Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Geriater stellen App zur Pharmakotherapie Hochbetagter vor

Mittwoch, 14. Juni 2017

Heidelberg – Eine neue Smartphone-Applikation (App) soll Ärzte bei der Pharmako­therapie von älteren Patienten unterstützen. Darauf hat jetzt die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hingewiesen. Die Forta-App gebe den behandelnden Medizi­nern erstmals eine digitale Liste an die Hand, die sowohl untaugliche als auch nachweislich nützliche Arzneimittel für ältere Patienten benenne, erläuterte der DGG-Experte Martin Wehling, Direktor der klinischen Pharmakologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Wehling hat die App mit seinem Team selbst entwickelt. Die grundlegenden Daten dafür haben Mediziner der geriatrischen Kliniken in Mannheim und Essen in einer Studie zusammengetragen.

„Forta“ steht für „Fit for the aged“. Die Forta-Klassifizierung ist ein Vorschlag für die Bewertung der Alterstauglichkeit von Arzneimitteln, die Positiv- und Negativ­bewer­tun­gen beinhaltet und 2008 von Wehling publiziert wurde. Die daraus entstandene Forta-Liste enthält 273 Bewertungen für 29 Indikationen. Anders als Negativlisten von Medikamenten, die nur beschreiben, welche Medikamente nicht verwendet werden sollen, beleuchtet die Forta-Liste auch positive medikamentöse Ansätze.

Die neue App auf Basis dieser Liste soll vor allem Ärzte unterstützen, die alte Men­schen unter Zeitdruck behandeln müssen. „Bei Hausärzten liegt die durchschnittliche Behandlungszeit bei acht Minuten pro Patient. Da muss die Sichtung der zahlreichen Arzneimittel schnell gehen und genau auf den Patienten abgestimmt sein“, erläuterte Wehling, der zugleich Leiter der Arbeitsgruppe Arzneimitteltherapie der DGG ist.

Wissenschaftliche Grundlage der App-Entwicklung ist die Valforta-Studie, die 2016 veröffentlicht wurde. Ziel der Wissenschaftler war, die Über- und Unterversorgung mit Medikamenten zu verringern. „Wir konnten nachweisen, dass sich nach Anwendung der Forta-Liste die Qualität der Medikamentenversorgung gegen­über der Kontrollgruppe um das 2,7-Fache verbessert hat“, erläuterte Wehling.

Bei den Studienpatienten mit anfangs über drei nachgewiesenen Medikationsfehlern konnten diese durch Anwendung der Forta-Regeln zum Beispiel signifikant auf unter eins reduziert werden. Untersucht wurden im Rahmen der Studie über 400 Patienten über 60 Jahre.

Die kostenlose Android-App ist in deutscher und englischer Version im Google-Play-Store erhältlich. Die Anwendung für Apple-Geräte soll in wenigen Monaten erscheinen. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

23.06.17
Berlin/München – Innerhalb von zwölf Monaten – bis Juli 2018 – sollen alle Praxen in Deutschland an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) angeschlossen sein. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)......
23.06.17
Gütersloh – Digitale Innovation werden für die Generation 60+ immer wichtiger. Denn sie ermöglichen älteren Menschen länger selbstbestimmt zu leben. Das ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag der......
22.06.17
Mainz – Medizinstudierende können an der Universitätsmedizin Mainz jetzt ein Wahlpflichtfach „Medizin im digitalen Zeitalter“ belegen. Das Mainzer Konzept „Curriculum 4.0“ soll in der......
21.06.17
Digitalisierung: Das Berufsbild des Arztes wird sich wandeln
Berlin – „Die digitale Transformation hat in der Medizin noch nicht stattgefunden.“ Diese These vertrat Horst Karl Hahn, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Bildgestützte Medizin Mevis, bei einer......
21.06.17
Hannover – Die Mitglieder der Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) haben auf ihrer Klausurtagung in Großburgwedel die strikte Einhaltung des Datenschutzes bei der......
20.06.17
Fernbehandlung: Modellprojekte künftig auch in Schleswig-Holstein?
Schleswig-Holstein – In Baden-Württemberg hat die Ärztekammer kürzlich das Fernbehandlungsverbot gelockert und erprobt dies in Modellvorhaben. Als nächstes Bundesland könnte ein ähnliches Konzept in......
19.06.17
Versicherten­stammdatenabgleich macht Probleme
Dortmund – Beim Test der Telematik-Infrastruktur zum Ver­sicher­ten­stamm­daten­ab­gleich, an dem auch 80 Praxen in Westfalen-Lippe beteiligt sind, gibt es offenbar ein Problem, mit dem zuvor niemand......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige