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Vermischtes

Gesundheits­verhalten: Deutsche sind sportlicher und trinkfester als andere Europäer

Mittwoch, 14. Juni 2017

Alkohol und Sport, Dart Tennis, Basketball /stevecuk, stock.adobe.com
Beim Sport und Alkoholkonsum hängt die Bevölkerung in Deutschland die meisten EU-Länder ab. /stevecuk, stock.adobe.com

Berlin – Im europäischen Vergleich übertrifft die Bevölkerung in Deutschland bei zwei Disziplinen deutlich den Länderdurchschnitt: Sport und Rauschtrinken. Weit unter dem Mittelwert der Europäischen Union steht hingegen der tägliche Obst- und Gemüse­verzehr. Zu diesem Ergebnis kommt der European Health Interview Survey (EHIS) vom Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat), den Forscher vom Robert-Koch-Institut (RKI) im Journal of Health Monitoring veröffentlicht haben (2017; doi: 10.17886/RKI-GBE-2017-024).

Studienteilnehmer

Eurostat beziffert die benötigte Netto-Stichprobengröße für Deutschland auf n = 15.260. Um präzisere Schätzungen zu erhalten und für jedes der 16 Bundesländer regionale Analysen durchführen zu können, wurde die Stichprobengröße nach oben korrigiert, auf 20.000. Somit haben in jedem der 301 Auswahlorte durchschnittlich 67 Personen teilgenommen.

Quelle: Studienmethodik von GEDA 2014/2015-EHIS

Mit den Studienergebnissen Gesundheit in Deutschland aktuell (GEDA 2014/2015-EHIS) ist es erstmals mög­lich, Informationen zur Gesundheits­situation und zum Gesundheitsverhalten mit einheitlichen Methoden europaweit zu erheben und miteinander zu verglei­chen. Beim Thema Sport orientieren sich die Daten an den Empfehlungen der Welt­gesund­heits­organi­sation. Die empfiehlt mindestens 150 Minuten mäßig anstrengende Ausdaueraktivität pro Woche. Knapp die Hälfte der Frauen und etwas mehr als die Hälfte der Männer erreichen dieses Ausdauerziel und liegen somit weit über dem EU-Durchschnitt von unter 40 Prozent bei den Männern und unter 30 Prozent bei den Frauen. Vor allem in den höheren Altersgruppen nimmt der Anteil sportlich aktiver Menschen weniger stark ab als im EU-Durchschnitt.

Vor allem Männer essen zu wenig Gemüse und Obst

Problematisch seien in Deutschland hingegen der niedrige Obst- und Gemüsekonsum, vor allem in den nachwachsenden Generationen, und der hohe Anteil von Frauen und Männern, die mindestens monatlich sechs alkoholische Getränke bei einer Gelegenheit trinken, heißt es in der Zusammenfassung der Studie. Während im EU-Durchschnitt die Prävalenz monatlichen Rauschtrinkens bei 12,2 Prozent bei Frauen und 28,0 Prozent bei Männern liegt, greifen Frauen (24,3 Prozent) und Männer (42,1 Prozent) in Deutsch­land deutlich häufiger exzessiv zur Flasche. 

Auch beim Obst- und Gemüsekonsum ist die Bevölkerung in Deutschland eher zurück­haltend. Mehr als 60 Prozent der EU-Bürgerinnen und fast die Hälfte der männlichen EU-Bürger essen mindestens einmal täglich Obst. In Deutschland können das nur 55,6 Prozent der Frauen und 38,7 Prozent der Männer von sich behaupten. Beim Gemüse liegt der EU-Durchschnitt etwas unter dem Obstverzehr: 55,7 Prozent der Frauen und
44,0 Prozent der Männer essen mindestens einmal täglich Gemüse. Damit können in
Deutschland nur 42,5 Prozent der Frauen und 23,3 Prozent der Männern mithalten.

Aus den Ergebnissen wollen die RKI-Forscher Hinweise auf die Wirkung gesundheits­poli­ti­scher Maßnahmen ableiten und Ansätze zur Gesund­heits­förder­ung identifizie­ren. Zum Beispiel sind in Deutschland mehr verhältnis- und verhaltenspräventive Maßnahmen notwendig, um gesundheitsschädlichen Alkoholkonsum zu verringern.

Die GEDA-Studie mit ihren mehr als 20.000 Teilnehmern ist Teil des Gesundheits­monitorings, mit dem das RKI kontinuierlich Daten zur Gesundheit der Bevölkerung erhebt und analysiert. In GEDA 2014/2015-EHIS war der europäische Fragebogen erstmals vollständig integriert, für den europäischen Vergleich wurden Personen ab 15 Jahren einbezogen. Die ersten Ergebnisse aus GEDA 2014/2015-EHIS sind im Journal 1/2017 erschienen. © gie/aerzteblatt.de

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