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Medizin

Masern: Schnelltest unterscheidet Wildtyp vom Impfvirus

Freitag, 2. Juni 2017

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Berlin – Im Anschluss an eine Masern-Impfung kommt es manchmal zu Fieber und einem Hautausschlag, die einer beginnenden echten Masern-Erkrankung täuschend ähnlich sein können. Die kanadische Gesundheitsbehörde stellte im Journal of Clinical Microbiology (2017; doi: 10.1128/JCM.01879-16) einen Schnelltest vor, der kurzfristig zwischen den Impfviren und dem Wildtyp des Masernvirus unterscheiden kann. Das Robert Koch-Institut berichtet im Epidemiologischen Bulletin (2017; 22: 201-203) über gute Erfahrungen mit dem Test.

Der Masern-Impfstoff besteht aus abgeschwächten Viren, die mit dem Wildtyp genetisch verwandt sind. Der abgeschwächte Masern-Impfstoff verursacht zwar keine Masern, bei etwa 5 Prozent der Geimpften kommt es jedoch nach 8 bis 12 Tagen zu einem Anstieg der Körpertemperatur und zu einem Hautausschlag. Diese Impfreaktion lässt sich anfangs nur schwer von einem echten Masernfall unterscheiden.

Bislang mussten die Gesundheitsbehörden abwarten, bis sich die Situation klinisch klärt. Eine genetische Untersuchung der Viren war zwar möglich. Sie erforderte aber die Sequenzierung von Virusgenen. Das Ergebnis lag frühestens in zehn Tagen vor. Ein neuer Gentest der kanadischen Gesundheitsbehörde Public Health liefert jetzt bereits am gleichen Tag ein Ergebnis. Der Test, den ein Team um Alberto Severini vom National Microbiology Laboratory  in Winnipeg entwickelt hat, sucht mittels der Polymerase-Kettenreaktion nach einem Genabschnitt, den es bei den verschiedenen Impfviren gibt, nicht aber beim Wildtyp. 

Der Test erkannte in einer ersten Versuchsreihe 138 von 147 Impfstoffviren. Die neun negativen Tests waren, wie Annette Mankertz vom Nationalen Referenzzentrum Masern, Mumps, Röteln im Epidemiologischen Bulletin berichtet, überwiegend auf eine geringe Viruslast zurückzuführen. Von 220 getesteten Proben mit Wildtyp-Viren, testeten 219 negativ. Warum es in einem Fall zu einem falsch-positiven Ergebnis kam, ließ sich auch durch eine anschließende Sequenzierung des Virusgenoms nicht klären. Die Forscher geben die Spezifität mit 99,5 Prozent und die Sensitivität mit 94 Prozent an.

Der Test wird bereits am Robert-Koch-Institut vorgehalten. Er erfordert einen Rachenabstrich oder eine Urinprobe. Serum sei für den Nachweis ungeeignet, schreibt Mankertz. Wenn die Proben bis 9.00 Uhr im Labor eintreffen, kann am Nachmittag das Ergebnis abgefragt werden. © rme/aerzteblatt.de

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