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Medizin

Ausdauer- und Krafttraining unterstützen Diät im Alter am besten

Freitag, 19. Mai 2017

zinkevych stock.adobe.com

Houston – Die Kombination aus einer Kalorienrestriktion mit einem Ausdauer- und Krafttraining kann das Körpergewicht von adipösen Senioren senken, ohne dass es zu einer Zunahme der Gebrechlichkeit kommt. Dies zeigen die Ergebnisse einer randomisierten kontrollierten Studie im New England Journal of Medicine (2017; 376: 1943-1955).

Während eine Gewichtsreduktion jüngeren adipösen Menschen uneingeschränkt als hilfreicher Schritt zu einem gesünderen Leben empfohlen wird, sind sich die Ernährungsmediziner bei Senioren nicht so sicher. Es besteht die Befürchtung, dass eine Diät in höherem Alter zu einem Verlust von Muskel- und Knochenmasse führt und die Gebrechlichkeit erhöht.

In der LITOE-Studie (Lifestyle Intervention Trial in Obese Elderly) wurde die Diät, die ein tägliches Energiedefizit von 500 bis 750 Kilokalorien vorsah (bei einer aus­reichenden Zufuhr von hochwertigen Proteinen), mit einem Sportprogramm kombiniert. Es bestand in einer Gruppe aus einem Ausdauertraining (dreimal die Woche eine Stunde), bei dem die Senioren sich auf bis zu 65 Prozent der maximalen Herzfrequenz belasten sollten (später auf 70 bis 85 Prozent).

Die zweite Gruppe nahm dreimal die Woche für eine Stunde an einem Krafttraining teil mit einer Belastung von 65 Prozent der maximalen Muskelkraft (später auf 85 Prozent). Die dritte Gruppe führte ein kombiniertes Ausdauer- und Krafttraining durch. Hier dauerten die drei wöchentlichen Übungsstunden jeweils 75 bis 90 Minuten. Eine vierte Gruppe führte keine Diät durch und nahm an keinem Training teil. 

An der Studie nahmen 141 Senioren im Alter von 65 bis 85 Jahren teil, die mit einem Body-Mass-Index von über 30 adipös waren. Weitere Teilnahmebedingungen waren eine Bewegungsarmut und die Bereitschaft, sich der Restriktionsdiät zu unterziehen und eventuell am Sportprogramm teilzunehmen. Primärer Endpunkt waren die Ergebnisse in einem Physical Performance Test, der die Fitness mit 0 bis 36 Punkten bewertet. 

Wie Dennis Villareal vom Baylor College of Medicine in Houston und Mitarbeiter berichten, erzielte die Kombination aus der Diät mit dem Ausdauer- und Krafttraining die besten Resultate. Die Teilnehmer verbesserten während der sechsmonatigen Intervention ihr Ergebnis im Physical Performance Test von von 27,9 auf 33,4 Punkte (plus 21 Prozent) gegenüber einer Verbesserung von 29,3 auf 33,2 Punkte (plus 14 Prozent) unter dem alleinigen Ausdauertraining und einer Verbesserung von 28,8 auf 32,7 Punkte (plus 14 Prozent) unter dem alleinigen Krafttraining. 

Die maximale Sauerstoffaufnahme verbesserte sich unter der Sportkombination um 17 Prozent und unter dem alleinigen Ausdauertraining um 18 Prozent. Unter dem Krafttraining kam es nur zu einer Zunahme um 8 Prozent.

Die Muskelkraft stieg unter der Sportkombination um 18 Prozent und unter dem alleinigen Krafttraining um 19 Prozent. Das Ausdauertraining erzielte nur eine Zunahme um 4 Prozent.

In allen drei aktiven Gruppen wurde eine Gewichtsreduktion um 9 Prozent erreicht. Dabei kam es jedoch zu einer Abnahme der Muskelmasse, die unter der Sportkom­bination und dem alleinigen Krafttraining mit 3 beziehungsweise 2 Prozent etwas niedriger ausfiel als unter dem alleinigen Ausdauertraining (minus 5 Prozent). In allen drei Gruppen kam es auch zu einem leichten Rückgang der Knochenmineral­dichte: minus 1 Prozent nach der Sportkombination, minus 0,5 Prozent nach dem Krafttraining und minus 3 Prozent nach dem Ausdauertraining. 

