Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Menüs aus Alu-Schalen können viel Aluminium enthalten

Dienstag, 30. Mai 2017

/Yvonne Bogdanski, stock.adobe.com

Berlin – Fertiggerichte aus Aluminiumschalen können nach einer Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hohe Alu-Gehalte aufweisen. Insbesondere beim Warmhalten unbeschichteter Menüschalen gehe das Leichtmetall auf saure Lebensmittel über, teilte das BfR gestern mit.

Oft werden Speisen in solche Schalen heiß abgefüllt, schnell abgekühlt, kühl gelagert und schließlich wieder erhitzt und bis zum Verzehr warmgehalten. Gängig sei die Verwendung solcher Produkte zum Beispiel in der Gemeinschaftsverpflegung in Kitas, Seniorenheimen, Schulen und Kantinen.

Institutspräsident Andreas Hensel erklärte, dass angesichts der ohnehin vorhandenen Belastung mit Aluminium in der Bevölkerung „eine Minimierung jedes vermeidbaren, zusätzlichen Eintrags angestrebt werden“ sollte. Das gelte insbesondere für empfind­liche Gruppen wie Kleinkinder oder Senioren, die womöglich täglich Speisen aus warmgehaltenen Alu-Schalen zu sich nähmen, so Hensel weiter.

Alle Proben überschritten Grenzwert

Die Experten hatten zwar nur vier Schalen mit sauren Lebensmitteln wie Sauerkraut­saft, Apfelmus und passierten Tomaten getestet. Die Ergebnisse ließen sich aber verallgemeinern, da das Phänomen materialspezifisch sei, so das BfR. In der Unter­suchung überschritten alle Proben „erheblich“ den Freisetzungsgrenzwert des Europarates.

Das BfR empfiehlt in Anlehnung an die Europäische Behörde für Lebensmittel­sicher­heit, dass ein Erwachsener pro Woche nicht mehr als ein Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen sollte. Die Wahrscheinlichkeit, diesen Wert zu überschreiten, sei bei Erwachsenen bei täglichem Verzehr von 200 Gramm sauren Lebensmitteln aus Alu-Schalen „deutlich erhöht“.

Wie das BfR in einer Stellungnahme erläutert, waren die getesteten Alu-Schalen mit dem Hinweis gekennzeichnet, dass sie nicht für den Kontakt mit säure- und salz­haltigen Lebensmitteln geeignet sind. Nach Informationen der Lebensmittelüber­wachung würden sie aber entgegen der Kennzeichnung mit allen Arten von Lebens­mitteln verwendet. Als nächstes will das BfR Messungen bei Schalen mit salzhaltiger Nahrung vornehmen.

Gesunde Menschen scheiden Aluminium mit dem Urin aus. Das Leichtmetall kann sich aber im Laufe des Lebens unter anderem in Lunge und Skelettsystem anreichern. In einer Studie 2014 war das BfR zum Schluss gekommen, dass Aluminiumsalze aus aluminiumhaltigen Deodorants und Kosmetikartikeln durch die Haut aufgenommen werden können und die regelmäßige Benutzung über Jahrzehnte möglicherweise zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen beitragen könnte. Auch im Trinkwasser und diversen Gemüsesorten ist Aluminium enthalten. © dpa/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

20.06.17
Infektionen im Babyalter erhöhen das Risiko für Gluten-Un­verträglichkeit
München – Infektionen im frühen Kindesalter fördern das Risiko für eine spätere Zöliakie. Diesen Schluss ziehen Wissenschaftler des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München,......
16.06.17
US-Kardiologen: Ungesättigte Fettsäuren senken Herz-Kreis­lauf-Risiken um 30 Prozent
Dallas – Eine Ernährung, die gesättigte durch ungesättigte Fettsäuren ersetzt, dabei aber Transfette und Zucker vermeidet, leistet nach Einschätzung der American Heart Association einen wichtigen......
15.06.17
Ölsäure könnte Bildung von Hirntumoren hemmen
Edinburgh – Ölsäure könnte in malignen Zellen die Aktivität von Proteinen unterdrücken und so die Ausbildung von Tumoren behindern. Forscher um Gracjan Michlewski an der University of Edinburgh......
15.06.17
Brüssel – Ein belgisches Gericht hat ein Elternpaar schuldig gesprochen, weil es seinem Baby, ohne einen Arzt zu konsultieren, nur pflanzliche Milchalternativen gab, bis es mit sieben Monaten an......
14.06.17
Gesundheits­verhalten: Deutsche sind sportlicher und trinkfester als andere Europäer
Berlin – Im europäischen Vergleich übertrifft die Bevölkerung in Deutschland bei zwei Disziplinen deutlich den Länderdurchschnitt: Sport und Rauschtrinken. Weit unter dem Mittelwert der Europäischen......
12.06.17
Studie sieht fettarme Milchprodukte als Parkinson-Risiko
Boston – Fettarme Milchprodukte, von Ernährungswissenschaftlern als wichtige Quelle für Kalzium, Vitamine und Proteine gelobt, könnten das Risiko auf einen Morbus Parkinson im Alter erhöhen. Dies geht......
08.06.17
Essstörungen: Pränataler Stress begünstigt Heißhungerattacken
München – Heißhungerattacken, die auf Stress während der Schwangerschaft zurückzuführen sind, werden schon im Gehirn des Fötus programmiert. Entscheidend ist dabei das Geschlecht des Kindes. Eine......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige