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Kinderärzte warnen vor koffeinhaltigen Energydrinks

Dienstag, 16. Mai 2017

/Andrea Sachs, stock.adobe.com

Berlin – Ein 16-Jähriger ist im US-Bundesstaat South Carolina an den Folgen einer Über­dosis Koffein gestorben. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BFJK) warnt nun davor, Kindern koffeinhaltige Energydrinks zu geben.

Der Teenager in den USA sei im Unterricht in der Stadt Chapin zu­sam­mengebrochen, nachdem er innerhalb von zwei Stunden drei koffeinhaltige Getränke zu sich genommen habe – einen Milchkaffee, eine Zitronenlimonade mit hohem Koffeinge­halt und einen Energydrink, zitierte CNN heute den Gerichtsmediziner des Bezirks Rich­land, Gary Watts.

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Die große Menge an Koffein in so kurzer Zeit habe mit hoher Wahr­schein­lichkeit Herz­rhyth­musstörungen ausgelöst, an denen der 16-Jährige bereist am 26. April gestorben sei, hieß es. Darunter leiden das Gehirn und die Organe. Der Junge sei ge­sund gewe­sen und ha­be weder Alkohol noch Drogen konsumiert, erklärte Watts. Eine Herz­schwä­che sei nicht diagnostiziert worden.

Todesfälle selten, können aber vorkommen

„Dass ein Kind oder ein Jugendlicher durch Koffein stirbt, ist zum Glück selten, kann aber vorkommen“, erklärte heute der Kinderkardiologe und BVJK-Pressesprecher Josef Kahl. Er verwies darauf, dass Kinder oder Jugendliche in einem solchen Fall zumeist an Vorer­kran­kungen wie einem Herzfehler litten und wenn zusätzlich zu dem hochdosierten Koffe­in Alkohol komme oder anstrengende körperliche Bewegung.

Hermine Nock vom Bundesverband Herzkranke Kinder erklärte, Jugendliche neigten zu Risikoverhalten. Gerade für Jugendliche mit angeborenem Herzfehler zähle die Anerken­nung durch Gleichaltrige. Wenn beim Feiern im Club Koffeintabletten oder -pulver, so­ge­nannte Wachmacher, die Runde machten, wenn beim Sport große Mengen von Energy­drinks konsumiert würden, trauten sie sich oft nicht, „Nein“ zu sagen, selbst wenn sie wüss­ten, dass Koffein in konzentrierter Form schädlich für sie sei.

Die Kinderärzte weisen darauf hin, dass der Europäischen Behörde für Lebensmittelsi­cher­heit Efsa zufolge gesunde Erwachsene über den Tag verteilt bis zu 400 Milligramm Koffein zu sich nehmen können. Das seien rund fünf Tassen Filterkaffee oder Espresso – wobei der Koffeingehalt jedoch je nach Zubereitung stark schwanken könne. Alternativ sei diese Menge in rund fünf Dosen Red Bull (je 250 ml) oder zweieinhalb Dosen Mons­ter (je 500 ml) oder in neun Tassen schwarzem Tee (je 200 ml).

„Gesunde Jugendliche können sicher ohne Gefahr für Leib und Leben die angegebenen Mengen Koffein vertragen“, sagte Kahl. Allerdings sollten sie nicht zusätzlich Alkohol trin­ken. Bei anstrengenden körperlichen Bewegungen sollten sie darauf achten, genug Flüs­sigkeit zu sich zu nehmen und zwar Wasser oder Saftschorlen. Für herzkranke Ju­gendliche könnten die angegebenen Mengen bereits schädlich sein. „Sie sollten am besten ganz auf Koffein und natürlich auf Alkohol verzichten“, rät Kahl.

Ganz schön uncool

Nock ermahnt Eltern, mit ihren herzkranken Jugendlichen über das Problem zu spre­chen und sie darin zu bestärken, Haltung zu zeigen und Wachmacher abzulehnen. „Sie sollten ihnen klarmachen, dass ein Herz-Kreislauf-Kollaps nicht nur ganz schön uncool ist, son­dern lebensgefährlich sein kann“, sagte sie.

In den USA gibt es immer wieder Berichte über Todesfälle nach der Aufnahme hoher Kof­fe­inmengen vor allem über Energydrinks. Gerade bei einer Vorschädigung des Herzens kann exzessiver Koffeinkonsum gravierende Folgen haben. © may/dpa/aerzteblatt.de

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