Die Studie zeigt laut Villareal eindeutig, dass die Kombination mit einem Sport­programm die negativen Auswirkungen einer Diät bei Senioren verhindern kann. Einige Teilnehmer hatten ihr Ergebnis im Physical Performance Test so weit gesteigert, dass sie am Ende nicht mehr als gebrechlich eingestuft wurden. © rme/aerzteblatt.de

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´hajodba@gmx.de
am Freitag, 19. Mai 2017, 16:55

"Herzlichen Dank für die Studie" - genau dies bahaupte ich seit "10 Jahren" aufgrund meiner "praktischen Erfahrungen"

Trotz "guter Erfolge" stoße ich damit bei meiner Krankenkasse
noch immer auf "taube Ohren", weil sie an eine "Rahmenverein-
barung gekettet" ist, worin das

"Kraft-Ausdauer-Training technischen Geräten"

ausdrücklich "ausgeschlossen" wurde, weil es von "Partnern der
Rahmenvereinbarung" nicht angeboten wird. Stattdessen sollen so-
gar selbst "Reha-Patienten"

"Gymnastik oder Ball- bzw. Bewegungsspiele
in der Gruppe"

machen. Doch wie soll dies ein "Patient mit Rollator" machen?

Als meine Krankenkasse noch das "Kraft-Ausdauer-Training an den
technischen Geräten" übernehmen durfte, konnte ich zusammen mit
meiner damals "70-jäöhrigen multimorbiden Lebensgefährtin" ein
von mir entwickeltes "spezielles Training im Fitness-Studie"
absolvieren. Sie trainiert mit "Sauerstoffgerät und Rollator".
Die dabei erzielten "erstaunlichen Verbesserungen ihrer gesund-
heitlichen Situation sind durch "Befunde dokumentiert". Ich ver-
weise dazu auch auf den Artikel:

"Studie; Statine verhindern Trainingseffekte
in der Muskulatur"

("Deutsches Ärzteblatt vom 10.01.2017")

Seit der "Änderung der Rahmenvereinbarung" kämpfe ich für mein
"Trainingsprogramm" und freue mich daher, durch diese "Studie in
meinen Ansichten" bestätig worden zu sein.

H. Jürgen Barth, Rodalben
´hajodba@gmx.de
am Freitag, 19. Mai 2017, 16:55

"Herzlichen Dank für die Studie" - genau dies bahaupte ich seit "10 Jahren" aufgrund meiner "praktischen Erfahrungen"

Trotz "guter Erfolge" stoße ich damit bei meiner Krankenkasse
noch immer auf "taube Ohren", weil sie an eine "Rahmenverein-
barung gekettet" ist, worin das

"Kraft-Ausdauer-Training technischen Geräten"

ausdrücklich "ausgeschlossen" wurde, weil es von "Partnern der
Rahmenvereinbarung" nicht angeboten wird. Stattdessen sollen so-
gar selbst "Reha-Patienten"

"Gymnastik oder Ball- bzw. Bewegungsspiele
in der Gruppe"

machen. Doch wie soll dies ein "Patient mit Rollator" machen?

Als meine Krankenkasse noch das "Kraft-Ausdauer-Training an den
technischen Geräten" übernehmen durfte, konnte ich zusammen mit
meiner damals "70-jäöhrigen multimorbiden Lebensgefährtin" ein
von mir entwickeltes "spezielles Training im Fitness-Studie"
absolvieren. Sie trainiert mit "Sauerstoffgerät und Rollator".
Die dabei erzielten "erstaunlichen Verbesserungen ihrer gesund-
heitlichen Situation sind durch "Befunde dokumentiert". Ich ver-
weise dazu auch auf den Artikel:

"Studie; Statine verhindern Trainingseffekte
in der Muskulatur"

("Deutsches Ärzteblatt vom 10.01.2017")

Seit der "Änderung der Rahmenvereinbarung" kämpfe ich für mein
"Trainingsprogramm" und freue mich daher, durch diese "Studie in
meinen Ansichten" bestätig worden zu sein.

H. Jürgen Barth, Rodalben

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