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Politik

Depressionen: Leitlinien decken alle wichtigen Versorgungsaspekte ab

Dienstag, 30. Mai 2017

/photographee.eu, stock.adobe.com

Köln – Evidenzbasierte Leitlinien zur Behandlung von Menschen mit Depression decken alle wichtigen Versorgungsaspekte und stimmen in den meisten Fällen inhaltlich überein. Das ist das Ergebnis einer Recherche des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Die Ergebnisse sollen in die Entwick­lung eines Disease-Management-Programms (DMP) für Depressionen einfließen.

Insgesamt bezog das IQWiG 22 Leitlinien in seine Auswertung ein. Die Aussagen der untersuchten Leitlinien sind den Wissenschaftlern zufolge inhaltlich weitgehend konsistent. Nur in wenigen Fällen widersprächen sich die Empfehlungen, wie etwa in Hinblick auf Johanniskraut als Therapie der ersten Wahl bei unipolaren Depressionen.

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Allerdings zeigte die Auswertung, dass die Leitlinien oft keine Hinweise geben, welche Interventionen gegenüber anderen zu bevorzugen sind. Zudem fiel den IQWiG-Experten auf, dass es zu wichtigen versorgungsrelevanten Fragestellungen wenige oder keine Empfehlungen für Kinder und Jugendliche gibt. Für unipolare Depressionen gelte das ebenso wie für bipolare.

Acht der insgesamt 22 untersuchten Leitlinien stammen aus Großbritannien, vier aus den USA und nur drei aus Deutschland. Die Empfehlungen seien deshalb unter Umstän­den nur eingeschränkt übertragbar. „Denn die Anforderungen an die struktu­rier­ten Behandlungsprogramme, die in einer DMP-Richtlinie vom G-BA formuliert werden, beschreiben unverzichtbare Eckpunkte für die Versorgung in Deutschland“, so die Wissenschaftler.

Sie haben deshalb in ihrem Abschlussbericht angeregt, das geplante DMP in zweierlei Hinsicht zu spezifizieren: Zum einen könnte es sinnvoll sein, zwischen uni- und bipolaren Krankheitsbildern zu unterscheiden. Zum anderen könnte eine Eingrenzung auf mittelgradige und schwere Formen der Erkrankung sowie auf rezidivierende Verläufe Vorteile bieten. „Zwar seien Menschen mit Depressionen in der Öffentlichkeit inzwischen etwas weniger stigmatisiert als etwa noch vor zehn oder 20 Jahren. Gerade die zahlreichen Patienten mit einer leichten unipolaren Störung könn­ten aber davor zurückschrecken, sich in ein DMP einzuschreiben“, so die Wissen­schaftler. © hil/sb/aerzteblatt.de

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