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Politik

Prävention gelingt nicht mit erhobenem Zeigefinger

Mittwoch, 7. Juni 2017

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (Mitte) beim Internationalen Deutschen Turnfest. /Carsten Kobow

Berlin – Bewegung zu fördern ist ein wichtiger Ansatz des neuen Präventionsgesetzes, das vor knapp zwei Jahren in Kraft getreten ist. Das könne jedoch nicht mit einem erhobenen Zeigefinger gelingen, erklärte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) gestern anlässlich des Internationalen Deutschen Turnfests vor Journalisten in Berlin. „Es geht darum, Gesundheit dort zu unterstützen, wo Menschen leben, lernen, arbeiten und ihre Freizeit verbringen“, sagte er.

Bei seinem Rundgang über das Messegelände des Turnfests zeigte Hermann Gröhe eine sportliche Seite. Gemeinsam mit den jungen Turnern übte er sich im Seilspringen. Seine persönlichen Vorbilder in Sachen Sport seien jedoch seine Kinder, berichtete der Minister. „Mit starken Partnern wie dem Deutschen Turner-Bund und der Deutschen Turnerjugend können wir dafür sorgen, dass die Freude an Sport und Bewegung schon von Kindesbeinen an geweckt und erlebt wird“, so Gröhe.

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Kooperation fortgesetzt

Im Rahmen des Deutschen Turnfests, das derzeit in Berlin stattfindet, haben daher die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der Deutsche Turner-Bund (DTB) und die Deutsche Turnerjugend (DTJ) eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, mit der sie ihre langjährige Zusammenarbeit fortsetzen. Im Zentrum der zukünftigen gemeinsamen Aktivitäten stehen die Themen Suchtprävention und gesundes Altern.

„Als Verband für Turnen und Gymnastik erreichen wir 1,5 Millionen Kinder bereits im frühen Alter mit einem vielseitigen Bewegungsangebot“, erklärte DBT-Präsident Alfons Hölzl. 20.000 Turnvereine und -abteilungen aus allen Altersgruppen gehören dem DTB derzeit an. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, lobt die Zusammenarbeit mit den Vereinen: „Wir haben verlässliche Partner gefunden, die auch schwierigen Gesundheitsthemen wie der Alkoholprävention aufgeschlossen gegenüberstehen und uns nach Kräften unterstützen“.

Vereine sollen mehr Angebote für Ältere anbieten

Ein Zeichen für den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol setzen DTB und DJT beispielsweise mit ihrer Beteiligung am bundesweiten Aktionsbündnis „„Alkoholfrei Sport genießen“, welches 2016 von der BZgA initiiert wurde. Neben dieser wird auch die BZgA-Präventionskampagne „Alkohol? Kenn dein Limit“ in die Kooperation aufgenommen. Wie stark bereits geringe Mengen Alkohol den Bewegungsablauf beeinträchtigen können, hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Gröhe selbst mit einer Promille-Simulationsbrille beim Messerundgang getestet.

Darüber hinaus sollen die Vereine durch die Programme „Gesund und aktiv älter werden“ sowie „Älter werden in Balance“ dazu ermutigt werden, auch mehr Bewegungsangebote für ältere Menschen anzubieten. „Sport und Gesund­heits­förder­ung bilden ein starkes Team. Dabei bietet die Zusammenarbeit mit der BZgA unseren Turnvereinen die Chance, ihre Angebote auf das wachsende Gesundheitsbewusstsein der Menschen auszurichten und sich so für die Zukunft gut aufzustellen“, fasst Kerstin Holze, Vorsitzende der Deutschen Turnerjugend, das Engagement zusammen.

Das Deutsche Turnfest geht noch bis zum 10. Juni. Es ist eins der größten Wettkampf- und Breitensport-Veranstaltungen der Welt. © vp/aerzteblatt.de

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