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Medizin

Reanimation: Drohne mit AED könnte Wiederbelebung beschleunigen

Mittwoch, 14. Juni 2017

An der TU im niederländischen Delft ist auch eine AED-Drohne getestet worden.

Stockholm – Eine Drohne, beladen mit einem automatisierten externen Defibrillator (AED), könnte die Reaktionszeit bei einem plötzlichen Herzstillstand verkürzen. In einer Pilotstudie im amerikanischen Ärzteblatt JAMA (2017; 317: 2332-2334) war das unbemannte Luftfahrzeug 16 Minuten früher vor Ort als der örtliche Rettungsdienst.

Bei einem Herzstillstand kommt es auf jede Minute an. Ein AED ermöglicht auch medizinischen Laien eine Reanimation, doch die Geräte, die selbstständig den Herzrhythmus analysieren und bei Bedarf einen Stromimpuls abgeben, sind bisher nur an wenigen Orten vorhanden. Eine Drohne, die nach einem Notruf aufsteigt, und den AED zum Ersthelfer transportiert, könnte Menschenleben retten, wenn sie schneller eintrifft als der Rettungswagen.

Notfallmediziner vom Karolinska Institut in Stockholm haben den Einsatz einer „AED-Drohne“ in einer Pilotstudie untersucht. Zum Einsatz kam eine 5,7 kg schwere Drohne mit acht Rotoren, die mit einem 763 Gramm schweren AED beladen war und eine Geschwindigkeit von bis zu 75 km/h erreicht. Die Drohne war mit einem GPS-Empfänger und einem Autopiloten ausgerüstet, so dass sie ohne Fernsteuerung selbstständig ihr Ziel ansteuern konnte.

Andreas Claesson und Mitarbeiter haben die Drohne in der Feuerwache einer Ortschaft nördlich von Stockholm stationiert und dann zu 18 Orten fliegen lassen, von denen in der Vergangenheit Notrufe eingegangen waren. Die Zeiten, die die medizinischen Rettungsdienste benötigt hatten, waren protokolliert. Claesson ließ die Drohnen von Dispatchern starten, die in der Feuerwache die Notrufe entgegennehmen.  

Ergebnis: Der Rettungswagen der Feuerwehr hatte im Mittel 22:00 Minuten für die durchschnittlich 3,2 Kilometer bis zum Zielort benötigt. Die „AED-Drohne“ schaffte dies im Mittel in 5:21 Minuten. Sie war in allen 18 Fällen schneller als der Rettungsdienst, berichtet Claesson. Die Differenz von 16:39 Minuten, in denen ein Ersthelfer vor Eintreffen des Rettungswagens eine Defibrillation hätte durchführen können, sei sicherlich klinisch relevant, meint Claesson. Er gesteht allerdings ein, dass der Einsatz von Drohnen von den örtlichen Verhältnissen abhängt und ein Vorteil nicht überall vorhanden sein könnte.

© rme/aerzteblatt.de

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