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Ausland

Brexit könnte Gesundheitswesen Millionen kosten

Mittwoch, 31. Mai 2017

London – Wenn im EU-Ausland lebende britische Rentner nach dem Brexit nach Großbritannien zurückkehren, würde dies einer Studie zufolge zu einer Kosten­explosion im heimischen Gesundheitswesen führen.

Derzeit kostet die Gesundheitsversorgung von etwa 190.000 in EU-Staaten außerhalb Großbritanniens lebenden Rentnern den staatlichen britischen Gesundheitsdienst NHS jährlich rund 500 Millionen Pfund (574 Millionen Euro), heißt es in der heute vorge­stellten Studie der Wohltätigkeitsorganisation Nuffield Trust.

Wegen der im Vergleich zu anderen EU-Staaten höheren Gesundheitskosten könnte sich diese Summe demnach jedoch verdoppeln. Allein die Bereitstellung zusätzlicher Betten entspräche zwei Extra-Krankenhäusern. Mark Dayan, der Autor der Studie, erklärte, notwendig sei ein Brexit-Abkommen, in dem für die im EU-Ausland lebenden britischen Rentner weiterhin die bisherige Gesundheitsvorsorge gelte.

Würde die Einwanderung aus dem EU-Ausland gestoppt, fehlten Großbritannien bis zum Jahr 2025/26 zudem bis zu 70.000 Pflegekräfte, so der Bericht.

Die Brexit-Verhandlungen über das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union sollen am 19. Juni beginnen – nur elf Tage nach der britischen Parlamentswahl am 8. Juni. Die britische Premierministerin Theresa May sagte als Reaktion auf die Studie im Fernsehsender Sky News, sie wünsche sich ein „beiderseitiges Abkommen“, das die Rechte der britischen Rentner garantiere. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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