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Ärzteschaft

Makula-Degeneration stärker in den Blick nehmen

Dienstag, 30. Mai 2017

München – Das AMD-Netz, der Berufsverband der Augenärzte (BVA), der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) und PRO RETINA Deutschland haben anlässlich des Sehbehinder­ten­tages Anfang Juni mehr Aufmerksamkeit für die altersabhängige Makula-Degenera­tion (AMD) gefordert. Demnach nehmen viel zu wenige Senioren den empfohlenen jährlichen Augen-Check wahr.

Den Organisationen zufolge ist die AMD mit bundesweit 4,5 Millionen Betroffenen Deutschlands häufigste Augenerkrankung. Bei der AMD unterscheidet man verschie­dene Ausprägungen: Frühe Formen und Spätformen, zu denen auch die feuchte, exsudative AMD gehört. Diese Form betrifft etwa 15 Prozent der AMD-Erkrankten, macht jedoch den Großteil aller Fälle mit starker Sehminderung aus. Bei den Betroffenen wachsen neue abnormale Blutgefäße aus der Aderhaut unter die Makula, die Stelle des schärfsten Sehens. Die dadurch bedingten irreversiblen Veränderungen in der Netzhaut führen zu einer schnellen Verschlechterung der Sehfunktion.

Allerdings kann den Organisationen zufolge seit zehn Jahren diese aggressivste Ausprägung der chronischen Erkrankung mit intravitrealen operativen Medikamentengaben (IVOM) effektiv therapiert werden. Hierbei werden VEGF-Hemmer mit einer feinen Nadel direkt in das Augeninnere in den Glaskörper injiziert. VEGF-Hemmer sind Stoffe, die sich gegen Wachstumsfaktoren richten, die für die Neubildung von Blutgefäßen verantwortlich sind.

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„Bei vielen Patienten, denen erstmals eine IVOM verordnet wird, steigt die Sehschärfe in der Upload-Phase, also den ersten drei Medikamentengaben, wieder etwas an“, erläuterte Bernd Bertram, 1. Vorsitzender des BVA. Im weiteren Verlauf gelte es, das Sehvermögen mit so vielen Injektionen wie nötig, aber so wenigen wie möglich zu erhalten. Die Wirkung dieser Behandlung sei in großen Studien gesichert.

Bei Symptomen wie verzerrtem Sehen sollten Betroffene deshalb unverzüglich einen Augenarzt aufsuchen. „Ob und welche Therapie dann infrage kommt, muss nach einer sorgfältigen augenärztlichen Untersuchung und einem ausführlichen Gespräch mit dem behandelnden Augenarzt entschieden werden“, verwies DOG-Schriftführer Frank Holz. „Grundsätzlich gilt, ab dem 50. Lebensjahr sollte einmal im Jahr eine gründliche Augenuntersuchung stattfinden, um Verschlechterungen schnellstmöglich festzu­stellen“, so der Experte. © hil/sb/aerzteblatt.de

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