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Versicherten­stammdatenabgleich macht Probleme

Montag, 19. Juni 2017

Jürgen Fälchle, stock.adobe.com

Dortmund – Beim Test der Telematik-Infrastruktur zum Versichertenstammdaten­abgleich, an dem auch 80 Praxen in Westfalen-Lippe beteiligt sind, gibt es offenbar ein Problem, mit dem zuvor niemand gerechnet hatte. Darauf hat die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) bei der Ver­tre­ter­ver­samm­lung der KV hingewiesen.

„Die Funktionsstörungen sind von drei auf zwölf Prozent gestiegen“, berichtete KVWL-Vorstand Thomas Müller. „Am häufigsten war dabei, dass die elektronische Gesundheitskarte nicht lesbar war, weil sie veraltet oder abgelaufen war.“ Am zweithäufigsten seien Probleme mit den Konnektoren gewesen. Die KVWL habe diese Probleme der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte gemeldet.

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Kein Wettbewerb möglich

Inzwischen gebe es einen Beschluss der gematik, dass die Industrie die Mängel beseitigen und die Kassen die Gesundheitskarten der ersten Generation gegen die der zweiten Generation austauschen sollen.

Müller forderte, dass die Ärzte die Kosten für die neuen Geräte ersetzt bekommen müssen. Er weis darauf hin, dass es derzeit nur den Konnektor der Compugroup gebe, der getestet sei. Der Konnektor von T-Systems sei erst Anfang nächsten Jahres verfügbar. Inzwischen habe die gematik einen weiteren Anbieter aufgefordert, einen Konnektor zu entwickeln, um mehr Wettbewerb zu erhalten und Monopolbildung zur verhindern.

Bestandsschutz für KV-Safenet verlängert

Für den Austausch der Geräte müssten die gesetzlichen Krankenkassen bundesweit 700 Millionen Euro bereitstellen, davon 70 Millionen Euro für Westfalen-Lippe. Die Details zur Auszahlung des Geldes sind in einer Finanzierungsvereinbarung geregelt. „Aber die ist noch nicht unterschrieben“, sagte Müller in der VV. „Wir werden Ihnen eine klare Übersicht geben, was sie bestellen sollen, was sie bei der Bestellung beachten müssen und was sie hinterher bei der Installation in der Praxis beachten müssen.“

Bis dahin laute die Empfehlung der KVWL an ihre Mitglieder: „Aggressives Abwarten!“. Der Zeitplan, der eine Bestellung und Installation der neuen Geräte in der Zeit vom 1. Juli 2017 bis zum 30. Juni 2018 vorsieht, kann nach Ansicht Müllers ohnehin nicht eingehalten werden. „Gehen Sie mal davon aus, dass sich der Zeitplan noch verlängern wird.“ Und hinsichtlich der zum 1. Juli 2017 angekündigten Abschaltung des KV-Safenet müsse sich vorerst auch niemand Sorgen machen. „Wir haben einen Bestandsschutz bis zum Sommer nächsten Jahres.“ © ts/aerzteblatt.de

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