschreitung müssen Schutzmaßnahmen getrof­fen werden. Das aus dem Boden austretende Radon gilt nach Tabakrauch als die zweit­häufigste Ursache für Lungenkrebs.

Beschlossen hat der Bundesrat auch, dass Angriffe auf Polizisten oder Rettungskräfte demnächst härter bestraft werden. Auf Attacken stehen nun bis zu fünf Jahre Haft. Das gilt allerdings nicht für Ärzte in Kliniken oder Praxen. Außerdem werde das Gaffen an Unfall­stellen und das Blockieren einer Rettungsgasse unter Strafe gestellt.

Der Mutterschutz gilt künftig auch für Schülerinnen, Studentinnen und Praktikantinnen. Zudem wird der Schutz bei behinderten Kindern oder bei Fehlgeburten ausgeweitet. Mütter von Kindern mit Behinderung erhalten künftig vier Wochen länger und damit ins­gesamt zwölf Wochen Mutterschutz. Zudem können Frauen auf eigenen Wunsch auch länger bis zur Geburt arbeiten. Auch die Möglichkeit der Sonntagsarbeit wird erweitert, falls die Betroffene das wollen.

Der Deutsche Ärztinnenbund begrüßte die Entscheidung, das Mutterschutzgesetz aus­zu­­weiten. Es sei wichtig, dass schwangere und stillende Ärztinnen nicht mehr in ihrer Be­rufsausübung behindert und benachteiligt werden, sagte DÄB-Ehrenpräsidentin Astrid Bühren. © dpa/may/EB/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

dr.med.thomas.g.schaetzler
am Sonntag, 14. Mai 2017, 22:47

BUNDESRAT LÄSST HELFER IM STICH!

Im Stich gelassen und aus dem verbesserten strafrechtlichen Schutz verfassungswidrig ausgegrenzt werden Ersthelfer (mit gesetzlichen Pflichten zur Hilfestellung und Strafbarkeit unterlassener Hilfeleistung), Ärzte, Begleit- und Hilfspersonen im organisier­ten ärztlichen Notfall- und Bereitschaftsdienst, die auch Hilfe bei Unglücksfällen, bei gemeiner Gefahr oder Not leisten. Nicht erfasst sind ebenfalls das gesamte Pflege- und Logistik-Personal bzw. erstbehandelnde Ärztinnen und Ärzte in Kliniken oder Praxen.

Mit diesem verfassungswidrigen Gesetz blamiert sich die Bundes-Gesetzgebung bis auf die Knochen!

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Nachrichten zum Thema

24. Mai 2018
Berkeley – Das Abschalten von 8 Öl- beziehungsweise Kohlekraftwerken hat in Kalifornien zu einer Steigerung der Fertilität und zu einem Rückgang der Frühgeburten geführt. Dies geht aus 2
Weniger fossile Kraftwerke führen zu mehr und gesünderen Babys
23. Mai 2018
Überlingen – Die Helios-Klinik in Überlingen hat den Kreißsaal für mehrere Wochen geschlossen, weil drei von acht Hebammen schwanger sind. Sobald die Schwangerschaft bekannt wird, gilt für Hebammen
Schwangere Hebammen sorgen für Kreißsaalschließung
22. Mai 2018
Potsdam – Sowohl die Mutter als auch der Vater beeinflussen über ihre Ernährung die Gesundheit ihres Kindes. Und zwar schon vor einer Schwangerschaft. Zu diesem Ergebnis kommt ein deutsch-chinesisches
Ernährungsfehler des Vaters beeinflussen die Gesundheit seiner Kinder
16. Mai 2018
Baltimore – Kinder, deren Mütter während des dritten Schwangerschaftsdrittels von einer höheren Luftverschmutzung umgeben waren, hatten einen erhöhten Blutdruck in der Kindheit. Zu diesem Ergebnis
Feinstaub wirkt sich in der Schwangerschaft auf den Blutdruck des Kindes aus
15. Mai 2018
Köln – Es ist unklar, ob es sinnvoll ist, die Rhesusprophylaxe mittels eines Tests zu steuern, der den fetalen Rhesusfaktor noch vor der Geburt bestimmt. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für
Pränataler Rhesusfaktor: Test zuverlässig, Nutzen unklar
15. Mai 2018
Erfurt – Ein neues Internetportal soll Schwangeren die Suche nach Hebammen in Thüringen erleichtern. Die Website www.hebammensuche-thueringen.de sei nun gestartet, teilte das Ge­sund­heits­mi­nis­terium
Online-Plattform soll in Thüringen Suche nach Hebammen erleichtern
9. Mai 2018
Stuttgart – Das Deutsche Rote Kreuz in Baden-Württemberg hat vor einem Nachwuchsproblem bei den Notfallsanitätern gewarnt. Grund sei nicht das mangelnde Interesse junger Leute, sondern das Fehlen

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige