Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Nicht kleinzelliges Lungenkarzinom: IQWIG bescheinigt Pembrolizumab Zusatznutzen

Dienstag, 16. Mai 2017

Köln – Bestimmte Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem nicht klein­­zelligen Lungenkarzinom (NSCLC) können auch in der Erstlinientherapie von dem monoklonalen Antikörper Pembrolizumab (Handelsname Keytruda) profitieren. Das Ins­ti­tut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sieht für eine Patien­tenuntergruppe einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen gegen­über der zweckmäßigen Vergleichstherapie – vor allem aufgrund des verlängerten Gesamt­über­lebens.

Pembrolizumab wurde zunächst für die Behandlung von schwarzem Hautkrebs einge­führt. Seit Juli 2016 steht er auch für Erwachsene mit lokal fortgeschrittenem oder metas­tasierendem NSCLC zur Verfügung, deren Tumoren den T-Zell-Rezeptor-Liganden PD-L1 exprimieren und die bereits eine Chemotherapie erhalten haben – also für die Zweitlinientherapie.

Nach einer Zulassungserweiterung soll der Antikörper nun auch in der Erstlinientherapie eingesetzt werden können, wenn mindestens die Hälfte der Tumorzellen PD-L1 herstellt und die Tumoren zudem keine aktivierenden Mutationen des epidermalen Wachstums­faktorrezeptors (EGFR) oder der anaplastischen Lymphomkinase (ALK) aufweisen.

Der Hersteller hat daher Studienergebnisse vorgelegt, in der Pembrolizumab mit einer Cis­platin- oder Carboplatin-basierten Kombinations-Chemotherapie verglichen wurde. Die Wissenschaftler des IQWiG haben diese Daten im Rahmen einer frühen Nutzen­be­wer­tung für den Gemeinsamen Bundes­aus­schuss analysiert. Für den patientenrele­van­ten Endpunkt Gesamtüberleben ergab sich aus den Daten ein Hinweis auf einen Zusatz­nutzen von Pembrolizumab gegenüber den Vergleichstherapien. In der Kategorie Morbi­di­tät zeigten sich für acht Symptomatik-Endpunkte Anhaltspunkte für einen Zusatznutzen, ebenso für einige Aspekte der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, etwa die Zeit bis zur Verschlechterung der körperlichen oder der sozialen Funktion.

In der Endpunkt-Kategorie Nebenwirkungen gab es bei den schwerwiegenden uner­wün­sch­ten Ereignissen keine statistisch signifikanten Unterschiede, wohl aber bei den schwe­ren unerwünschten Ereignissen einen Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden von Pembrolizumab.

„Zusammenfassend gibt es daher für die Erstlinienbehandlung von Patientinnen und Pa­tienten mit metastasierendem NSCLC mit PD-L1-exprimierenden Tumoren ohne aktivie­rende EGFR- und ALK-Mutationen einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatz­nutzen“, ziehen die IQWiG-Wissenschaftler ein Fazit. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

23.06.17
Columbus – Der PD1-Antikörper Nivolumab hat – anders als Pembrolizumab in einer anderen Studie – die Überlebenszeiten in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen nicht kleinzelligen......
12.06.17
Berlin – Mediziner und Ökonomen haben heute Kritik an der 2011 in Deutschland eingeführten frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln im Rahmen des Arznei­mittel­markt­neuordnungs­gesetzes (AMNOG) geübt.......
07.06.17
Lungenkrebs: Alectinib in zwei Vergleichsstudien mit besserer Wirkung und Verträglichkeit
Tokio/Hongkong – Der Tyrosinkinase-Inhibitor Alectinib, der seit Kurzem als Zweitlinien-Medikament beim ALK-positiven nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom zugelassen ist, hat im direkten Vergleich......
01.06.17
IQWiG sieht Zusatznutzenhinweis für Secukinumab und Ixekizumab bei Psoriasis
Köln – Bestimmte Patienten mit Psoriasis können von den monoklonalen Antikörpern Secukinumab (Handelsname Cosentyx) und Ixekizumab (Handelsname Taltz) profitieren. Zu diesem Ergebnis kommt das......
29.05.17
Plattenepithel­karzinom: Einige Tumorarten benötigen mehr Zucker als andere
Dallas – Einige Krebszellen überleben und vermehren sich in Abhängigkeit von Glukose. Verhindert man mittels Inhibitoren, dass der Glukosetransporter 1 (GLUT 1) die Krebszellen eines......
26.05.17
Fersenschmerz: Extrakorporale Stoßwellentherapie besser als Ultraschall und Iontophorese
Eine Reizung und Entzündung der Sehnenplatte in der Fußsohle kann zu Gewebsveränderungen und damit zu Fersenschmerzen führen. / SENTELLO, stock.adobe.com Köln – Im November 2016 hatte das Institut für......
25.05.17
Suizid: Lungenkrebspatienten tragen höheres Risiko als alle anderen Krebspatienten
Washington/New York – Lungenkrebs scheint unter den Tumoren eine besonders schwere seelische Belastung zu verursachen. Im Vergleich zu Patienten mit Darm-, Brust- oder Prostatakrebs traten bei......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige