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Politik

Mehr Krankenhausfälle wegen Raucherkrankheiten

Mittwoch, 31. Mai 2017

Wiesbaden – In deutschen Krankenhäusern werden immer mehr lebensbedrohlich erkrankte Raucher behandelt. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden heute mitteilte, wurden 2015 rund 449.804 Patienten – 267.308 Männer und 182.496 Frauen – infolge einer raucherspezifischen Erkrankung wie einer Raucherlunge oder Lungen­krebs stationär aufgenommen. Das sind 30 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.

Mehr als 45.000 Menschen starben an Lungen- oder Bronchialkrebs. Damit ist diese Erkrankung inzwischen die vierthäufigste Todesursache in Deutschland. An einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) starben gut 31.000 Menschen.

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Zwar rauchen in Deutschland immer weniger Menschen Zigaretten, dafür aber immer mehr Pfeife und vor allem Wasserpfeife. Im Jahr 2007 wurden noch 251 Millionen versteuerte Zigaretten verkauft, 2016 waren es nur noch 205 Millionen. Im gleichen Zeitraum stieg der Konsum von Pfeifentabak von vier auf sieben Tonnen an. Nach Angaben des Bundesamtes liegt der tatsächliche Verbrauch von Tabak deutlich höher, da nur versteuerte Tabakwaren in die Statistik einfließen. © dpa/may/aerzteblatt.de

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chrysomallos
am Montag, 19. Juni 2017, 11:39

Nocebo-Effekt!

«Wenn die Menschen Situationen als real definieren, sind sie auch in ihren Konsequenzen real.» Thomas-Theorem

Das zeigt ein Klassiker der Nocebo-Forschung, der durch Zufall offenbarte, wie die stark falschen Befürchtungen wirken. Ein junger Mann beteiligte sich an einem Blindversuch. Eine Gruppe enthielt Tabletten, die tatsächlich ein Antidepressivum enthielten, die Vergleichsgruppe ein reines Scheinpräparat. Der Mann gehörte – selbstverständlich ohne es zu wissen – zu denen, die Tabletten ohne Wirkstoff bekamen. Während der Teilnahme an der Testreihe geschah dann etwas, was überhaupt nichts mit dem Versuch zu tun hatte: Der Proband wurde von seiner Freundin verlassen. Verzweifelt nahm der Mann eine Überdosis des vermeintlichen Antidepressivums – in der festen Überzeugung, damit sein Leben zu beenden. Nach Einnahme der wirkstofflosen Tabletten brach sein Kreislauf zusammen. Sein dramatisch abgesunkener Blutdruck ließ sich erst stabilisieren, als er erfuhr, daß er ein Scheinpräparat geschluckt hatte.

Ulrike Bingel fand heraus, daß der Schmerz gar nicht in der Großhirnrinde ankommt, und damit auch nicht in das Bewußtsein eindringen kann. Offenbar ist ein Bereich im Frontalhirn, das sogenannte rostrale anteriore Cingulum, an der Entstehung des Nocebo- und Placebo-Effektes beteiligt. Damit ist klar: Der Placebo-Effekt hat nichts mit Einbildung zu tun, sondern führt zu echten Veränderungen im Gehirn.

Angesichts eines so massiven Nocebo-Effektes ist es fraglich, ob es wirklich heilsam ist, wenn Ärzte ihre Patienten vor den Nebenwirkungen ihrer Medikamente warnen oder auf Zigarettenpackungen Hinweise über die Risiken des Rauchens stehen. Möglicherweise wecken gerade diese kurzen Sätze in den Konsumenten die Erwartung, tatsächlich an Lungenkrebs zu erkranken. Und das macht die Entstehung eines solchen Krebsleidens nur noch wahrscheinlicher.

Schließlich belegen Placebo- und Nocebo-Effekt, wie extrem wirkungsvoll positive und negative Erwartungen sein können. Quelle WDR

Quelle: http://www.sackstark.info/?page_id=17619
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