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Ärzteschaft

Novellierung der Weiterbildung nimmt nächste Hürde

Freitag, 26. Mai 2017

Franz Joseph Bartmann /Gebhardt

Freiburg - Der 120. Deutsche Ärztetag hat grünes Licht für die weitere Beratung der Novellierung der (Muster-)Berufsordnung gegeben. In einer langen Debatte am letzten Sitzungstages stellten die Delegierten sich hinter den  Novellierungsprozess und forderte alle Beteiligten auf, die Arbeiten zügig zum Abschluss zu bringen. In einem Grundsatzbeschluss zur Gesamtnovelle hat der Ärztetag die vorgestellten Rahmen­bedingungen der Weiterbildungsinhalte fixiert. Den Delegierten wurde der rund 1.000 Seiten starke sogenannte Abschnitt B der Weiter­bildungs­ordnung vorgelegt. Darin enthalten sind die Facharzt- und Schwerpunktbezeichnungen. 

Weiterbildung am Ergebnis orientiert

Mit der Novelle soll die ärztliche Weiterbildung einer neuen Struktur folgen: Die Kernfrage soll nicht mehr lauten, „wie oft“ und „in welcher Zeit“ werden Inhalte erbracht, sondern „wie“, in welcher Form, werden Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten erlernt. „Die kompetenzorientierte Weiterbildung ist am Ergebnis orientiert, nicht an dem Ableisten von Zeiten“, erklärte Franz Bartmann, Vorsitzender der Weiterbildungsgremien der Bundes­ärzte­kammer.  Die Inhalte der MWBO werden in Weiterbildungsblöcke und Weiterbildungsmodi gegliedert, um den Ablauf der Weiterbildung besser zu strukturieren. Mehr Flexibilität sollen berufsbegleitende Weiterbildungen und neue Lernmethoden schaffen. 

Dokumentation per elektronischem Logbuch

Um die verpflichtende Dokumentation des Weiterbildungsfortschritts für Weiterzu­bildende und Weiterbildungsbefugte zu erleichtern, soll das zukünftige Logbuch als elektronische Anwendung zur Verfügung stehen. Für einen unkomplizierten Wechsel der Ärztekammer wird hierzu eine bundeseinheitliche Lösung angestrebt.

In weiteren Beschlüssen sprach sich der Ärztetag dafür aus, die Facharzt-Kompetenz „Allgemeinchirurgie“ sowie „Hygiene und Umweltmedizin“ zu erhalten. Die Delegierten forderten zudem, die im Landesrecht festgeschriebenen Zuständigkeits- und Verantwortungsbereiche der Lan­des­ärz­te­kam­mern zu wahren. Jeglichen politischen Bestrebungen, die ärztliche Weiterbildung unter dem Aspekt der Sicherstellung der Versorgung limitieren zu wollen, müsse entgegengetreten werden. 

Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch in der Weiterbildung beachten

Der Ärztetag betonte außerdem, dass Weiterbildungsstätten die Voraussetzungen dafür schaffen müssten, dass die Weiterbildungsbefugten sowie ihre jungen Ärztinnen und Ärzte ausreichend Zeit für die Weiterbildung haben. Der Vereinbarkeit von Familie und Beruf müsse auch in der Weiterbildung Rechnung getragen werden. Arbeitgeber müssten die Voraussetzungen dafür schaffen, die geforderten Weiterbildungsinhalte im Rahmen verschiedener Arbeitszeitmodelle zu ermöglichen. Ferner forderte der Ärztetag die Lan­des­ärz­te­kam­mern auf, kontinuierlich eine Evaluation der Weiterbildung vorzunehmen.

Über die fast vierstündige Debatte und einen Abstimmungsmarathon von rund 40 Anträgen äußerte sich Bartmann letztendlich positiv: „Es war richtig und wichtig, wie hier diskutiert wurde: Mit dem Blick auf die junge Generation und nicht mit dem Blick zurück, wie es immer schon war.“

Ziel ist es nun, in weiteren Diskussionen in den zuständigen Gremien, die novellierte (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung weiter zu bearbeitend, dass sie als Gesamtpaket auf dem nächsten Deutschen Ärztetag im Mai 2018 in Erfurt verabschieden kann. © bee/aerzteblatt.de

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