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Medizin

US-Pädiater: Keine Fruchtsäfte im ersten Lebensjahr

Dienstag, 23. Mai 2017

/JFsPic, stock.adobe.com

San Francisco – Kinder sollten im ersten Lebensjahr grundsätzlich keine Fruchtsäfte erhalten. Auch später sollten die Kinder lieber Obst essen, da Fruchtsäfte deutlich mehr Zucker enthalten und die Entwicklung von Karies fördern. Die leicht verdaulichen Kohlenhydrate könnten auch die Entwicklung von Gewichtsproblemen fördern, heißt es in der neuen Empfehlung der American Academy of Pediatrics in Pediatrics (2017; 139: e20170967).

Fruchtsäfte standen bei Pädiatern lange in einem guten Ruf, da sie viel Vitamin C enthalten und die Aufnahme fester Nahrung erleichtern, mit denen die Kinder ab dem Alter von sechs Monaten beginnen sollten. Auch viele Eltern sind der Ansicht, dass Fruchtsäfte die gesündere Alternative zu Süßgetränken sind. Dabei wird leicht über­sehen, dass auch Fruchtsäfte viel Zucker enthalten.

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Der Gehalt an Kohlenhydraten liegt zwischen 11 und 16 Prozent gegenüber nur 7 Prozent in der Muttermilch. Fruchtsäfte sind dagegen frei von Ballaststoffen. Kinder, die viele Fruchtsäfte trinken, laufen deshalb Gefahr, mehr Kalorien zu sich zu nehmen als sie benötigen. Der süße Geschmack könnte sie auch auf den späteren Konsum von anderen Süßgetränken prägen. Eltern sollten ihren Kindern deshalb statt Fruchtsäften lieber Obst zum Verzehr anbieten, raten Melvin Heyman, Universität von Kalifornien in San Francisco und Mitarbeiter.

Im ersten Lebensjahr haben nach Einschätzung der US-Pädiater Fruchtsäfte keinen Nutzen für die Ernährung. Auch später sind sie für die Entwicklung nicht erforderlich. Heyman rät, dass Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren höchsten 4 Unzen (113 Gramm) Fruchtsäfte trinken, im Alter von 4 bis 6 Jahren seien bis zu 6 Unzen (170 Gramm) in Ordnung, im Alter zwischen 7 und 18 Jahren sollten es dann nicht mehr als 8 Unzen (226 Gramm) sein.

Krabbelkinder sollten keine Schnabeltassen erhalten, aus denen sie nach Bedarf Fruchtsäfte konsumieren können. Die dadurch erzielte langfristige Exposition der Zähne mit Zucker fördere die Karies. Auch die verbreitete Praxis, den Kindern das Einschlafen mit einem Saft zu versüßen, sollte nach Ansicht der US-Pädiater unterbleiben. Generell sollten bei kleinen Kindern Milch und bei größeren Kindern Wasser zum Stillen des Durstes bevorzugt werden.

Die US-Pädiater machen auch darauf aufmerksam, dass einige Fruchtsäfte die Aufnahme von Medikamenten aus dem Darm und den Abbau in der Leber stören können. Insbesondere Grapefruit sollten Kinder, die Medikamente einnehmen, meiden. Fruchtsäfte sind auch kein Hausmittel gegen Durchfallerkrankungen. Im Gegenteil: Chronische Durchfälle, unter denen viele Kinder im Alter von 6 bis 36 Monaten leiden (Toddler's diarrhea), würden sich bessern, wenn die Fruchtsäfte komplett gestrichen werden. © rme/aerzteblatt.de

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