NewsÄrzteschaftUN-Atomwaffenverbot: IPPNW bewertet Vertragsentwurf positiv
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

UN-Atomwaffenverbot: IPPNW bewertet Vertragsentwurf positiv

Dienstag, 23. Mai 2017

/typomaniac, stock.adobe.com

Berlin – Die ärztliche Friedensorganisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) hat den ersten offiziellen Vertragsentwurf für ein weltweites Atomwaffenverbot positiv bewertet. Am 22. Mai hatten die Vereinten Nationen (UN) den Entwurf nach einer Verhandlungsrunde in Genf vorgestellt. Er soll die Grundlage für die am 15. Juni beginnende zweite Verhandlungs­runde sein.

„Wir Ärzte kennen die katastrophalen humanitären Folgen eines Atomwaffeneinsatzes und ziehen aus diesem Wissen die einzig mögliche Schlussfolgerung: diese Waffen müssen völkerrechtlich geächtet werden“, sagte IPPNW-Vorsitzender Alex Rosen dem Deutschen Ärzteblatt. Die Mehrheit der Staaten der Welt habe sich für eine völkerrecht­liche Ächtung dieser Massenvernichtungswaffen ausgesprochen und einen entspre­chen­den Vertragsentwurf vorgelegt. „Es ist nun an Deutschland und den anderen Staaten mit Atomwaffen auf ihrem Territorium, ihren Widerstand gegen diesen Prozess aufzugeben“, so Rosen.

Auch die Organisation Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) hat das Dokument als Fortschritt auf dem Weg zu einer atomwaffenfreien Welt bewertet. „Der Entwurf ist eine gute Grundlage für die Verhandlungen im Juni und Juli“, erklärte Xanthe Hall von ICAN. „Wir hoffen, dass am Ende der Konferenz ein starkes Abkommen beschlossen wird.“

Anzeige

Laut dem Entwurf würden sich die Unterzeichnerstaaten verpflichten, unter keinen Umständen Atomwaffen zu entwickeln, herzustellen, anderweitig zu beschaffen, zu besitzen oder zu lagern. Auch der Transfer sowie die Weitergabe der Verfügungsgewalt werden umfassend verboten, sodass auch die nukleare Teilhabe innerhalb der NATO nicht vertragskonform wäre. Der Einsatz von Atomwaffen wird ebenfalls untersagt. Zudem dürfen die Vertragsparteien keiner anderen Partei helfen, diese verbotenen Aktivitäten durchzuführen. © hil/sb/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

2. Mai 2018
Berlin – Die Atomkraftwerks-Betreiber RWE und Vattenfall sollen laut einem Gesetzentwurf für Nachteile beim Atomausstieg 2011 finanziell entschädigt werden. Die genaue Summe steht nicht fest – das
Konzerne sollen finanziellen Ausgleich für Atomausstieg erhalten
27. April 2018
Berlin – Die Ärzteorganisation Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) hat die Bundesregierung aufgefordert, jeglichen Laufzeitverlängerungen von
Ärzte machen sich für Atomausstieg stark
9. März 2018
Fukushima/Berlin – Zum Jahrestag des Super-Gaus im Atomkraftwerk Fukushima am 11. März sieht die Bundesregierung bei den Aufräumarbeiten noch immer zahlreiche Schwierigkeiten. Der IPPNW –
Fukushima bleibt „große Herausforderung“
2. Februar 2018
Den Haag/Berlin – Nach einer Rüge niederländischer Experten will die Bundesregierung mögliche Verbesserungen beim Notfallschutz nach einem nuklearen Unfall prüfen. Das Bundesumweltministerium dränge
Umweltministerium prüft besseren Notfallschutz bei nuklearem Unfall
20. Dezember 2017
Berlin/Prypjat – Die Abschlussarbeiten an der Schutzhülle über der Atomruine Tschernobyl in der Ukraine verzögern sich. Die Installation der Membranen, die den sogenannten Sarkophag mit der
Fertigstellung der Schutzhülle über Tschernobyl-Ruine verzögert sich
14. November 2017
Aachen – Bürger in der Aachener Region haben morgen die letzte Gelegenheit, kosten- und formlos Jodtabletten zu beantragen. Die Bezugsscheine, die sie übers Internet erhalten, können sie dann nach
Atomarer Ernstfall: Sonderaktion für kostenlose Jodtabletten endet
30. Oktober 2017
Aachen – Zehntausende Menschen in der Region Aachen haben sich aus Angst vor einem Atomunfall bei einer Verteilaktion der Behörden mit Jodtabletten versorgt. Einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur
NEWSLETTER