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Politik

Stationäre Pflege in Altenheimen in Bayern wird schlechter

Donnerstag, 25. Mai 2017

/Kzenon, stock.adobe.com

München – Die stationäre Pflege in Seniorenheimen in Bayern wird schlechter. „Wir haben immer mehr Einrichtungen, die Probleme haben, die Mindestanforderungen an die Pflege zu erfüllen“, sagte Ottilie Randzio vom Medizinischen Dienst der Krankenver­sicherung (MDK) in Bayern.

„Das liegt vermutlich daran, dass die Qualität der Aus­bildung nachgelassen hat und wir einfach zu wenige Pflegekräfte haben“, sagte die leitende Ärtzin für die Pflege beim MDK weiter. Deshalb seien die Arbeitsverdichtung sowie die -belastung zu hoch. „Darunter leiden die Sozialkompetenz und die mensch­liche Zuwendung.“

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Der MDK ist als Institution für die Qualitätsprüfung der Pflegeheime zuständig. Er nimmt aber auch Beschwerden entgegen. Im vergangenen Jahr sind 450 Beschwerden wegen schlechter Pflege in Altenheimen eingegangen. „Der überwie­gende Teil, fast 200 davon, kam von Angehörigen. Mehr als 100 kamen von Mitarbei­tern der Pflegeeinrichtungen selbst“, sagte Randzio. Das zeige, dass die Sensibilität hoch sei. 141 der gemeldeten Fälle wurden konkret überprüft. „In mehr als der Hälfte davon waren die Beschwerden begründet und es gab in der Einrichtung Handlungs­bedarf.“

In Bayern gibt es dem MDK zufolge etwa 1.800 stationäre Pflegeeinrichtungen für Senioren. Etwa 20 haben so deutliche Defizite, dass sie engmaschig beraten werden müssen. Dazu gehört auch die unterfränkische Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf, die vor wenigen Monaten wegen rätselhafter Todesfälle in die Schlagzeilen geraten war.

Ziel der Beratungen sei, dass die Mängel behoben würden und die verbesserte Qualität stabil gehalten werde. „20 Einrichtungen – das hört sich erst einmal nicht viel an. Aber jede einzelne ist natürlich zu viel. Vor allem, wenn es um Gewalt geht“, sagte Randzio. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #562834
anaesthesist_meyer
am Samstag, 27. Mai 2017, 09:07

Auch der hausärztliche Dienst ist hier in der Pflicht!

Unzureichende Pflege sollte auch den hausärztlichen Versorgern auffallen. Wenn ein Schlaganfallpatient mit Halbseitenlähmung und starken neuropathischen Schmerzen selbst von grundlegenden hygienischen Maßnahmen ausgeschlossen bleibt, darf dies der Hausärztin/dem Hausarzt nicht entgehen, passiert aber. Wenn Unsicherheiten in der Medikation bei starken Schmerzen bestehen, kann auch ein spezialisierter Palliativpflegedienst in Anspruch genommen werden!
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