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Medizin

Gadolinium: FDA findet keine Hirnschäden durch MRT-Kontrastmittel

Mittwoch, 24. Mai 2017

Fotokon stock.adobe.com

Silver Spring – Im Gegensatz zur europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), die im März empfohlen hat, bestimmte Gadolinium-haltige Kontrastmittel für die Magnet­resonanztomographie (MRT) vom Markt zu nehmen, sieht die US-Arzneimittelbehörde FDA derzeit keinen Handlungsbedarf. Laut einer Drug Safety Communication sind derzeit keine Einschränkungen vorgesehen.

MRT-Kontrastmittel enthalten das Schwermetall Gadolinium. Es ermöglicht aufgrund seiner magnetischen Eigenschaften eine bessere Darstellung durchbluteter Strukturen. Aufgrund seiner Toxizität ist Gadolinium fest in Chelate gebunden, die eine Freisetzung verhindern sollen. Dies gelingt bei den verschiedenen Chelaten unterschiedlich gut.

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Vor zehn Jahren wurde beobachtet, dass Patienten mit Nierenfunktionsstörung, die die Elimination des Kontrastmittels verzögert, in sehr seltenen Fällen Wochen oder Monate nach einer Kontrastmittel-MRT an einer nephrogenen systemischen Fibrose erkrankten. Es handelt sich um eine schmerzhafte Hauterkrankung, die durch Indurationen im Gewebe gekennzeichnet ist, die Gelenke einbeziehen kann und die mit erheblichen Einschränkungen der Bewegung verbunden sein kann.

Die Erkrankung wird heute mit Gadolinium-Ionen in Verbindung gebracht, die sich aus der Bindung der Chelate gelöst haben. Betroffen waren in erster Linie Patienten, die ein Kontrastmittel mit linearer Struktur erhalten hatten. Kontrastmittel mit zyklischer Struktur scheinen unbedenklich zu sein.

Später wurde entdeckt, dass sich Gadolinium vermutlich auch im Gehirn ablagern kann. Bei Patienten, die zuvor Gadolinium-haltige Kontrastmittel erhalten hatten, wurden in MRTs, die Monate später ohne Kontrastmittel durchgeführt wurden, weiterhin erhöhte Signale in bestimmten Gehirnarealen gefunden. Auch hier waren ausschließlich Kontrastmittel mit linearer Struktur betroffen.

Es gibt zwar keine Hinweise, dass die Ablagerungen zu Funktionsstörungen des Gehirns führen. Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der EMA riet dennoch im März, vier Kontrastmittel mit linearer Struktur (Gadobensäure, Gadodiamid, Gadopentetat und Gadoversetamid) vorsorglich vom Markt zu nehmen (Eine endgültige Entscheidung steht allerdings noch aus).

Die FDA kommt aufgrund der gleichen Sachlage jetzt zu einem anderen Schluss. Da es bisher keine Hinweise auf Nebenwirkungen gibt, dürfen in den USA alle MRT-Kontrastmittel weiter vermarktet werden. Einschränkungen in der Verwendung sind laut der Drug Safety Communication vorerst nicht vorgesehen. Die Ärzte werden jedoch aufgefordert, die Kontrastmittel grundsätzlich sparsam einzusetzen.

In der Literatur sind in jüngster Zeit Fallberichte aufgetaucht, in denen Patienten trotz normaler Nierenfunktion nach einer Kontrastmittel-MRT Verhärtungen der Haut entwickelten (Investigative Radiology 2016; 51: 280-9 und 661-5). Die FDA prüft derzeit diese Fälle. Am National Center for Toxicological Research (NCTR) lässt die US-Behörde derzeit an Ratten prüfen, wie sich Gadolinium im Gehirn ablagert. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Sonntag, 6. Oktober 2019, 23:07

@Salzer

Was hat denn "The pharmaceutical industry and the German National Socialist Regime: I.G. Farben and pharmacological research" von F. López‐Muñoz et al. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1365-2710.2008.00972.x
mit "Gadolinium: FDA findet keine Hirnschäden durch MRT-Kontrastmittel" zu tun?

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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