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Politik

Pflegeausbildungs­reform wird um ein Jahr verschoben

Freitag, 16. Juni 2017

/Peter Atkins, stock.adobe.com

Berlin – Die Koalitionsfraktionen haben sich auf letzte Details der Reform der Pflege­ausbildung verständigt. Damit kann das Pflegeberufeausbildungsgesetz noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden. Wie heute aus Unionskreisen zu erfahren war, soll das Gesetz nun 2020 in Kraft treten und damit ein Jahr später als bisher geplant. Und: Der Bundestag wird sich nach der Wahl noch einmal mit dem Thema befassen müssen.

Zentrale Änderung des Gesetzes ist, dass sich die Auszubildenden nach zwei Jahren entscheiden können, ob sie die generalistische Ausbildung weiter machen oder sich im dritten Jahr auf Kinderkrankenpflege oder Altenpflege spezialisieren wollen.

Die Koalitionsfraktionen verständigten sich auch darauf, dass nach sechs Jahren geprüft werden soll, wie viele Auszubildende sich spezialisiert haben und wie viele ihren ursprünglichen Berufswunsch während der Ausbildung abgeändert haben. Wenn sich 2026 etwa herausstellen sollte, dass sich mehr als die Hälfte der Auszubildenden für die Generalistik entscheidet, könnte man nochmals neu über die Spezialausbildung nachdenken.

Der Bundestag will sich zudem eine Mitsprache bei der Umsetzung des Gesetzes in die Praxis, bei der Durchführungsverordnung, offenhalten. Das geht aus einem Änderungs­antrag von Union und SPD hervor. Im Klartext würde das bedeuten, dass sich das Parlament nach der Wahl noch einmal mit dem Thema befassen muss. In der Rechtsverordnung zur Pflegeausbildung geht es unter anderem um die Ausbildungs­finanzierung oder die Kooperation der Schulen und der Ausbildungsstätten.

Der Präsident des Deutschen Pflegerates, Andereas Westerfellhaus, reagierte verärgert auf die Ankündigungen der Koalition. „Meine Begeisterung hält sich in Grenzen“, sagte er. Ausbildungsinhalte seien eigent­lich Sache der beteiligten Berufsexperten und nicht des Parlaments. Westerfellhaus befürchtet deshalb, dass der Streit im neuen Bundestag von vorn beginnt. © dpa/kna/aerzteblatt.de

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