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Medizin

Diabetes Typ 2: Schon ein fettreiches Essen beeinflusst den Stoffwechsel negativ

Dienstag, 30. Mai 2017

 Pizza, Pommes und Burger  / freshidea, stock.adobe.com
Palmöl, Pizza, Pommes und Burger sind reich an gesättigten Fettsäuren. / freshidea, stock.adobe.com

Düsseldorf – Bereits die einmalige Aufnahme einer größeren Menge Palmöl wirkt sich auf den Stoffwechsel aus. Sie verringert nicht nur die Empfindlichkeit des Körpers für Insulin, sondern sorgt auch für vermehrte Fetteinlagerungen in der Leber. Das zeigen Untersuchungen von Forschern um Elisa Álvarez Hernández vom Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) und dem Helmholtz-Zentrum München. Die Ergebnisse wurden in The Journal of Clinical Investigation publiziert und beim Diabetes-Kongress in Hamburg vorgestellt (2017; doi: 10.1172/JCI89444).

Gemeinsam mit portugiesischen Kollegen haben die Forscher aus Deutschland eine Untersuchung an Mäusen und an 14 gesunden, schlanken Männern durchgeführt. Sie erhielten nach dem Zufallsprinzip einmal ein aromatisiertes Palmölgetränk (1,18 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht) und ein anderes Mal ein Glas mit klarem Wasser als Kontrollexperiment. Das Palmölgetränk entsprach einer ähnlichen Menge an gesättigtem Fett wie zwei Cheeseburger mit Speck und einer großen Portion Pommes Frites oder wie zwei Salami-Pizzen.

Eine einzige Mahlzeit genügt

„Dabei zeigte sich sowohl bei den Menschen als auch bei den Mäusen, dass diese einzige fettreiche Mahlzeit ausreicht, um die Insulinwirkung zu vermindern, das heißt, eine Insulinresistenz hervorzurufen und den Fettgehalt der Leber zu erhöhen“, sagt Hrabĕ de Angelis, Vorstand des DDZ und Direktor des Instituts für Experimentelle Genetik am Helmholtz-Zentrum München.

Die Insulinsensitivität sank im ganzen Körper um durchschnittlich 25 Prozent. In Leberzellen konnten die Forscher eine Abnahme von 15 Prozent und im adipösen Gewebe um 34 Prozent messen. Zudem konnten Veränderungen im Energiehaushalt der Leber nachgewiesen werden. Hepati­sche Triglyceride stiegen um 35 Prozent, Adenosintriphosphat um 16 Prozent. Die Glukoneogenese in der Leber nahm zudem um 70 Prozent zu, der Abbau von Glykogen zu Glukose-1-Phosphat und Glukose sank gleichzeitig um 20 Prozent.

Die beobachteten Stoffwechselveränderungen gleichen den Veränderungen, wie sie bei Menschen mit Typ-2-Diabetes oder nichtalkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD) beobachtet werden. Die beobachteten frühen Veränderungen im Leberstoffwechsel könnten langfristig zu Fettlebererkrankungen bei Übergewicht und Typ-2-Diabetes führen. © gie/EB/aerzteblatt.de

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