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Ärzteschaft

Zweitmeinungsprojekt zu Hodentumoren hat sich bewährt

Mittwoch, 31. Mai 2017

Hamburg – Ein positives Fazit des Nationalen Zweitmeinungsprojektes Hodentumor hat die Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) gezogen. Seit dem Start vor elf Jahren habe sich das Projekt „zu einer erfolgreichen Größe in der Uroonkologie entwickelt“, sagte der Generalsekretär der Fachgesellschaft Maurice Stephan Michel. Es sei bislang in über 5.300 Fällen in Anspruch genommen worden.

Bei dem Zweitmeinungsprojekt der DGU und der Deutschen Hodentumor Studien­gruppe können Klinikärzte und niedergelassene Urologen ihre Befunde in ein Onlineportal eingeben. Innerhalb von 48 Stunden erhalten sie von einem erfahrenen Spezialisten aus dem Netzwerk eine Rückmeldung zu ihrem Therapieplan.

Laut DGU wurde bislang bei jedem dritten Patienten eine Änderung empfohlen. In 40 Prozent dieser Fälle konnte so die Dosis der Chemotherapie reduziert werden, was die Lebensqualität der Patienten verbesserte. Bei einem Viertel der Patienten rieten die Spezialisten des Netzwerkes dagegen zu einer intensiveren Behandlung.

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Hodenkrebs zählt in Deutschland mit jährlich 4.200 diagnostizierten Neufällen zu den seltenen Krebserkrankungen. Laut DGU hat die Behandlungserfahrung der Ärzte einen wichtigen Einfluss auf den Erfolg der Therapie. „Wenn noch mehr Ärzte die vereinte Expertise der Urologie-Spezialisten in Deutschland nutzen, werden wir die Versor­gungs­qualität bei Hodentumoren weiter verbessern“, sagte Mark Schrader, Leiter des Zweitmeinungsprojekts.

Ein neuer Versorgungsvertrag der TK soll jetzt dazu beitragen, dass noch mehr Urologen das Angebot nutzen. Die behandelnden Ärzte können dazu ihren Aufwand für das Einpflegen der pseudonymisierten Patientendaten abrechnen. Auch die Arbeit des Zweitmeinungsexperten und die Nachsorgedokumentation werden von der TK honoriert. © hil/aerzteblatt.de

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