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Ausland

Homöopathie: Tod eines Kindes erschüttert Italien

Mittwoch, 31. Mai 2017

Rom – Der Tod eines Siebenjährigen, dessen Eltern den Einsatz lebensrettender Antibiotika verweigert haben sollen, erschüttert Italien. Der Junge aus Cagli in den Marken war an einer beidseitigen Mittelohrentzündung erkrankt und lediglich mit homöopathischen Mitteln behandelt worden, wie italienische Medien berichteten. Die Eltern hatten ihn demnach erst ins Krankenhaus gebracht, als der Junge das Bewusst­sein verlor. Am Samstag starb Francesco an einer Hirnentzündung.

Seit drei Jahren sei der Junge lediglich mit homöopathischen Mitteln behandelt worden, schreibt La Repubblica. Als Francesco zuletzt erkrankte, wandten sich die Eltern demnach wieder an den Homöopathen. Doch durch die Therapie besserte sich der Zustand des Kindes nicht.

Die Staatsanwaltschaft in Ancona ermittelt gegen den Homöopathen wegen fahr­lässiger Tötung. Auch gegen die Eltern seien Ermittlungen eingeleitet worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Der Fall in Italien sei eine „Rarität“, auch weil Mittelohrentzündungen selten so schwerwiegende Folgen hätten, sagt Jakob Maske, Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Um schwere Komplikationen zu vermeiden, folgten Eltern in Deutschland in den allermeisten Fällen dem Rat der Ärzte. Verweigerten sich Eltern einer dringend nötigen Therapie doch, könne ihnen im Extremfall das medizinische Sorgerecht entzogen werden. Das komme aber eher vor, wenn Eltern ihren Kindern eine notwendige Krebstherapie vorenthalten.

Es kommt auch bei anderen Infektionen oder Krebserkrankungen immer wieder zu Todesfällen bei Kindern, weil Eltern allein auf Alternativmedizin setzen und den Einsatz moderner Therapien und Präparate selbst dann noch ablehnen, wenn es ihrem Kind bereits sehr schlecht geht. © dpa/aerzteblatt.de

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doc.nemo
am Mittwoch, 4. Oktober 2017, 08:33

Relationen

Es ist nicht bestreitbar, dass Menschen an Medikamentenwirkungen oder eher -nebenwirkungen sterben, es ist aber ebenso unbestreitbar, dass Größenordnungen mehr Menschen dank Medikamenten überleben. Der Alternativmedizin dagegen verdankt niemand sein Leben.
Practicus
am Dienstag, 3. Oktober 2017, 22:53

Für Erwachsene

mag das ja gelten - aber Kinder dem unwissenden Irrglauben ihrer Eltern auszuliefern, ist durchaus justiziabel.
Die Lebenserwartung steigt nicht, weil die Menschen geünder alt werden, sondern weil kranke Menschen dank moderner Medizin länger leben. Passt nicht so ganz zu ihren Zahlen, oder?
Nicht oder falsch eingenommene(!) Medikamente schaden jedenfalls mehr als richtig eingenommene Medikamente
Mensch2
am Dienstag, 3. Oktober 2017, 18:00

"freier Wille"

hmmm... ...die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Therapie hat nicht geholfen...
...in Deutschland sterben jährlich zigtausende Menschen durch Medikamente, 1 1/2 Mio kommen jährl. in die Notaufnahme wegen schwerwiegender Neben-/Wechselwirkungen, und die Medikamente verursachen viele irreversible Schäden. Vielleicht sollte man nicht so kritisch mit alternativen Heilmethoden sein, wenn diese auch nicht immer zur Heilung führen. Im Nachhinein kann man leichter erkennen, was man anders hätte machen können/sollen. Jeder Mensch sollte selber entscheiden dürfen, welche Therapie er durchführen möchte und ist dann selbst für die Konsequenzen verantwortlich.

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