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Vermischtes

Sozialschwache erhalten in Modellprojekt kostenfreie Verhütungsmittel

Freitag, 2. Juni 2017

/figuren-design.de, stock.adobe.com

Frankfurt am Main – Pro familia hat an sieben Standorten in Deutschland ein Modell­projekt gestartet, um den niedrigschwelligen Zugang zu Verhütungsmitteln zu erpro­ben.

Ab sofort müssen Frauen mit Anspruch auf Sozialleistungen die Kosten für ver­schreibungspflichtige Verhütungsmittel nicht mehr selbst tragen – auch wenn sie über 20 Jahre alt sind. Voraussetzung ist, dass sie an einem der sieben Projektstandorte Erfurt/Artern, Halle (Saale), Lübeck, Ludwigsfelde (Landkreis Teltow-Fläming), Reck­linghausen/Marl/Gladbeck, Saarbrücken, Wilhelmshaven und Landkreis Friesland wohnen.

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Frauen verändern ihr Verhütungsverhalten, wenn das Geld knapp ist. Alexandra Ommert

„Frauen verändern ihr Verhütungsverhalten, wenn das Geld knapp ist“, sagte Projekt­leiterin Alexandra Ommert. Bei der Entscheidung für eine Methode würden die Kosten zum entscheidenden Kriterium – nicht aber die eigentlich wichtigen Faktoren Sicher­heit und Verträglichkeit. „Mit dem Modellprojekt möchte pro familia Frauen zu ihrem Recht verhelfen, Verhütungsmittel selbstbestimmt zu wählen“, so Ommert.

Das Modellprojekt „biko – Beratung, Information und Kostenübernahme bei Verhütung“ richtet sich an Empfängerinnen von ALG II, Sozialhilfe, Kinderzuschlag, BAföG, Berufs­ausbildungsbeihilfe, Wohngeld oder Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz. Das Angebot adressiert zudem Frauen, deren Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt.

Um es wahrzunehmen, benötigen sie ein Rezept von ihrem Arzt, das sie zusammen mit einem Leistungsnachweis in der entsprechenden Pro-familia-Beratungsstelle vorlegen müssen. Sie erhalten dann sofort eine Zusage zur Kostenübernahme, mit der sie das Mittel ihrer Wahl kostenfrei in der Apotheke bekommen. Die Apotheke rechnet direkt mit pro familia ab, die Frauen müssen nicht in Vorleistung gehen.

Biko wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und soll zuverlässige Daten für den tatsächlichen Bedarf an einer Kostenübernahme liefern. Langfristig könnte diese Erhebung die Grundlage für eine bundesweite Rege­lung bilden, hoffen die Projektverantwortlichen. © hil/sb/aerzteblatt.de

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M.Waciewski
am Samstag, 3. Juni 2017, 06:55

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Die Pille für einen bestimmten Bevölkerungteil frei zu geben macht mich nachdenklich
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