Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Stiftung schlägt neun Unparteiische für G-BA vor

Freitag, 2. Juni 2017

Statt bisher drei unparteiische Mitglieder schlägt die Stiftung Münch neun Unparteiische vor. /G-BA

Berlin – Mit einem heute veröffentlichten Reformpapier hat sich die Stiftung Münch in die Diskussion um die Umgestaltung des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) eingebracht. Mit einem Umbau der G-BA-Strukturen will die Stiftung eine deutlichere Ausrichtung am Gemeinwohl und einen besseren Zugang zum Gesundheitssystem für Innovatoren erreichen.

„Unser Vorschlag steht für Reform statt Revolution, um Bewährtes zu wahren, Reform­bedürftiges zu modernisieren und die Realisierbarkeit des Modells zu gewährleisten“, betonte Ferdinand Wollenschläger, Mitglied der Reformkommission, die das 16 Punkte umfassende Papier erarbeitet hat.

Mehr Unparteiische, längere Amtszeiten

Es sieht unter anderem vor, Rolle und Stellung der hauptamtlichen und unabhängigen Mitglieder deutlich zu stärken. Dazu soll ihre Zahl von drei auf neun verdreifacht werden. Zudem sollen die stimmberechtigten Unparteiischen zukünftig für die Dauer von neun Jahren gewählt werden – und zwar sechs von den Trägerorganisationen Deutsche Krankenhausgesellschaft, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Kassenzahn­ärztliche Bundesvereinigung, GKV-Spitzenverband und drei durch den Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages.

Zusätzlich hat die Reformkommission vorgeschlagen, dass Außenstehende, die sich als wichtige Innovatoren für das Gesundheitssystem erweisen könnten, verbesserte Antrags- und Stellungnahmerechte erhalten. Dies soll vor allem dadurch geschehen, dass sie wesentlich früher als bislang in die Entscheidungsprozesse des G-BA eingebunden werden. „Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen sowie für Start-Ups, die für mögliche Innovationen besonders vielversprechend sind, kann das aufwändige Antragsverfahren eine hohe Marktzutrittshürde darstellen“, heißt es dazu in dem Papier.

„Der G-BA ist zu Recht oft als strukturkonservativ kritisiert worden und sollte sich nun nicht Ideen verschließen, wie Defizite seiner überkommenen Entscheidungsstrukturen behoben werden können“, sagte Kommissionsmitglied Justus Haucap. Das Modell der historisch gewachsenen Selbstverwaltung habe sich prinzipiell bewährt und solle auch wegen der darin vertretenen Sachkenntnis nicht aufgegeben werden. Dennoch stehe eine Reform an, um berechtigte Interessen von „Außenstehenden“ besser zu berücksichtigen und die unabhängigen Kräfte in der Selbstverwaltung deutlich zu stärken. © hil/sb/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

22.06.17
G-BA: Abgeordnete befragen Kandidaten in vertraulicher Sitzung
Berlin – Eine weitere Etappe im Ringen um die Neubesetzung der Unparteiischen im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) steht am kommenden Montag auf der Tagesordnung des Gesundheitsausschuss im......
15.06.17
Bundesgesundheits­ministerium kritisiert Personalvorschläge für G-BA
Berlin – Das Prozedere der Nominierung der Unparteiischen im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) hat eine weitere Hürde genommen: Nachdem Ende Mai die vier Trägerorganisationen ihren Personalvorschlag......
26.05.17
Freiburg – In der Diskussion um die Neubesetzung der Führungsspitze des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) hat sich jetzt auch die Freie Allianz der Länder-KVen (FALK) für ärztlichen Sachverstand......
25.05.17
Gemeinsamer Bundes­aus­schuss: Ärztetag mahnt ärztlichen Sachverstand an Spitze an
Freiburg –Angesichts einer Debatte um die Neubesetzung der drei Unparteiischen Mitglieder im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) hat der Deutsche Ärztetag gefordert, den ärztlichen Sachverstand in dem......
24.05.17
Gemeinsamer Bundes­aus­schuss zieht bis Ende 2018 um
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) wird bis Ende 2018 in ein neues Gebäude im Berliner Tiergarten ziehen. Künftig wird das höchste Gremium der Selbstverwaltung in Büroräumen an der......
23.05.17
Wiesbaden – Der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) hat die öffentliche Diskussion um die Nachfolge der beiden unparteiischen Mitglieder im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) kritisiert. Allein......
19.05.17
Personal im G-BA: Lindemann und Deh vom Tisch?
Berlin – In der Personaldebatte um die Nachfolge der beiden Unparteiischen Mitglieder im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) soll sich jetzt auch die Gesundheitspolitik auf Bundesebene eingeschaltet......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige