Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Sind Patienten bei jüngeren Ärzten in besseren Händen?

Mittwoch, 17. Mai 2017

Die Behandlung beim Chefarzt im fortgeschrittenen Alter muss kein Vorteil sein. /contrastwerkstatt, stock.adobe.com

Boston – Trotz langjähriger Erfahrung sind ältere Ärzte ihren jungen Kollegen gegen­über nicht automatisch im Vorteil. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein: In den USA überleben Patienten im Krankenhaus länger, wenn sie bei einem jungen Arzt in Behand­lung sind. Eine Ausnahme sind jedoch Ärzte, die mehr als 201 Patienten pro Jahr betreu­en. Hier macht das Alter des Arztes keinen Unterschied. Die Ergebnisse der Beobachtungsstudie wurden im BMJ publiziert (2017; doi: 10.1136/bmj.j1797).

Einen kausalen Unterschied zwischen Arztalter und Sterblichkeit kann die Beobach­tungs­studie nicht liefern. Wenn man aber von einem solchen Zusammenhang ausgeht, könnte man daraus folgendes ableiten: Bei jedem 77. Patienten, der von einem Arzt im Alter über 60 Jahren behandelt wird, könnte der Tod innerhalb von 30 Tagen verhindert werden, wenn ein Arzt jünger als 40 Jahre übernehmen würde.

Yusuke Tsugawa und seine Kollegen von der Harvard T.H. Chan School of Public Health hatten mehr als 730.000 Patienten im Alter von mindestens 65 Jahren untersucht, die bei etwa 18.850 Ärzten in Akutkrankenhäusern in Behandlung waren. Eine deutlich steigende Tedenz zeichnete sich bei der Sterblichkeit mit zunehmendem Alter der Ärzte ab, die jährlich zwischen 90 und 200 Patienten behandelten: Innerhalb von 30 Tagen starben 10,8 Prozent der Patienten von Ärzten unter 40 Jahren, 11,1 Prozent bei den Ärzte zwischen 40 und 49 Jahren, 11,3 Prozent bei den 50 bis 59-Jährigen und 12,1 Prozent der Patienten von über 60-Jährigen.

Die Behandlungskosten einschließlich der Arzt-Patienten-Besuche, angewandter Methoden, Dianosen und Testauswertungen beliefen sich bei älteren Ärzten zudem etwas höher als bei den Jüngeren. Die durchschnittlichen Kosten für zehn Jahre lagen bei den unter 40 Jahre alten Ärzten bei 1.008 US-Dollar pro Patient. Die Gruppe der über 60 Jahre alten Ärzte gab 1.071 US-Dollar pro Patient aus.

Kein Unterschied in der 30-Tage-Mortalität zeigte sich bei Ärzten verschiedenen Alters, die viele Patienten behandelten, das heißt, mehr als 201 Patienten pro Jahr. Unbeein­flusst vom Alter war auch die Wiedereinlieferung in die Klinik.

Die Ursache der beobachteten Unterschiede führen die Autoren auf den technischen Fortschritt und neue wissenschaftliche Erkenntnisse zurück, mit der die ältere Gene­ra­tion nicht Schritt halten kann, wenn sie weniger als 200 Patienten pro Jahr behandelt. Sie würden zudem öfter von den empfohlenen Standards abweichen. © gie/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

17.11.17
Opiatentzug: Naltrexon und Buprenorphin in Studie gleich gut wirksam
New York – Die Opioidkrise, die von der US-Regierung jetzt zu einem nationalen Notstand erklärt wurde, wird die Behandlung Hunderttausender Abhängiger erforderlich machen. Das National Institute on......
13.11.17
Pharmamanager soll neuer Ge­sund­heits­mi­nis­ter in den USA werden
Washington – US-Präsident Donald Trump hat den 50-jährigen Alex Azar als neuen Ge­sund­heits­mi­nis­ter der USA vorgeschlagen. Azar war unter George W. Bush bereits von 2005 bis 2007 stellvertretender......
10.11.17
USA verbieten alle Fentanyl-ähnlichen Medikamente
Washington – Als Reaktion auf die Schmerzmittelabhängigkeit von Millionen US-Bürgern hat das Justizministerium in Washington ein Verbot aller mit dem Mittel Fentanyl verwandten Medikamente......
09.11.17
Kalifornien schränkt Pestizideinsatz nahe Schulen ein
Sacramento – Im US-Staat Kalifornien wird der Einsatz von Pestiziden in der Nähe von öffentlichen Schulen und Kindergärten eingeschränkt. Wie die zuständige Umweltbehörde in der Landeshauptstadt......
27.10.17
Trump verhängt wegen Opioidepidemie Gesundheitsnotstand
Washington – US-Präsident Donald Trump hat angesichts eines massenhaften Missbrauchs von Heroin und anderen Opioiden in den Vereinigten Staaten einen nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Es......
18.10.17
Zwischenlösung im Streit um „Obamacare“
Washington – Im Streit um das Gesundheitssystem in den USA haben sich Demokraten und Republikaner im US-Senat auf eine Zwischenlösung geeinigt. „Wir möchten, dass sich die Menschen in den kommenden......
10.10.17
Trump spricht im Streit um Gesundheitsreform Demokraten an
Washington – Nach den wiederholten gescheiterten Versuchen der Republikaner sucht US-Präsident Donald Trump eine Zusammenarbeit mit den Demokraten bei der Gesundheitsreform. Er habe den Chef der......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige