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Medizin

Jedes Jahr sterben eine halbe Million Kinder durch infektiöse Durchfall­erkrankungen

Dienstag, 20. Juni 2017

/dpa

Washington – Obwohl die Zahl der Todesfälle durch Durchfallerkrankungen weltweit gesunken ist, sterben immer noch jährlich rund eine halbe Million Kinder an infektiösen Durchfallerkrankungen. Durchfall gilt als vierthäufigster Grund für Todesfälle im Kindesalter, berichten Forscher des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) der University of Washington unter der Leitung von Ali Mokad. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre „Global Burden of Disease study“ in The Lancet Infectious Diseases (doi: 10.1016/S1473-3099(17)30276-1).

Zwischen 2005 und 2015 konnte die Zahl der durch Durchfall verursachten Todesfälle bei Kindern um ein Drittel reduziert werden. Dennoch bleiben die Sterblichkeitsraten in einigen der ärmsten Länder weltweit sehr hoch. Durchfallerkrankungen sind laut der aktuellen Studie für 8,6 Prozent aller Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren verantwortlich. 42 Prozent dieser Todesfälle entfallen auf Indien und Nigeria.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es 2015 2,39 Millionen Episoden von schweren Durchfallerkrankungen weltweit gab. Fast die Hälfte betraf vor allem Kinder. Die Studie zeigt zudem, dass die Länder Tschad und Niger mit 500 Todesfällen pro 100.000 Kinder pro Jahr die beiden Länder mit der höchsten Kindersterblichkeitsrate bedingt durch Durchfallerkrankungen sind.

Durchfallerkrankungen kommen gehäuft in Ländern mit niedrigem Einkommen vor, in denen die Menschen erschwerten Zugang zu sauberem Wasser, Sanitäranlagen und medizinischer Versorgung haben, berichten die Forscher. Doch auch in Ländern mit höherem Einkommen gelten Durchfallerkrankungen als eine häufige Ursache für Hospitalisierung.

Die Autoren betonen, dass es sich bei der Bekämpfung von Durchfallerkrankungen um ein globales Problem handle. Als häufigster Erreger für Durchfallerkrankungen gilt das Rotavirus. Die Forscher betonen, dass die Entwicklung weiterer Impfstoffe wichtig sei. Beispielsweise existierten es gegen Cryptosporidien, den zweithäufigsten Erreger von Durchfallerkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren, bisher nur wenige Therapieoptionen, so die Wissenschaftler.

Laut Mokad ist der Rückgang der Todesfälle durch Durchfallerkrankungen ein großer Erfolg, dennoch bleibe die Mortalität unverhältnismäßig hoch. Die Wissenschaftler fordern, dass die Menschen besseren Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Anlagen, medizinischer Versorgung, Impfungen, Nahrung und Trinklösungen zur oralen Rehydratation erhalten. © hil/aerzteblatt.de

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