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Ärzteschaft

Bluthochdruck beschäftigt nahezu alle Fachärzte

Freitag, 16. Juni 2017

/Zerbor, stock.adobe.com

Berlin – Bluthochdruck, Rückenschmerzen, Diabetes, Störungen der Blutfettwerte, Schilddrüsenerkrankungen und Depressionen gehören zu den häufigsten Krankheits­bildern, mit denen Ärzte in Deutschland zu tun haben. Dies geht aus den Honorar­berichten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) für das zweite und dritte Quartal 2015 hervor. Diese befassen sich neben der Honorarentwicklung in einem Sonderthema mit den häufigsten Behandlungsanlässen bei niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten.

Dazu hat die KBV in 31 Fachgruppen – von Anästhesisten über Kinderärzte bis Onkologen – die 20 am häufigsten abgerechneten Diagnosen ermittelt. Bestimmte Krankheitsbilder tauchen dabei in vielen ärztlichen Fachgruppen immer wieder unter den Top 20 auf. Fast jeder Facharzt behandelt etwa häufig Patienten mit Bluthoch­druck. Am stärksten gilt dies erwartungsgemäß für Kardiologen und für Allgemein­mediziner und hausärztlich tätige Internisten. Auffällig ist auch, dass in vielen Fach­gruppen jeweils ein Krankheitsbild herausragt. Dies gilt etwa bei den Orthopäden für Rückenschmerzen.

Was ist der Honorarumsatz?
Der Honorarumsatz wird häufig mit dem Einkommen verwechselt. Dahinter verbirgt sich die Zahlung an den Arzt oder Psychotherapeuten für den Betrieb der Praxis und die Versorgung der Patienten. Der Umsatz ist nicht mit dem Nettoeinkommen gleichzusetzen. Das Nettoeinkommen beträgt durchschnittlich nur 23,5 Prozent des Honorarumsatzes. Aus den anderen 76,5 Prozent des Honorarumsatzes finanziert der Arzt die Praxiskosten. Diese Betriebsausgaben sind je nach Fachgruppe unterschiedlich hoch. Sie betragen im Durchschnitt über alle Gruppen 51,6 Prozent des Honorarumsatzes. Erst nach Abzug aller Kosten erhält man das Nettoeinkommen, das dem Arzt persönlich zur Verfügung steht.

Die Honorarberichte zeigen, dass sich der Umsatz je Arzt im zweiten Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,3 Prozent erhöhte. Geringer war dieser mit 0,7 Prozent je Arzt im dritten Quartal 2015. In absoluten Zahlen bedeutet das für das dritte Quartal ein Plus von 341 Euro. Der durchschnitt­liche Honorarumsatz lag im 3. Quartal je Arzt damit bei 51.483 Euro. Der Honorarumsatz je Behandlungsfall belief sich laut KBV auf 63,35 Euro (+1,78 Euro oder 2,9 Prozent).

Den Honorarberichten zufolge konnten sowohl im zweiten als auch im dritten Quartal 2015 nahezu alle Arztgruppen höhere Umsätze erzielen. Im hausärzt­lichen Versorgungsbereich hat sich im zweiten Quartal 2015 der durchschnittliche Honorarumsatz je Arzt um 3,5 Prozent erhöht, der Honorarumsatz je Behandlungsfall ist um 4,5 Prozent gestiegen. Bei den Fachärzten ist der Honorarumsatz je Arzt um 1,2 Prozent und je Behandlungsfall um 2,4 Prozent angewachsen.

Im dritten Quartal 2015 hat sich bei den Hausärzten der durchschnittliche Honorar­umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,1 Prozent erhöht, der Honorarumsatz je Behandlungsfall ist dabei um 2,1 Prozent gestiegen. Im fachärztlichen Versorgungs­bereich haben sich der Honorarumsatz je Arzt um 0,4 Prozent und der Honorarumsatz je Behandlungsfall um 3,5 Prozent erhöht.

Die ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten verzeichneten im zweiten Quartal 2015 ein Plus von 2,0 Prozent (je Behandlungsfall um 1,3 Prozent) und im dritten Quartal ebenfalls von 2,0 Prozent (je Behandlungsfall um 2,2 Prozent).

Die Honorarzuwächse seien zwar erfreulich, reichten aber nicht aus, um die hochwer­tige medizinische ambulante Versorgung auch künftig sicherstellen zu können, betonte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Stephan Hofmeister. Durch die steigen­den Betriebskosten sei das Einkommen vieler Ärzte trotz Umsatzsteigerung gesunken. Zudem würde nach wie vor etwa jede zehnte Leistung der rund 165.000 nieder­gelas­se­nen Ärzte und Psychotherapeuten nicht vergütet. © EB/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Sonntag, 18. Juni 2017, 23:29

Wir wissen nicht...

was der KBV-Honorarbericht mit der Aussage erreichen will: "Bluthochdruck, Rückenschmerzen, Diabetes, Störungen der Blutfettwerte, Schilddrüsenerkrankungen und Depressionen gehören zu den häufigsten Krankheits­bildern, mit denen Ärzte in Deutschland zu tun haben. Dies geht aus den Honorar­berichten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) für das zweite und dritte Quartal 2015 hervor. Diese befassen sich neben der Honorarentwicklung in einem Sonderthema mit den häufigsten Behandlungsanlässen bei niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten".

Und es ist wirklich wenig überraschend, dass Bluthoch­druck für Kardiologen, Allgemein­mediziner und hausärztlich tätige Internisten häufiger Beratungsanlasss ist, ebenso wie Rückenschmerzen bei Orthopäden. Dann sollte man aber auch nicht verschweigen, dass sich Laborärzte für Laborwerte und Pathologen für speziellere Gebiete interessieren.

Tatsache ist jedoch, dass die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) für den hausärztlichen Fallwert im 3. Quartal 2015 lediglich 56,63 Euro Praxisumsatz pro Patient pro Quartal angibt. Der bundesdeutsche durchschnittliche Honorarumsatz je Behandlungsfall belief sich laut KBV jedoch auf 63,35 Euro pro Patient pro Quartal.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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