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Medizin

Alkoholkonsum führt bei postmenopausalen Frauen zu Verlust von Muskelgewebe

Dienstag, 20. Juni 2017

Cleveland – Alkohol hat Einfluss auf den Abbau von Muskelgewebe bei Frauen in der Postmenopause. Dies fanden Wissenschaftler des Yonsei University College of Medicine in Seoul heraus. Sie veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in „Menopause“, dem Journal der North American Menopause Society (doi: 10.1097/GME.0000000000000879).

Das Altern allgemein und die Menopause im Besonderen sind bekannte Risikofaktoren für Sarkopenie. Die Betroffenen haben nicht nur weniger Kraft, sondern auch Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht, dem Gehen und der Bewältigung des alltäglichen Lebens. Da vorherige Studien zeigen konnten, dass eine Őstrogentherapie einen positiven Einfluss auf die Muskelmasse hat, gelten Frauen in der Postmenopause als besondere Risikogruppe für Sarkopenie.

Laut der Arbeitsgruppe ist schon länger bekannt, dass Alkohol die Synthese von Skelettmuskelproteinen hemmt. Deshalb untersuchten die Forscher nun den Zusammenhang zwischen Trinkmustern und dem Verlust an Muskelmasse genauer. Die Arbeitsgruppe bezog dafür ein Kollektiv von 2.373 koreanischen Frauen in der Postmenopause ein. Sie unterteilten die Probandinnen nach ihrem Alkoholkonsum in drei Gruppen.

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„Die Ergebnisse der Studie stellen heraus, dass die Prävalenz von Sarkopenie in der Gruppe mit erhöhtem Alkoholkonsum etwa viermal höher war als bei der Gruppe, die angab, keinen Alkohol zu trinken“, berichten die Forscher.

In präklinischen Studien hat sich gezeigt, dass eine Őstrogentherapie kombiniert mit Übungen zur Verbesserung der Muskelkraft vor dem Verlust von Muskelmasse schützen oder diesen vermindern könnte. Allerdings sei die Rolle des Őstrogens in diesem Zusammenhang noch nicht ausreichend geklärt, so die Forscher.

Zusammenfassend erklären die Autoren, dass Frauen in der Menopause ihren Alkoholkonsum einschränken sollten – wegen der Sarkopenie und wegen anderen Erkrankungen, für die Alkohol ebenfalls bekanntlich ein Risikofaktor ist. © hil/aerzteblatt.de

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