Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Sterbebegleitung: Forderung nach mehr Geld

Montag, 29. Mai 2017

/bilderstoeckchen, stock.adobe.com

Düsseldorf – Der SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach hat mehr Geld für die Sterbe­begleitung von Menschen in Pflegeheimen gefordert. „Viel zu viele Patienten sterben jedes Jahr wegen wirtschaftlicher Zwänge unter menschenunwürdigen Bedingungen in Pflegeheimen“, sagte Lauterbach der Rheinischen Post. Die Betreuung von Sterbenden in Heimen müsse der in Hospizen finanziell gleichgestellt werden.

Lauterbach unterstützt damit eine Forderung der Deutschen Stiftung Patientenschutz. „Während für die 25.000 Sterbenden in Hospizen von den Sozialkassen monatlich rund 8.300 Euro pro Person aufgewendet werden, gibt es im Pflegeheim nur bis zu 2.005 Euro“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Zeitung. Das sei zutiefst ungerecht.

Die Stiftung, die sich nach eigenen Angaben als Fürsprecherin der Schwerstkranken und Pflegebedürftigen begreift, bezifferte die Zahl der Sterbenden in Pflegeheimen, die palliative und hospizliche Begleitung benötigen, auf jährlich 204.000.

Die Grünen zeigten sich überrascht von der Forderung Lauterbachs. „Die große Koali­tion hatte eine ganze Legislaturperiode Zeit, sich darum zu kümmern, die Situation für Sterbende in Pflegeheimen zu verbessern“, sagte Elisabeth Scharfenberg, Grünen-Sprecherin für Pflegepolitik. Sie verwies darauf, es habe genügend Gelegenheiten gegeben, aber im Hospiz- und Palliativgesetz tauche diese Forderung nach mehr Geld für Sterbende in Pflegeheimen nicht auf.

„Wir haben bereits vor zwei Jahren in einem Antrag zur Verbesserung der Palliativ‐ und Hospizversorgung gefordert, die Versorgung Sterbender in Pflegeheimen zu verbessern. Leider hat die Koalition dem nicht zugestimmt. Herr Lauterbach hätte sich besser in den Gesetzgebungsprozess eingemischt, statt nun kurz vor der Wahl wohlfeile Forde­rungen zu erheben", sagte Scharfenberg.

Die Bundesregierung hatte mit dem Hospiz- und Palliativgesetz, das Ende 2015 in Kraft trat, die Versorgung für Sterbende in Deutschland verbessert. Ein Schwerpunkt darin ist die engere Zusammenarbeit von Sterbebegleitern und Pflegeheimen. © afp/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

7. Juni 2018
Bonn – Krebskranke Menschen mit Migrationshintergrund haben in der letzten Phase ihres Lebens in Deutschland einen schlechteren Zugang zur palliativmedizinischen Versorgung. Das berichten
Menschen mit Migrationshintergrund nutzen Palliativmedizin kaum
17. Mai 2018
Berlin – Nicht für jeden Patienten besteht die beste Behandlung darin, alle verfügbaren Therapieoptionen zu nutzen. „Viel hilft nicht immer viel“ – darin waren sich die Teilnehmer des Symposiums
Versorgungsforschung: Viel hilft nicht immer viel
17. Mai 2018
Bonn – Aus Sicht der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) muss der beschlossene Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung flächendeckend umgesetzt werden. „Sterben ist ein
Senioren-Organisationen für flächendeckende Palliativversorgung
16. Mai 2018
Düsseldorf – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hat die geplante Ausschreibung von Verträgen zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) durch die Krankenkassen kritisiert.
KV Nordrhein kritisiert geplante Krankenkassenausschreibung zur SAPV
16. Mai 2018
Berlin – Besorgt über Veränderungen bei der Zusatzweiterbildung Palliativmedizin, wie sie der 121. Deutsche Ärztetag jetzt bei der Novellierung der (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung beschlossen hat, ist
Sorge über Wegfall der obligaten Praxisphase bei Zusatzweiterbildung Palliativmedizin
16. Mai 2018
Düsseldorf – Die Stadt Düsseldorf hat in Zusammenarbeit mit dem Runden Tisch Palliative Versorgung einen Notfallausweis eingeführt. Partner des runden Tisches ist unter anderen das
Notfallausweis ergänzt klassische Patientenverfügung in Düsseldorf
2. Mai 2018
Berlin – Der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (kkvd) setzt sich für die Stärkung einer flächendeckenden Palliativversorgung und würdevollen hospizlichen Begleitung am Lebensende ein. Dazu

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige